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Die Motorsäge und der kleine Fuchs

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Schläft dieser kleine Fuchs?
Schläft dieser kleine Fuchs? © Pühl

Ein Künstler aus den Niederlanden hat Holzarbeiten für den Waldlehrpfad gezaubert. Mit einer Kettensäge.

Nachrodt-Wiblingwerde – Ob der kleine Fuchs wohl schläft? Oder genießt er nur den Moment? Er hat die Augen geschlossen, während über ihm sehr neugierig ein Rabe die Umgebung beobachtet. Fantastisch anzusehen sind die Holzarbeiten, die mit einer Motorsäge geschaffen wurden – und zwar von dem Niederländer Roel van Wijlick. Im Auftrag des Hergerings hat der Künstler die Figuren in massive Eichenstämmen „geschnitten“. Die Kunstwerke werden im Frühjahr, wenn das Wetter besser ist, auf dem Waldlehrpfad aufgestellt. Eines der Kunstwerke wird auf Höhe der Einfahrt zum VCP-Heim präsentiert, das andere am grünen Klassenzimmer.

Mit Leib und Seele Kettensägenkünstler

Dass der Hegering Kontakt zu van Wijlick aufnehmen konnte, ist ein bisschen dem Zufall geschuldet. Roel van Wijlick ist mit dem Nachbarn von Walter Strüning vom Hegering befreundet. So kam eins zum anderen. Roel van Wijlick, mit Leib und Seele Kettensägenkünstler, macht neben freien Arbeiten auch Auftragsarbeiten, bei denen das Design mit dem Kunden, in diesem Fall dem Hegering, festgelegt wird. Aus jedem Stück Holz, Stumpf oder bestehenden Baum können Bilder entstehen. „Er hat uns ein Angebot gemacht und wir haben uns entschieden, zwei Eichenstämme zu nutzen. Am Waldlehrpfad ist uns leider ein Stamm verrottet“, erzählt Torsten Pühl, Vorsitzender des Hegerings, und ergänzt: „Die Fichte hat nicht so lange gehalten, deshalb nehmen wir jetzt Eiche, die soll deutlich länger halten, 50 oder 60 Jahre.“ Nun sind lebensgroße Figuren, ein Rabe, ein Hase, ein Fuchs und ein Wildschwein, auf den zwei Tonnen schweren, etwa 2,60 Meter großen Eichenstämmen entstanden.

Frei Hand umgesetzt

„Von den Figuren haben wir ihm Bilder zur Verfügung gestellt und er hat es im Grunde frei Hand umgesetzt“, freut sich Torsten Pühl über die besonderen Schmuckstücke für den Waldlehrpfad, der damit eine schöne Aufwertung erfährt. Kinder und Erwachsene dürften gleichermaßen begeistert sein von der ungewöhnlichen Holz-Kunst, die mithilfe von verschiedenen Sägeblättern sehr filigran und naturgetreu daher kommt. Drei Tage benötigte Roel van Wijlick für die Figuren, „da hatte er gut mit zu tun“, schmunzelt Torsten Pühl. Das schlechte Wetter machte dem Künstler nichts aus. Für die Feinarbeiten arbeitete er unter einer Plane. Die Verständigung klappte übrigens hervorragend: „Er spricht auch Englisch und Deutsch“, sagt Torsten Pühl. Die Arbeiten fanden auf dem Hof Tacke statt. Das wundert nicht, ist doch der Forst- und Naturexperte Karl-Heinz Tacke als „Vater und Kümmerer“ des Waldlehrpfades bekannt.

Wegtragen kann sie niemand

Mit Kran und Trecker werden die Kunstwerke in ein paar Wochen zum Waldlehrpfad transportiert. Wegtragen kann sie niemand, „umkippen vielleicht, deshalb werden wir ein Fundament herrichten“, so Torsten Pühl. 2019 konnte das zehnjährige Bestehen des Waldlehrpfades gefeiert werden. Dass der zwei Kilometer lange Rundweg am Lohagen mit seinen vielen Bäumen und Blumen, Infotafeln und dem „grünen Klassenzimmer“ keineswegs nur etwas für Kinder ist, hat sich längst herumgesprochen. An vielen Stationen und durch Informationstafeln erfahren die Besucher sehr viel Wissenswertes über die heimischen Bäume, Sträucher und Tiere. Auch Führungen werden dort angeboten, die besonders gern von Schülergruppen gebucht werden, die dann mit Karl-Heinz Tacke und Walter Strüning vom Hegering den Waldlehrpfad erkunden. So geht es beispielsweise vorbei an einem Insektenhotel und an einer echten kleinen Waldschule.

Die Kunstwerke stehen noch auf dem Hof Tacke
Die Kunstwerke stehen noch auf dem Hof Tacke © Privat
Die Holzarbeiten sind für den Waldlehrpfad
Die Holzarbeiten sind für den Waldlehrpfad © Privat
Karl-Heinz Tacke hat schon unzähligen Kindern den Wald nähergebracht.
Karl-Heinz Tacke hat schon unzähligen Kindern den Wald nähergebracht. © Keim, Thomas

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