Weitere Frau vergewaltigt

Eigene Tochter sexuell missbraucht: Neun Jahre Haft für Nachrodter (46)

+
Wegen sexuellen Kindesmissbrauchs wurde der Nachrodter verurteilt.

Nachrodt-Wiblingwerde – An seiner eigenen Tochter und einer weiteren Frau hat sich ein Nachrodter vergangen: Nun muss er neun Jahre hinter Gitter.

Wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung verurteilte die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Hagen einen 46-jährigen Familienvater aus Nachrodt am Mittwoch (26. Februar) zu einer Haftstrafe von neun Jahren.

Zu Beginn seines Berufungsverfahrens hatte er das Angebot der Staatsanwaltschaft abgelehnt, seine Berufung zurückzuziehen. Hintergrund waren Bemühungen, den Zeuginnen aus der Familie und dem Umfeld des Angeklagten eine erneute Vernehmung vor Gericht zu ersparen. 

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Hätte er nicht auf die Berufungsverhandlung bestanden, wäre das Urteil des Amtsgerichts Altena rechtskräftig geworden, das ihn zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt hatte. 

Da auch die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen war, konnte die Strafkammer im Strafmaß nun weit über das Urteil des Amtsgerichts hinausgehen. Durch den weitgehenden Ausschluss der Öffentlichkeit blieben die Details verborgen. Auch die Plädoyers wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten. 

In seiner Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende Richter Jörg Weber-Schmitz, dass die drei jungen Zeuginnen „detailreiche, konstante und erlebnisbasierte Erzählungen“ vorgetragen hätten. 

Missbrauch von Neunjähriger

Die Kammer habe keinerlei Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser „völlig unterschiedlichen Geschichten“, die einen gemeinsamen Kern des sexuellen Missbrauchs hätten. 

Opfer der Übergriffe waren die leibliche Tochter des Angeklagten, die zum Zeitpunkt des sexuellen Missbrauchs zwischen neun und zehn Jahren alt war, und eine junge behinderte Frau aus der Nachbarschaft des Angeklagten. Das Amtsgericht hatte ihn vom Vorwurf der Vergewaltigung der heute 20-Jährigen noch freigesprochen, weil sie ihre im Amtsgericht gemachte Aussage zurückgezogen hatte. 

Zeugin massiv beeinflusst

Der Vorsitzende Richter warf dem Angeklagten „lockende Gespräche“ mit der Zeugin vor. Unter anderem soll er ihr ein Smartphone für die Revision ihrer Aussage angeboten haben. Das Amtsgericht hatte wegen dieser Beeinflussungen der Zeuginnen Untersuchungshaft gegen den Nachrodter angeordnet. 

Die Strafkammer des Landgerichts hielt nun auch die Aussage dieser Zeugin über einen erzwungenen Analverkehr im Wald an der Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer für glaubwürdig. Allein für diese Tat verhängte die Kammer eine Einsatzstrafe von sechs Jahren. Nicht angeklagt waren angebliche Übergriffe des Angeklagten gegenüber seiner Stieftochter. Was sie im Landgericht hinter verschlossenen Türen zu berichten hatte, blieb unbekannt. 

Angeklagter droht

Heftige Kritik übte der Vorsitzende Richter am Verhalten des Angeklagten nach der Tat. Hintergrund war der Bericht eines Mitgefangenen, der von Gewaltbereitschaft berichtet hatte. Das Gericht sah diesen Bericht als glaubwürdig an. Der Zeuge hatte berichtet, dass der mittlerweile aus Nachrodt verzogene Angeklagte Schlägertrupps zu seiner Ex-Frau und zu seinem Pflichtverteidiger habe schicken wollen, weil der ihn im Amtsgericht nicht rausgeboxt habe. Ein weiteres Ziel seiner Gewaltphantasien war Amtsrichter Dirk Reckschmidt, der ihn zunächst verurteilt hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion