Drei Tage für die Komposition einer Krippe

Krippensammler und Krippenbauer: Wolfgang Funnemann.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Liebevoll arrangiert ist die Szenerie nahe der Kleinstadt Bethlehem: Vater, Mutter, Kleinkind in zeitgenössischer Kleidung vor dem Stall. Drumherum stehen Bauern, Händler, ein Fuhrwagen. Und wenn man sich noch ein wenig umschaut, wird man eine volle Wäscheleine gewahr.

Der Betrachter sieht eine Holzstapel mit Säge, sieht kleine Töpfe Kisten, Laternen, Nutztiere und noch viel mehr. Gleichwohl lenken all die Details nicht von den Hauptpersonen ab, sondern heben die Szenerie mit Maria, Josef und dem kleinen Jesuskind noch hervor.

Die opulente Krippe im Wohnzimmer des Wolfgang Funnemann ist schon ein Hingucker. Der Weg zur Krippe ist mit griechischen Terrakotta-Kieseln gepflastert, die Funnemann einst am Strand sammelte, Baume, Moos und Gestrüpp stammen aus Nachrodt-Wiblingwerder Wäldern, genauso wie das Material zu dem Miniaturholzstoß. Klare Sache, dass Funnemann die passende Säge dazu auch fertigte. Nur die Kleidung der kleinen Figürchen, die schneiderte Funnemanns Ehefrau. Und viel Zeit steckt in dem Werk des Kunsthandwerkers. „Drei Tage Arbeit erfordert es, bis alles so arrangiert ist“, sagt der gelernte Schaufensterdekorateur.

Wolfgang Funnemann baut und arrangiert nicht nur Krippen, sondern sammelt sie auch, alle biblischen Szenen zur Weihnachtsgeschichte kann er darstellen. Und aus aller Herren Länder und aus allen möglichen Zeiten hat er sich die Weihnachtskrippen schon besorgt: Ob böhmische Papierkrippen, orientalische Krippen, Arrangements aus dem Thüringer Wald, die Minikrippe aus Mexiko, eine aus Dänemark, gar aus Bethlehem, Ungarn oder Frankreich. Funnemann stellt auch aus, jüngst auch in Essen. Aber ansonsten erfreut er sich an den Krippen in seinem Krippenzimmer. Hier hat er einen kompletten Schrank voller Krippen, eine Bücherwand mit Krippenliteratur. Hier steht seine Krippe, die einer alten Drahtrolle nachempfunden ist, sogar mit Zöger und Bierkasten. Hier hat er Krippen mit Nachrodt-Wiblingwerder Motiven.

Angefangen hat alles mit einem Krippenbaukursus, den er vor 15 Jahren im damaligen Bunten Haus in Wiblingwerde absolvierte. Die Leitung hatte Pfarrer Bernhard Alshut inne - ein echter Krippenbaumeister und eine Kapazität in dieser Branche. Der hatte damals auch die kleinste Krippe der Welt dabei - arrangiert in einem Kirschkern. Da wurde Wolfgang Funnemann erst recht mit dem Krippenvirus infiziert.

Für die Zukunft hat er sich noch eine besondere vorgenommen: Es solle eine großformatige Krippe werden.

Wolfgang Funnemann sammelt und restauriert auch alte Krippen. Kontakt: 0 23 52 / 3 04 28

▪ Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare