Zauberhafte Nachbarin ersetzt das Jugendamt

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Im Sultanspalast bereitet man sich auf den Wettlauf zwischen dem kleinen Muck (Marina Moldenhauer, links) und dem großmäuligen Raschid Abu Speik (Georg Alexander Fotiadis, mit Masseur) vor.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Heute wäre ein solcher kleiner Junge, wie ihn das Amateurtheater „Brettken am Drögen Pütt“ am Samstag in dem Märchenstück „Der kleine Muck“ darstellte, wohl ein Fall für Jugendamt, Polizei und Heim. Wer nicht genug zu essen bekommt und auf der Erde schlafen muss, dem muss geholfen werden!

Auch dem kleinen Muck, einer der schönsten Figuren, die den Märchen Wilhelm Hauffs entstiegen sind, wird geholfen. Wie die zauberhafte Nachbarin Frau Gülilah (gespielt von Ilse Alexius) den kleinen Muck (Marina Moldenhauer) aus den Fängen seines grausamen Onkels Kadaif (ein herrlich polternder Andreas Hirt) rettet, ihn sieben Jahre lang in Dienst nimmt und ihm zum Abschied drei wunderbare und mächtige Geschenke macht – das zog die kleinen und großen Besucher am Samstag bei der Premienvorstellung in der Lennehalle in den Bann.

Die erste der insgesamt fünf Vorstellungen des Nachrodter Amateurtheaters war gut besucht. Schon vor Beginn der Aufführung gab es für die Zuschauer viel zu bestaunen. Das riesige Bühnenbild beeindruckte mit einem Waldhain, in dem neben Tannen auch echte Olivenbäumchen wuchsen, mit einem Sultanspalast mit Thron unter freiem Himmel und dem schmucken Haus der Frau Gülilah.

Dort beginnt auch die Handlung. Die mildtätige alte Dame kümmert sich um streunende Katzen. Deren Musik bringt Mucks Onkel Kadaif regelmäßig auf die Palme. Bei einem Zusammenstoß zwischen Onkel und Nachbarin gerät Muck zwischen die Fronten. Doch was unangenehm hätte enden können, entpuppt sich als Glücksfall. Am Ende des Tages ist der grausame Onkel Geschichte und Muck hat ein neues Heim.

Sieben Jahre vergehen wie im Flug. Nun steht der Abschied an. Frau Gülilah entlässt Muck ins Leben – mit einem Tränchen und Geschenken, die es in sich haben: Rennpantoffeln, ein Stöckchen, das Gold aufspüren kann, und eine Tasche, die alles in sich trägt, was der Mensch sich wünscht. Und damit Muck auf seiner Reise nicht allein ist, geht eine der drei Katzen der Gülilah mit auf Reisen. Pizzikati (Heidi Bellmann) ist eine treue und schlaue Gefährtin, wie sich spätestens zeigt, als sie mit Muck am Hof des Sultans Sahib Ibn Wahadi (mit großer Würde: Horst Schröder) eintrifft.

Der ist gerade damit beschäftigt, seinen Palast-Schnellläufer außer Konkurrenz zum Meister zu küren. Georg Alexander Fotiadis bot als unterforderter und über die Jahre arrogant gewordener Sprintblitz eine famose Leistung – auch und vor allem, als er die Schlappe seines Lebens hinnehmen muss, weil Muck – durch die Hilfe seiner Rennpantoffeln – ihn überholt und entthront. Diese Niederlage kann Abu Speik natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Gemeinsam mit seinem Trainer und Diätkoch Dope di Wade Ben Wok (Britta Podworny) und dem Palastminister Mirkun Abu Zaster (Michael Podworny) sinnt Speik auf Rache. Und erhält bald Gelegenheit dazu, diese zu üben. Ob der in Ungnade gefallene und des Landes verwiesene Muck am Ende doch noch an den Hof des Sultans zurückkehren darf und die Prinzessin bekommt, können alle, die die ersten beiden Aufführungen am Samstag und Sonntag verpasst haben, bei drei weiteren Vorstellungen an Mittwoch, 12. Dezember (17 Uhr), am Samstag, 15. Dezember (17 Uhr), und am Sonntag, 16. Dezember (16 Uhr), erfahren. ▪ Thomas Krumm

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