Diskussionsabend im Rückblick auf das Reformationsjubiläum

Diaspora vermeiden

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Blick auf einige Teilnehmer der Diskussionsrunde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Gemeinsame sollte die Regel sein. Nicht die Ökumene sei erklärungsbedürftig, sondern der konfessionelle Alleingang. Das betonte am Montagabend Volker Meißner, Ökumenereferent des Bistums Essen im katholischen Vereinshaus. „Annäherung oder Katzenjammer – Ein Resümee nach dem Reformationsjubiläum“ lautete der Titel des Diskussionsabends, zu dem die Pfarrei St. Matthäus Altena und die evangelische Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld gemeinsam eingeladen hatten.

 Die Resonanz war zwar überschaubar, dafür waren die Gespräche umso intensiver. Meißner erklärte anschaulich, wie Ökumene funktionieren kann und wo es noch hakt. So berichtete er beispielsweise von einigen Erfolgsprojekten wie einem gemeinsamen Gemeindezentrum. „Doppelt so gut, halb so teuer“, lautete hier das Motto.

In Oberhausen werden beispielsweise gemeinsam Pfingsten gefeiert und in Essen gebe es den ökumenischen Segen für Neugeborene. „Das Fazit ist klar: Nicht Katzenjammer, sondern Aufbruch“, so Meißner. Es gebe noch viel Luft nach oben und es sei wichtig, dass die Impulse für die Ökumene aus den Gemeinden kämen. „Wir leben in einer katholischen Diaspora, in Wiblingwerde kommen wir quasi gar nicht mehr vor. Im Mühlendorf und in der Rahmede gab es auch heftige Einschnitte. Aber diese könnte auch schnell zu einer christlichen Diaspora werden, denn in all unseren Gemeinden sind die Mitgliederzahlen schwindent“, erklärte Stefan Kemper und eröffnete damit die Diskussion. Er sei sich sicher, dass in zehn bis 15 Jahren kleine Kommunen wie beispielsweise Herscheid schon leer gezogen seien. Kemper: „Es gibt also eine großen Bedarf, etwas gemeinsam anzugehen.“ Auch Pastor Wolfgang Kube sieht in der Ökumene eine Chance: „Wir sind alle schnell beim Reduzierungsgedanken, wenn es um Finanzierungsmöglichkeiten geht. Die Frage sollte aber sein, wie wir dem etwas entgegensetzen können und über Synergien nachdenken.“

Das betonte auch Meißner noch einmal: „Wir müssen verhindern, dass es weiße Flecken auf der Landkarte gibt und das christliche aus einigen Gebieten komplett verschwindet. Es ist an der Zeit, Gesprächsgruppen zu gründen.“ Meißner warb für mehr Offenheit auf beiden Seiten. Mit Verständnis und Neugierde solle man die Gespräche angehen: „Ökumene lebt davon, sich Dinge im gegenseitigen Respekt zu erklären und von dem Willen, den anderen verstehen zu wollen – dann kann es gelingen, dass es doppelt so gut wird.“

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