Kindergarten St. Elisabeth

Politiker im Clinch mit der Kirche

Kindergarten Nachrodt
+
Über die Erweiterung der Kita St. Elisabeth wird gestritten.

„Es wäre ja mal etwas Neues gewesen, wenn von der katholischen Kirche ein positives Signal gekommen wäre.“ CDU-Ratsherr Michael Schlieck ärgerte sich – wie augenscheinlich auch alle anderen Mitglieder des Hauptausschusses – über das Schreiben des Kita-Zweckverbandes im Bistum Essen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Thema: ein Antrag zur Finanzierung des Ausbaus der Kita St. Elisabeth. Dabei war es weniger der Wunsch selbst, als die Art und Weise, wie der Zweckverband an die Gemeinde herangetreten ist. „Das finden wir aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit unfair“, so Michael Schlieck. Tatsächlich wird den Kommunalpolitikern die Pistole auf die Brust gesetzt. Eine Fortführung der Trägerschaft und den Ausbau der Einrichtung St. Elisabeth will der Kita-Zweckverband nur unter folgenden Zusagen übernehmen: Übernahme des Trägeranteils aus dem Investitionsprogramm von 143 900 Euro; Übernahme des Trägeranteils der neuen Gruppe; Übernahme von 50 Prozent des Trägeranteils der bestehenden beiden Gruppen; Übernahme der Baukosten, die über 603 000 Euro hinausgehen, beziehungsweise dessen Fläche nicht im Investitionsprogramm gefördert wird.“

„Eine Unverschämtheit“

„Eine Unverschämtheit“, findet auch Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG. „Es kann nicht sein, dass uns einerseits gesagt wird, wir sollen die Kosten übernehmen, andererseits soll die Gemeinde sich dann aber aus dem Betrieb des Kindergartens heraushalten. Die katholische Kirche sollte berücksichtigen, dass es sich beim Kindergarten St. Elisabeth um die letzte verbleibende katholische Einrichtung in Nachrodt handelt. Es ist schwer verständlich, wie das Bistum erst den Pfarrer abzieht, ohne dies ausreichend zu kommunizieren und nun am Kindergarten sägt. Selbst für aktive Gemeindemitglieder sind diese Entscheidungen oder Überlegungen nur schwer nachvollziehbar und man kann sich vorstellen, warum das wieder den einen oder anderen bewegt, der Kirche den Rücken zuzukehren“, so Petra Triches. Interessant in diesem Zusammenhang: Wie Michael Schlieck berichtete, sei Pfarrer Ulrich Schmalenbach nicht richtig mit einbezogen worden.

Balzukat: Es gibt auch andere Träger

Der Ansatz des Zweckverbandes wird als „friss oder stirb“ von den Parteien bewertet. Allerdings machte Kämmerin Gabriele Balzukat deutlich, dass man sich nicht verrückt machen solle, es gebe auch andere Investoren und Träger. Jetzt soll ein Arbeitskreis mit Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung gebildet werden, um mögliche Konzepte zu erarbeiten. Auch Vertreter des Märkischen Kreises als Träger der Jugendhilfe sollen eingebunden werden. Denn: Eine Erweiterung der Kita ist bei allen Problemen grundsätzlich sehr wichtig, da in der Gemeinde Kindergartenplätze fehlen. Nach Aussage des Jugendamtes sind dies zurzeit 24 Plätze.

Fakt ist: Dem Kita-Zweckverband wird mitgeteilt, dass die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht in der Lage ist, den Trägeranteil und die Baukosten zu übernehmen. Das empfiehlt der Hauptausschuss einstimmig dem Rat, der am Montag, 15. Februar, öffentlich um 17 Uhr in der Lennehalle tagt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare