Neue Lennepromenade: Bevölkerung darf mitreden

+
Der Bereich Rastatt (oben) und Evangelischer Kirche (unten) soll im Zuge des Regionale-Projektes LenneSchiene neu überplant werden. Die Vorschläge dazu werden drei verschiedene Planungsbüros unterbreiten; auch die Bevölkerung kann mitwirken.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit Jahren wird überlegt, geplant und wieder verworfen, jetzt geht es endlich an die Umsetzung: Das Regionale-Projekt „LenneSchiene“ wird nun auch in Nachrodt-Wiblingwerde allmählich greifbar.

Die in der Doppelgemeinde geplanten Maßnahmen sind Teil eines Gesamtprojektes, an dem insgesamt acht Kommunen entlang der Lenne beteiligt sind. In Nachrodt-Wiblingwerde spielen die Themen Wasser und Freiraum in Verbindung mit dem Radweg „Lenneroute“ die zentrale Rolle. Das wichtigste Projekt liegt im Umfeld des Hauses Nachrodt, das mit seinem alten Baumbestand im weitläufigen Park direkt an der Lenne eine regionale Seltenheit darstellt. Nicht weit davon, gerade einmal 500 Meter entfernt, soll eine Lennepromenade zum attraktiven Erholungsraum für Bewohner und Besucher geschaffen werden.

Zunächst geht es jetzt um die Gestaltung der Lennepromenade zwischen Rastatt und Nachrodter Brücke. Wie die in Zukunft aussehen könnte, sollen drei Planungsbüros aus Bonn, Köln und dem Ruhrgebiet im Rahmen eines Kolloquiums am 18. und 19. Juli erarbeiten. Ausgesucht hat diese Stadtplaner das Frankfurter Architektur- und Stadtplanungsbüro B.A.S., das bereits mehrere andere Projekte der Regionale Südwestfalen betreut hat.

Die Planer von Rhein und Ruhr werden sich nicht nur am Lenneufer umschauen und mit den Gegebenheiten auseinandersetzen, sondern auch vor Ort – in der Rastatt – Ideen für die Gestaltung entwickeln. „Wir haben ganz bewusst keine engen Vorgaben gemacht, damit möglichst unterschiedliche Vorschläge zustande kommen“, erläuterte der im Amtshaus für Planung zuständige Fachbereichsleiter Ingo Levermann die Vorgehensweise. Drei Punkte möchte die Gemeinde in den Vorschlägen aber dennoch berücksichtigt wissen: Von der Uferpromenade soll ein Zugang zur Lenne geschaffen werden, es soll eine gastronomische Nutzung berücksichtigt werden und es gilt einen Spielplatz anzusiedeln. „Ansonsten können sich die Planer frei entfalten“, betont Levermann. Berücksichtigen sollen sie dabei allerdings auch noch, dass die große Lennebrücke in den nächsten Jahren erneuert wird. Die Uferbereiche und Grünflächen sollen deshalb so gestaltet werden, dass der Brücken-Neubau möglichst geringe Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild hat.

Darauf, was die Planungsbüros in dem zweitägigen Kolloquium erarbeiten werden, ist nicht nur Ingo Levermann gespannt. Auch die Verwaltungsspitze um Bürgermeisterin Birgit Tupat, die Kommunalpolitiker und nicht zuletzt die Bevölkerung sieht den Vorschlägen mit Spannung entgegen. Die Bevölkerung kann den Planern am Freitag, 19. Juli, zwischen 12 und 13 Uhr in der Rastatt auch über die Schulter schauen. „Dann kann man Fragen stellen und bestimmt auch Anregungen geben“, ist Levermann sicher, dass interessierte Bürger bei dieser Gelegenheit nicht nur stille Zuschauer sein müssen. Die Ideen der drei Planungsbüros zur Umgestaltung der Lennepromenade sollen dann am Freitagabend ab 19 Uhr ebenfalls im Saal der Rastatt öffentlich vorgestellt werden.

Vollständig fertig dürften die Planungen dann freilich nich nicht sein. „Die Planungsbüros haben danach bis zum 9. August Zeit, uns die weiter entwickelten und detailliert ausgearbeiteten Vorschläge vorzulegen“, skizzierte Ingo Levermann das weitere Verfahren. Dann werde eine aus Vertretern von Gemeindeverwaltung, Politik und erfahrenen Stadtplanern bestehende Jury die Planungen bewerten und dem Gemeinderat eine Empfehlung aussprechen. Welche der drei Varianten dann mit finanzieller Unterstützung aus dem Strukturförderprogramm des Landes umgesetzt werden, entscheidet schließlich der Gemeinderat, voraussichtlich in seiner Sitzung am 16. September. ▪ Volker Griese

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare