Ärger mit Vermieter

Dritte Mahnung trotz Überweisung: Mieter soll über 3500 Euro zahlen

+
An der Freiherr-vom-Stein-Straße wohnt Heinz Dieter Weber. Nicht nur er klagt über Probleme mit dem Vermieter.

Mehr als 3500 Euro soll Heinz Dieter Weber zahlen. Weil er angeblich keine Miete gezahlt hat. Nicht nur er hat Probleme mit dem Vermieter am Nachrodter Feld.

  • Mehr als 3500 Euro soll ein Mann aus Nachrodt-Wiblingwerde (MK)zahlen.
  • Angeblich hat er keine Miete gezahlt.
  • Nicht nur er hat Probleme mit dem Vermieter.

Nachrodt-Wiblingwerde – Heinz Dieter Weber hat die dritte Mahnung seines Vermieters bekommen. Mietrückstände in Höhe von 3522,40 Euro wirft man dem fast 80-Jährigen vor, der an der Freiherr-vom-Stein-Straße 12 wohnt. 

Aber er hat weder seine Miete nicht bezahlt, noch eine erste und zweite Mahnung bekommen. Der Schreck steckt ihm in den Knochen. Und augenscheinlich ist er nicht der einzige Betroffene. 

Heinz Dieter Weber blättert durch seine Ordner, präsentiert die fein säuberlich abgehefteten Kontoauszüge, zeigt den Dauerauftrag, den er bei der Postbank für die Mietzahlungen eingerichtet hat, und die Abbuchungen. 

Seit zehn Jahren in der Siedlung

Auf der Mahnung der Gebäudewirtschaft Nord gibt es eine Auflistung von Zahlungseingängen und etlichen offenen Beträgen, also Zahlungen, die nicht eingegangen sein sollen. Heinz Dieter Weber ist entsetzt.

Zehn Jahre wohnt Heinz Dieter Weber in der Siedlung. In Einsal ist er aufgewachsen, hat 1966 geheiratet und lebte dann in Altena. Er hat zwei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. 

Er wohnt allein in der 60 Quadratmeter großen Wohnung, in der er sich eigentlich ganz wohl fühlt. Wenn die Umstände nicht so schwierig wären. 

„Es ist seit einem Jahr der Rasen nicht gemäht worden“, erzählt Heinz Dieter Weber. Kurzerhand kaufte er selbst einen Rasenmäher und kämpfte sich zwei Tage durch das hohe Gras rund um das Haus. Er möchte es gerne schön haben. 

Ärger über die Mahnung

„Ich habe 279 Euro für den Rasenmäher ausgegeben.“ Abgesprochen mit der Hausverwaltung war das nicht. „Es wird doch nichts gemacht hier“, sagt der Nachrodter. Alle drei Jahre wechselt der Vermieter, „weil der dann nichts investieren muss“, vermutet Heinz Dieter Weber, der 390,20 Euro Kaltmiete bezahlt und auch eine Garage angemietet hat. 

Besitzer des Hauses ist aktuell Caesar Immobilien. Dass der Mieter aufgrund von verschiedenen Kontonummern durch den Eigentümer-Wechsel sein Geld auf ein falsches Konto überwiesen hat, scheint man ausschließen zu können, da es auch immer mal wieder Mieteingänge gibt. 

Trotzdem ist Heinz Dieter Weber aufgeregt, ärgert sich über die Mahnung. Auf dieser gibt es keine Telefonnummer, sondern nur eine E-Mail-Adresse. Heinz Dieter Weber hat kein E-Mail-Konto und sagt: „Ich weiß nicht, wie das funktioniert. Ich kann das nicht.“ 

Fein säuberlich abgeheftet: Heinz Dieter Weber kann alle Mietunterlagen nachweisen.

Was bleibt, sind vergebliche Versuche, die Hausverwaltung telefonisch zu erreichen. „Seitdem ich hier wohne, habe ich durch die Postbank Monat für Monat die Miete überweisen lassen“, sagt Heinz-Dieter Weber, der nicht das erste Mal Probleme mit seinem Vermieter hat. 

Viele verschiedene Probleme

Es hat auch schon eine Gerichtsverhandlung gegeben, denn er wollte eine Mieterhöhung nicht akzeptieren. Er bekam 15 Mal eine zweite Mahnung und verlor vor Gericht. „Wenn man im Mieterverein ist und der sagt, man muss die Erhöhung nicht bezahlen, dann glaubt man das doch.  Und dann bekommt man auf einmal Post und alles ist anders. Jetzt denkt der Vermieter wohl, dass ich Freiwild bin“, meint der ältere Mann und denkt erneut darüber nach, einen Anwalt einzuschalten. 

Heinz Dieter Weber ärgert sich über vieles: über die wechselnden Besitzer, fehlende Informationen, fehlende Ansprechpartner. Und jetzt wird laut Aushang im Haus eine externe Putzkolonne für den Hausflur beauftragt, obwohl die Mieter gern den Hausflur selber putzen. „Das mache ich auch weiterhin.“

"Falsche Mahnstufe"

Nach mehreren Versuchen, die Hausverwaltung zu erreichen, klappt es schließlich. „Die Mahnstufe ist falsch“, heißt es von einer freundlichen Dame am Telefon. „Können Sie uns die Kontoauszüge zuschicken, damit wir das in der Buchhaltung prüfen können?“ 

Heinz Dieter Weber möchte die Kontoauszüge nicht verschicken. „Das werde ich nicht tun. Ich habe einen Dauerauftrag. Jetzt soll ich Ihnen Unterlagen schicken. Das werde ich nicht machen.“ Er gibt die Kontonummer an, auf die er sein Geld überweist. 

Die Aufregung ist ihm anzumerken. „Wir kümmern uns um die Fehler“, sagt die Mitarbeiterin der Hausverwaltung. 

Weitere Kritik im Internet

Unterdessen gibt es in einer Mieter-Gruppe auf einem Online-Portal weitere kritische Stimmen: Auch andere Mieter vom Nachrodter Feld, besonders von der Freiherr-von-Stein-Straße, beklagen sich über Mahnungen. „Die einzige Antwort, die ich von denen zur Kenntnis nehmen werde, ist allenfalls ein Entschuldigungs-Schreiben. Ansonsten werde ich erst wieder reagieren, wenn sie klagen. Dem sehe ich gelassen entgegen, da alle Zahlungen nachweisbar sind“, schreibt eine Mieterin. 

Sämtliche Anfragen der Redaktion bei der Hausverwaltung und auch beim Eigentümer blieben bis heute unbeantwortet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare