Kreckel-Gebäude als neues Amtshaus?

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So sah das Krekelhaus vor etwa zwei Jahren von innen aus. Viel besser dürfte die Ist-Situation heute nicht geworden sein.

Nachrodt-Wiblingwerde - Wie „Kai aus der Kiste“ plötzlich im Gespräch: das alte Kreckelhaus. Könnte es als neues Amtshaus in Frage kommen? Das soll nun geprüft werden. Fakt ist: Das Amtshaus ist komplett sanierungsbedürftig. Es besteht Handlungsbedarf.

„Wir sind mehrheitlich für eine Lösung in der Nähe des jetzigen Amtshauses, um den Ortsteil nicht leerlaufen zu lassen“, erklärte Jens Philipp Olschewski für die CDU-Fraktion und stellte das leer stehende Kreckelhaus zur Debatte. Und auch Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD, („es ist gut, mehrere Alternativen zu haben“) meinte: „Angeblich ist die Bausubstanz des Kreckelhauses nach wie vor gut.“ Es habe immer geheißen, dass man nicht an den Eigentümer herankomme. Dabei könne Christian von Löbbecke doch durchaus den Kontakt herstellen. Er habe das angeboten. Und: Im Kreckelhaus könne man eventuell auch nicht genutzte Büroflächen vermieten.

Bislang gab es vier Vorschläge rund um das Thema Amtshaus: Eine Idee ist, das vorhandene Amtshaus vollständig zu entkernen und zu sanieren und zudem einen Anbau zu errichten. Sollte das Amtshaus nicht mehr saniert werden können, sieht der Vorschlag Nr. 2 einen Abriss vor. An derselben Stelle könnte ein Neubau errichtet und die neue Fassade in gleicher Art und Weise hergestellt werden, „damit sich das Ortsbild nicht verändert.“ Idee Nr. 3 ist ein neues Gebäude am Standort Rastatt, was aber augenscheinlich niemand in Betracht zieht. Ein Neubau könnte auch – Vorschlag Nr. 4 – neben dem Nettomarkt entstehen. Dazu müssten Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstücks in Obstfeld aufgenommen werden. Nun kommt Möglichkeit Nr. 5, das Kreckelhaus, hinzu.

Die UWG-Fraktion: „Was kostet das eine, was das andere? Daran müssen wir uns messen.

 „Es wäre vermessen, die Idee des Kreckelhauses nicht zu prüfen“, meinte Ronny Sachse (SPD). „Beim Kreckelgebäude geht es nicht weiter. Da ist irgendetwas im Argen. Aber vor nicht allzulanger Zeit wollte jemand investieren und das Gebäude sanieren. Warum das gescheitert ist, weiß man nicht. Aber so viel Schaden kann in jüngster Zeit nicht entstanden sein, sodass wir vielleicht jetzt das Gebäude für die Verwaltung nutzen können. Sonst steht das Kreckelgebäude in zehn Jahren immer noch so da“, so Christian Pohlmann (SPD).

„Was kostet das eine, was das andere? Das ist die Frage, an der wir die Entscheidung messen müssen“, meinte Sonja Hammerschmidt für die UWG, und erklärte: „Das alte Amtshaus hat einen Charakter hier im Ort, den wir nicht zerstören möchten. Wenn wir woanders bauen, sollten wir auf jeden Fall eine andere Nutzung des jetzigen Amtshauses hinbekommen.“ Michael Schlick (CDU) geht es dagegen ganz konkret um den jetzigen Standort des Amtshauses. „Den bluten wir aus, wenn wir das Amtshaus dort herausnehmen. Wir haben den gesamten Märkischen Platz zur Verfügung. Das kann man alles integrieren.“

Dass bislang keine einzige Zahl für die einzelnen Vorschläge auf dem Tisch liegt, ärgert die Kommunalpolitiker. „Bevor wir darüber befinden, müssen wir diese Zahlen haben. Wir müssen doch wissen, was es kostet“, so Sebastian Brinker (CDU). Entschieden wurde deshalb erst einmal nichts. Denn nun sollen für alle Möglichkeiten Zahlen, Daten, Fakten – und in erster Linie besonders natürlich alle Kosten auf den Tisch.

Die Kreckelhaus-Geschichte

Seit vielen Jahren steht das Kreckelhaus am Nachrodter Feld leer. Gebaut in den 70er Jahren von Bauunternehmer Kreckel, der auch viele Gebäude – unter anderem das Schwimmbad – errichtet hatte, stand es nach der Insolvenz des Unternehmens eine Weile leer. Dann mietete es der Märkische Kreis an und brachte dort seine Bauverwaltung unter. Als der Kreis auszog, stand das Bürogebäude erneut leer, bis es vor etwa 18 Jahren die Firma CMS, die mit Müllentsorgung zu tun hatte, bezog. Diese jedoch verschwand augenscheinlich in einer Nacht- und Nebelaktion. Sodann gammelte das Kreckel-Gebäude vor sich hin. 2003 plante ein Investor, dort ein Alten- und Pflegeheim mit 80 Plätzen einzurichten. Daraus wurde nichts. Die Ist-Situation verschlimmerte sich von Jahr zu Jahr, gipfelte in zerbrochenen Fensterscheiben, rausgerissenen Kupferleitungen und Birken, die oben auf dem Flachdach in den Himmel wuchsen. Im Mai vergangenen Jahres verkündete die Firma Mencosano aus Düsseldorf, dass sie in Nachrodt ansässig werden wolle. Es sollten Bereiche für die Tagespflege, später auch Bereiche für Intensivpatienten entstehen: für Beatmungspatienten, die im Krankenhaus nicht weiter therapiert werden können. Doch nachdem die Entrümpelung startete, wissen vielleicht nur Insider, warum auch jetzt wieder alle verschwunden sind.

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