Zwei Männer, zwei Preise - Karl-Heinz Tacke und Siegfried Kruse werden geehrt

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Karl-Heinz Tacke und Siegfried Kruse bekommen den Ehrenamtspreis.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre allen geholfen. Doch die Realität scheint weit entfernt. Hilfsbereitschaft ist nicht allen in die Wiege gelegt – wohl aber den zwei Männern, die am Montag (2. Dezember) den Ehrenamtspreis der Gemeinde bekommen. Karl-Heinz Tacke und Siegfried Kruse werden vom Rat geehrt.

Und so geht die dritte Vergabe der besonderen Auszeichnung an zwei Nachrodt-Wiblingwerder, die sich mit großem Engagement für die Gemeinde und für ihre Mitmenschen einsetzen. „Bestimmt werde ich gefragt, was ich mit dem Geld mache“, erzählt Karl-Heinz Tacke lachend von seinem ersten Gedanken, als er von der Preisvergabe erfuhr. Seine 100 Euro gibt er an den Waldkindergarten weiter. „Die können immer etwas gebrauchen. Ich war 2013 schon mit dem Waldkindergarten in Arnsberg, da gab es den zweiten Naturschutzpreis und 1000 Euro für den Waldkindergarten. Damals haben wir erstmals Blumensamen ausgesät und da ist eine wunderschöne Wildblumenwiese entstanden.“

Siegfried Kruse:

„Ich freue mich sehr über den Ehrenamtspreis, aber es gibt viele Ehrenamtler in unserer Gemeinde, die genauso viel tun, aber im Verborgenen arbeiten.

 Karl-Heinz Tacke ist 82 Jahre alt und ein Mann voller Tatendrang. Und das war er schon immer: Seit 55 Jahren ist er im Hegering. Er ist ebenso im SGV Altena, im Angelfischerverein und im Shantychor. „Wir haben am 8. Dezember an der Burg Holtzbrinck einen Auftritt“, erzählt der Nachrodter, den viele auch als „Vater“ des Waldlehrpfades am Lohagen kennen. Einen besonders charakterisierenden Satz sagte sein Mitstreiter Walter Strüning am Rande der Veranstaltung zum zehnjährigen Bestehen des Lehrpfades: „Er verkauft den Wald einfach glänzend. Niemals belehrend, sondern erzählend und anschaulich. So nehmen die Kinder vieles mit.“

 Schon vor mehr als 50 Jahren hat er Schulklassen und Gruppen von der deutschen Waldjugend durch den Wald geführt. „Das haben wir bei uns am Hallenscheid gemacht“. Über den Ehrenamtspreis freut sich Karl-Heinz Tacke sehr, noch mehr aber über die Resonanz dazu aus der Bevölkerung, die durchweg positiv ist.

 Siegfried Kruse ist seit 2003 ehrenamtlich in der Gemeinde engagiert. Zuvor blieb beruflich wenig Zeit. Er war Volksschullehrer in Lüdenscheid, Schulleiter am Bierbaum und Gevelndorf und war seit 1991 im Schulamt des Märkischen Kreises tätig. Nach seiner Pensionierung wurde er unterstützend tätig, als das Hotel Holzrichter auch Wanderwege anbieten wollte. „Da habe ich geholfen. 2004 waren wir fertig. Daraufhin wurde der Heimat- und Verkehrsverein hellhörig und ist auf mich zugekommen“, erzählt Siegfried Kruse. Drei Jahre war er später Vorsitzender.

 „Ich freue mich sehr über den Ehrenamtspreis, aber es gibt viele Ehrenamtler in unserer Gemeinde, die genauso viel tun, aber im Verborgenen arbeiten. Diejenigen, die im Stillen agieren, richten genauso viel aus wie wir beide“, sagt Siegfried Kruse. Sein Preisgeld geht an die Nachrodt-Wiblingwerder Flüchtlingshilfe. Übrigens: Beide Preisträger lieben die Chormusik. Karl-Heinz Tacke ist Mitglied im MGV Frohsinn als auch im MGV Wiblingwerde. „Ich singe aber nicht“, schmunzelt er. Er spielt Akkordeon. Mit Inge Westerwell macht er Musik beim Weihnachtsmarkt am Sonntag in Nachrodt.

 Siegfried Kruse singt sehr gern und eigentlich schon immer. 45 Jahre war er im Chor der Auferstehungskirche Lüdenscheid. „Die Kirche, in der ich getauft worden bin, in der meine Tochter getauft worden ist, in der mein Religionslehrer Pfarrer war, wird jetzt verkauft“, erzählt der 79-Jährige und ergänzt: „Damit ist ein Stück Leben, das mich mindestens einmal in der Woche begleitet hat, abgeschlossen. Das schmerzt.“

 Siegfried Kruse ist jetzt der Bass im Kirchenchor der reformierten Kirche Hohenlimburg. Das Ehrenamt im Heimat- und Verkehrsverein bedeutet ihm viel: „Ich bin der Meinung, dass dieser kleine, schnuckelige Verein dazu beitragen kann, in unserem Dorf Traditionen zu wahren, aber gleichzeitig auch das Leben in der Gemeinde, die Selbstverständlichkeiten den Mitgliedern und Interessenten bewusst zu machen. Beispielsweise: Wie läuft denn heute Schule ab?“ Heute ist der Heimat- und Verkehrsverein in aller Munde und wird am heutigen Samstag beim Ansingen im Advent (ab 17 Uhr) sicher wieder viele Besucher locken können. 

Wenn die Preisverleihung am Montag ab 17 Uhr während der Weihnachtsratssitzung in der Gaststätte Zur schönen Aussicht stattfindet, ist auch Karl-Heinz Tackes Sohn Heinz-Ulrich dabei. Denn er bekommt für den Tannenhof den Heimatpreis. „Vater und Sohn. Das hat es so doch noch nie gegeben“, freut sich Karl-Heinz Tacke.

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