Alle Zufahrten zerstört

Eickhoff hat höchste Priorität

Straße nach Eickhoff nach Hochwasser
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Einer Trümmerlandschaft gleicht die Straße zur Ortslage Eickhoff.

Diese Nacht werden Andreas Grennigloh und seine Familie wohl nie vergessen. Stunden haben sie gegen die Wassermassen gekämpft, gehofft, dass das Haus verschont bleibt – bis zu völligen Erschöpfung. Nun sind er und seine Familie evakuiert. Die Notfallversorgung am Eickhoff ist nicht sicherzustellen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es war 1 Uhr in der Nacht als Andreas Grennigloh erstmals das Rauschen des Bachs als Bedrohung wahrgenommen hatte. „Dann begann eigentlich direkt der Kampf gegen die Wassermassen – mit allem was wir hatten“, erzählt er. Gemeinsam mit seinem Bruder, seinem Schwager und allen anderen Bewohnern des Eickhoffs ging es los. „Uns war klar, dass es uns gelingen muss, den Bach irgendwie um das Haus herumzuleiten – sonst wären wir abgesoffen“, erinnert sich Grennigloh. Mit all seinen Maschinen ging es in Richtung Bach. Ein Wall wurde gebaut und Steine gestapelt. Alles was zu finden war, wurde verbaut. „Es ist immer noch viel Wasser durchgelaufen. Aber das Schlimmste konnten wir echt verhindern – wir haben keinen wirklich großen Schaden am Haus“, berichtet der Eickhoffer.

Von der Außenwelt abgeschnitten

Nach dem Regen wurde bei Tageslicht das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die Bewohner waren von der Außenwelt abgeschnitten. „Es gab keinen Weg mehr rein und keinen raus.“

Das ganze Ausmaß der Zerstörung bereitet seither auch der Feuerwehr und der Gemeinde Kopfzerbrechen. Hinzu kommt, dass ältere Bewohner auf Pflege angewiesen sind. „Am Mittwoch selbst haben wir Kontakt mit den Anwohnern aufgenommen. Es sei alles o.k.“, berichtete Bürgermeisterin Birgit Tupat. Dennoch war schnell klar, dass die Familien nicht auf dem Hof bleiben könnten. Im Notfall komme kein Rettungsdienst zum Eickhoff durch und auch die Löschwasserversorgung war nicht mehr gegeben – der Hydrant, der den Eickhoff versorgt, wurde von den Fluten mitgerissen.

Tiere müssen versorgt werden

„Wir mussten also raus und das wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben. Ich rechne nicht damit, dass wir diese Woche noch zurück in unsere Häuser können“, erzählt Grennigloh. Gemeinsam mit der Gemeinde und der Feuerwehr habe man noch über einen Plan B über einen naheliegenden Wirtschaftsweg nachgedacht. Doch schnell war klar, dass auch der weitestgehend zerstört ist. Andreas Grennigloh selbst hat mit seiner Frau den geplanten Urlaub angetreten. Die Beiden tanken Kraft für die kommenden Wochen: „Zuhause können wir aktuell eh nichts machen.“ Andere Anwohner sind bei Familienangehörigen untergekommen. Lediglich Grenniglohs Bruder und Schwager sind derzeit noch am Eickhoff. Denn die Tiere müssen weiterhin versorgt und beaufsichtigt werden.

Für die Gemeinde hat die Anbindung der Ortslage zwischen Hallenscheid und Kreinberg oberste Priorität. „Die Schäden sind massiv. Da müssen Experten ran. Mit ein bisschen Aufräumen und Anschütten ist es leider nicht getan“, erklärt Kämmerin Gabriele Balzukat, die den Krisenstab koordiniert. Man sei jedoch in einem engen Austausch und gebe alles, dass die Bewohner schnellstmöglich in ihre Wohnungen zurück können.

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