Hennes Bender: „Das wird ein schöner Abend - hab’ ich im Gefühl“

„Erregt“, so lautet nicht nur der Titel von Hennes Benders Soloprogramm. Der Comedian „erregte“ sich am Samstagabend im Laufe seiner Vorstellung - zur Begeisterung des Publikums - über vielerlei Dinge. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit der Verpflichtung von Hennes Bender für das zweite Comedy Programm vom Verein „Kulturschock“ ist es dem Veranstalter gelungen, an die 220 Besucher aufs Beste zu unterhalten.

Wer Hennes Bender kennt und mag, für den war die Lennehalle am Samstagabend die richtige Adresse. Der Comedian („Ich bin 1,60 Meter“) mag zwar gemessen an der Normalgröße eines Mannes klein sein, dafür ist er aber umso frecher. Locker und schlagfertig plauderte er immer wieder mit seinem Publikum, war um keine Antwort verlegen und bezeichnete während einer Diskussion einen seiner Zuhörer ohne jegliche Scheu als „klugscheißenden Wiener“. Der Saal gröhlte, und auch der Mann aus der Steiermark verzieh die Pöbelei mit einem herzhaften Lachen – das gehört dazu, das ist Programm. Hennes Bender schien schnell mit den Sauerländern „warm“ zu werden. Froh sei er, dass er Nachrodt-Wiblingwerde fehlerfrei bei der Begrüßung über die Lippen gebracht habe. „Ich dachte zuerst: ‚Jetzt musste in den Osten’“, sei ihm durch den Kopf gegangen, als er zum ersten Mal von der Doppelgemeinde hörte. Doch hier sei es ja ein bisschen wie im Auenland. „Das wird ein schöner Abend - hab’ ich im Gefühl“, freute sich Henne Bender und sollte Recht behalten.

Fortan macht der Comedian dem Slogan seines Soloprogramms alle Ehre. „Erregt“ lautet der Titel und es gab so einiges, über das sich Hennes Bender am Samstagabend „erregen“ konnte. Dabei teilte der gebürtige Bottroper nicht nur aus, sondern nahm sich auch gerne selber aufs Korn. Das brachte nicht nur die erhofften Lacher, sondern machte ihn auch sympathisch.

Alltägliches ist es, was Hennes Bender genau beobachtet, verarbeitete und auf der Bühne auf die Spitze treibt. Die ewigen Staus im Ruhrgebiet mit den „Stau-Austretern“ gehören dazu, die i-Phone-User „die nur noch auf ihre Telefone starren“ und die überall im Land verstreuten Karaoke-Bars, in denen angetrunkene Männer zu peinlichen Robbie-Williams-Verschnitten werden. Mit dem Thema „Älterwerden“ muss auch Hennes Bender sich seit seinem 42. Geburtstag beschäftigen, denn seitdem merke er im Knie, wenn der Wind sich dreht. „Das ist nicht lustig“ schimpfte er das Publikum, das durchaus Gefallen an seinem Darmspiegelungs-Bericht hatte. Und es sollte auch nicht der letzte Beitrag an diesem Abend sein, dem die Zuhörer tosenden Applaus schenkten. ▪ sr

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