Wer ist für die Misere der Gebäude verantwortlich?

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Nachrodt-Wiblingwerde -  Wer ist für die ganze Gebäude-Misere verantwortlich? Die Verwaltung? Die Politik? Verantwortliche vergangener Tage? Niemand? Alle? Peter Herbel (CDU) sprach diese Frage während der Sitzung des Hauptausschusses an.

 „Die gemeindeeigenen Gebäude sind so marode, dass sie zum Teil abgerissen werden müssen. Wer ist dafür verantwortlich? Ich weiß auch, dass vieles nicht von heute auf morgen passiert ist. Aber auf viele Dinge ist hingewiesen worden“, so der Christdemokrat. Sonja Hammerschmidt (UWG) empfand die Frage durchaus berechtigt. „Das wollen auch die Bürger wissen“. Und könne man mal festhalten, was denn warum passiert sei?

 Bauamtsleiter Dirk Röding blickte auf das Amtshaus. Dort habe man sich die Probleme einst selbst geschaffen. „Wer sehr alte Gebäude kennt, der weiß, dass man Keller nicht zu Wohnzwecken nutzen kann. Da kann man keine Büros hinbauen. Aber das ist gemacht worden.“ Das Problem liege Jahrzehnte zurück.

 „Ich bin davon überzeugt, dass viele, wenn sie ihre Altgebäude unter die Lupe nehmen würden, zu solchen Ergebnissen kommen würden. Weil lange nichts investiert worden ist. Das Rathaus der Stadt Arnsberg ist auch solch eine Misere“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Sie findet nicht, dass man über irgendwelche Verantwortlichkeiten grübeln, sondern lieber das Dilemma in Angriff nehmen sollte. Das sieht Peter Herbel anders. „Seine eigenen Gebäude muss man von Zeit zu Zeit in Augenschein nehmen. Und dann muss man dem Rat entsprechende Vorschläge unterbreiten, sodass die Mängel beseitigt werden können. Aber das ist nicht gemacht worden“, meinte der CDU-Politiker, der die Verwaltung in der Verantwortung sieht.

Dass alle Gebäude untersucht wurden, war ein Antrag aus der Politik im vergangenen Jahr. „Das hätte Politik auch schon vor 20 Jahren machen können“, so Ronny Sachse (SPD), der für die Verwaltung in die Bresche sprang. „Jetzt haben wir es untersucht, jetzt nehmen wir es in Angriff.“ Christiane Lange (UWG) spielte den Ball zu Peter Herbel zurück: „Wenn Sie 45 Jahren im Rat sind, und davon viele Jahre im Planungs- und Bauausschuss, warum haben Sie denn all die Jahre nichts gesagt?“ Peter Herbel hatte so „viel Unfug“ selten gehört, wie er meinte: „Ich bin als Mitglied des Rates nicht verpflichtet, nach oben zu gehen und mir die Dachpfannen anzuschauen. Das ist Aufgabe einer funktionierenden Bauverwaltung“, so Herbel. Es müsse klar sein, dass sich „derartige Dinge in der Zukunft nicht wiederholen".

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