Brenscheider sind hart im Nehmen

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Kuchen gab es in Hülle und Fülle. Und natürlich wurde auch der Grill beim Dorffest angezündet.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Vor einem Jahr hatten wir einen blauen Himmel und Sonne“, so Petra Triches. Doch als für die Dorfgemeinschaft in Brenscheid der zweite Dorftrödel auf dem Plan stand, gab der Winter noch einmal ein kurzes Gastspiel. Anstelle von Sonnenstrahlen hielten Kälte und Schneeflocken Einzug. Doch: „Wir Brenscheider sind hart im Nehmen.“

 Und so wurden stattdessen einfach die Garagen und in einem Fall sogar ein Wintergarten in Verkaufsräume umfunktioniert. Auch Heizstrahler, Feuerschalen und dicke Wolldecken kamen hier und da zum Einsatz. „Um acht Uhr waren bereits die ersten Kunden unterwegs, um die besten Stücke zu begutachten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber noch gar nicht alles aufgebaut“, wusste Petra Triches zu berichten.

 Als Standgebühr musste jeder einen Kuchen backen. „Von dem Geld, das übrig bleibt, organisieren wir alle zwei Jahre ein Dorffest.“ Neben einem Kuchenbüffet, das in seiner Reichhaltigkeit wirklich keine Wünsche offenließ, wurde bereits am Vormittag die Holzkohle für den Grill angefeuert, um die Gäste auch mit Bratwurst und Cevapcici versorgen zu können. Als zusätzliche Wärmequelle war der Grill natürlich auch gut.

Währenddessen wurde an den verschiedenen Ständen bereits munter gehandelt. So hatte Klaus Reinicke eine alte Fliegeruhr aus dem Zweiten Weltkrieg in seinem Besitz. Das Flugzeug, aus dem der Zeitmesser stammt - eine russische Maschine - war damals in der Nähe von Ilmenau abgeschossen worden. Über den Großvater gelangte das historische Objekt schließlich nach Brenscheid, wo es das Interesse von Arnd Winkhaus geweckt hatte. Immer wieder drehte der Uhrenliebhaber das Stück um seine Achse, um dessen Zustand zu begutachten.

 Am Ende wurde dann auch noch klassisch um den Preis gefeilscht. „Machen wir 15 Euro“, sagte Winkhaus und handelte damit noch einen Rabatt in einer Höhe von fünf Euro aus. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Dorftrödels aber noch viele weitere Dinge angeboten; darunter Fahrräder, Autoreifen oder das klassische Sortiment von Kleidung und Spielzeug. Wiederum eine Besonderheit gab es in der Garage der Familie Belkot zu bestaunen. Seit einiger Zeit beschäftigt sich Birgit Belkot mit der Maltechnik des Acrylpourings. „Ich mache das schon so lange: jetzt muss ich langsam mal berühmt werden und durchstarten“, fügte die Künstlerin schmunzelnd an.

Eine Garage weiter bot Torsten Milde sein Sortiment an: „Nicht nur gucken, auch mal kaufen“, sagte er zur Begrüßung. Neben einigen Vinyl-Schätzchen hatte der Trödler auch andere und mittlerweile verschwundene Technik im Programm. Nicht nur, dass es das Unternehmen Konica Minolta gar nicht mehr gibt, auch eine Digitalkamera aus dem Jahr 2004 ist eine echte Rarität. „Die haben damals als erste Firma auf Plastikteile und ein innovatives Design zum Greifen gesetzt“, so Milde. Wer eine Fototasche kaufte, bekam den Apparat noch gratis oben drauf. Im Vorfeld hatten die Organisatoren für ihren Dorftrödel ordentlich die Werbetrommel gerührt und Handzettel in Hagen-Hohenlimburg und Lüdenscheid verteilt. „Die Frauen des CVJM schauen sicherlich heute Nachmittag auch noch vorbei. Auf die ist immer Verlass“, so Petra Triches.

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