Politik und Verwaltung gegen Umbenennung:

Ehrenmalstraße behält ihren Namen

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Die Ehrenmalstraße behält ihren Namen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein bekannter Nachrodt-Wiblingwerder Bürger stellte kürzlich an die Verwaltung den Antrag, die Ehrenmalstraße umzubenennen. Als Grund gab er an, diese Bezeichnung sei wenig zeitgemäß und bedürfe dringend der Überarbeitung.

Die Verwaltung hat erst einmal zu diesem Ansinnen keine Vorlage für den politischen Raum erstellt. In den regelmäßig stattfindenden interfraktionellen Besprechungen, die stets nichtöffentlich stattfinden, kam aber das Thema auf den Tisch.

Einigkeit

Dabei herrschte unter allen Beteiligten Einigkeit, den Namen nicht vorschnell aufzugeben oder gar zu ändern. Wie Bürgermeisterin Birgit Tupat auf Anfrage sagte, werde das Thema deshalb nicht weiter verfolgt. Sie erinnerte im Gespräch mit unserer Zeitung daran, dass man verwaltungsseitig grundsätzlich vorsichtig mit Straßenumbenennungen umgehe. „Es reicht halt nicht, zwei oder mehr Straßenschilder auszutauschen. Da hängt für die Anwohner eine ganze Menge dran“, sagte sie.

Eine Gedenktafel erinnert an die Toten der beiden Weltkriege.

So müssten alle amtlichen Unterlagen vom Personal- oder Reisepass angefangen sowie Versicherungen etc. umgestellt und auf die neue Adresse geändert werden. Das sei mit immensen Kosten verbunden. Tupat erinnerte daran, dass es vor Jahren eine Umbenennung gegeben habe, als die unrühmliche koloniale Vergangenheit von Karl Peters (bekannt als Hänge Peters, das AK berichtete mehrfach), ans Licht kam. Da habe der Rat sofort gehandelt und die Straße umbenannt. Bei der Ehrenmalstraße könne sie aber weder eine Dringlichkeit noch eine nachvollziehbare Notwendigkeit erkennen. Das Ehrenmal im Stadtteil Obstfeld bestehe nach wie vor. Es war erst im vergangenen Jahr noch einmal in die öffentliche Diskussion geraten, weil es einen sehr ungepflegten Eindruck machte.

Ungepflegter Eindruck

Wie unsere Zeitung damals berichtete, lag das wesentlich daran, dass sich kein Ehrenamtler mehr um die Pflege des Denkmals kümmert. Der Mann, der das ehrenamtlich viele Jahre geleistet hat, war verstorben. Damals wurde auch öffentlich angestoßen, das Ehrenmal selbst möglicherweise zurückzubauen oder es aber mindestens zu sanieren. Doch diese Pläne wurden seit dem vergangenen Jahr nicht weiter verfolgt.

Das Ehrenmal macht einen ungepflegten Eindruck

Wie es Sitte und Brauch in der Doppelgemeinde war und ist, wurde am Volkstrauertrag 2016 ein Kranz für die Opfer der Gewaltherrschaft und der beiden großen Kriege niedergelegt. Die damals platzierten Kränze liegen noch immer auf der Anlage und gammeln vor sich hin. CDU-Fraktionschef Lars Wygoda bestätigte auf Anfrage, dass seine Fraktion „keinen Anlass sieht, die Straße umzubenennen.“ Die Union folge der Verwaltung, könne

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