Ehrennadeln für langjährige Wahlhelfer

Reich kann man damit nicht werden

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Bürgermeisterin Birgit Tupat (rechts), Kämmerin Gabriele Balzukat (4.v.l.) und Denise Alexius (2.v.r.) bedankten sich bei den Wahlhelfern Mark Wille, Hans-Jürgen Hohage, Axel Koch, Jörg Tybussek, Martina Wehle und Heinz Even (von links)

Nachrodt-Wiblingwerde - 650.000 Wahlhelfer saßen Stunde um Stunde in 90000 Wahllokalen und leisteten bei der Bundestagswahl im vergangenen September einen wertvollen Beitrag für die Demokratie. Natürlich auch in Nachrodt-Wiblingwerde. Manche sind schon seit Ewigkeiten bei jeder Wahl dabei – sehen es als Bürgerpflicht.

Für diejenigen, die seit 2009 bei allen Bundestags- und Europawahl mitgeholfen haben, gab es jetzt eine Ehrennadel. Bürgermeisterin Birgit Tupat überreichte die schöne Anerkennung des Bundesinnenministeriums an Heinz Even, Jörg Tybussek, Mark Wille, Axel Koch, Martina Wehle und Hans-Jürgen Hohage. Gerd Schröder und Matthias Lohmann konnten an der kleinen Feierstunde im Amtshaus nicht teilnehmen, bekommen die Auszeichnung selbstverständlich im Nachgang.

Die Ehrennadeln sind ein Dankeschön. Endlich, möchte man sagen. Denn Jahre und Jahrzehnte hat die Arbeit der Wahlhelfer kaum Beachtung gefunden. Dabei ermöglichen sie zuverlässige Wahlen und sind die beste Garantie gegen Wahlmanipulation.

 Doch es wird immer schwieriger, freiwillige Helfer zu finden. „Bei der Bürgermeister-Wahl waren noch lange Lücken in der Aufstellung“, erzählt Birgit Tupat. Oftmals melden sich Bürger, die angeschrieben werden, gar nicht zurück oder haben die wildesten Ausreden parat, warum sie denn nicht kommen können. „Wir schreiben auch bei jeder Wahl Ersthelfer an“, sagt Denise Alexius, zuständig für das Wahlamt. Und in der Doppelgemeinde, in der man sich kennt, finden sich letztlich immer Freiwillige. „Man hat immer einen Notnagel in der Hinterhand“, schmunzelt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Große Städte haben dagegen größere Probleme und lassen sich die „dollsten Dinge“ einfallen, um Wahlhelfer zu finden. In Mülheim an der Ruhr präsentierte die Stadtverwaltung eine Tombola mit 25 Preisen für die Freiwilligen und lobte als Hauptpreis einen Reisegutschein in Höhe von 1800 Euro aus. Das gibt es in der kleinsten Gemeinde des Kreises nicht. Das Erfrischungsgeld liegt bei 30 Euro, was die Geehrten aber mit Humor nehmen. Reich kann man damit eben nicht werden.

Dafür gibt es immer mal wieder schöne Begebenheiten. Oder merkwürdige, wie Axel Koch erzählt: „Ich saß bei einer Europawahl bis 21 Uhr im Wahllokal bei den Walzwerken, aber ab 18 Uhr ist niemand mehr gekommen. Mit Spaß hatte das nichts mehr zu tun.“ Einsam sind die Wahlhelfer aber normalerweise nicht. „Man trifft oft Leute, die man selten sieht“, sagt Hans-Jürgen Hohage. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nie.

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