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Gemeindesportverband in Nachrodt? Diskussion am Montag

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Als der Gemeindesportverband aufgelöst wurde, gab es auch keinen Sportabzeichentag mehr.
Als der Gemeindesportverband aufgelöst wurde, gab es auch keinen Sportabzeichentag mehr. © Volker Griese

Das wird eine enge Abstimmung, wenn es überhaupt dazu kommt: Am Montag, 16. Januar, entscheidet sich, ob ein neuer Gemeindesportverband in der Gemeinde gegründet wird – oder eben nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Sportausschuss-Vorsitzende Anne Klatt hat auf Wunsch der Gemeindeverwaltung alle Vereinsvertreter zu einer Sitzung geladen, die um 19 Uhr im Vereinsheim der SpVgg Nachrodt beginnt.

Doch während der TuS Nachrodt „total begeistert“ von der Idee ist, sieht der TV Wiblingwerde „überhaupt keinen Sinn in der Aktion.“

Tatsächlich sind die Akteure von heute fast dieselben, die 2015 im Jahr seines 50-jährigen Bestehens den Gemeindesportverband in die Versenkung schickten. Damals hatten Vorsitzender Uwe Perlowsky, sein Stellvertreter Jörg Grote, Geschäftsführerin Ingrid Ladwein, Sportabzeichenbeauftragter Jörg Tybussek, Sportwart Axel Koch und Kassenwart Jürgen Ruyter in der Jahreshauptversammlung 2014 allen Sportinteressierten ein halbes Jahr eingeräumt, um mögliche Nachfolger für die Vorstandsarbeit zu finden. Doch die gab es nicht. Das Ende war besiegelt.

Mittlerweile hat sich aber gezeigt, dass durch die Auflösung des Gemeindesportverbandes weit mehr als nur der Sportabzeichentag fehlt. „Ich würde mich freuen, wenn man neu starten könnte. Wir haben beispielsweise beim Thema ,Moderne Sportstätten’ die Vereine an einen Tisch gerufen. Es ist natürlich einfacher, wenn es einen Gemeindesportverband gibt“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat, die den Gemeindesportverband als Bindeglied betrachtet. Sie weiß aber auch: „Es wird schwierig.“ Ob es bei den Diskussionen rund um die Sanierung der Turnhalle Holensiepen weniger Ärger gegeben hätte, ist allerdings reine Spekulation.

Bei der Zusammenkunft am Montag werden die Bürgermeisterin als auch der Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz mit von der Partie sein. „Wenn die Vereine Unterstützung brauchen, sind wir gerne bereit, etwas zu tun. Ich finde es einfach wichtig, dass es so etwas gibt. Alleine auch schon, wenn es um die Belegung der Hallen geht. Manches gestaltet sich dann einfacher“, findet Birgit Tupat. Damals, bei der Auflösung, hätten die Akteure aus reinen Altersgründen die Entscheidung getroffen, nicht, weil sie keine Lust mehr gehabt hätten. Doch jünger geworden ist niemand. In den Vereinen hat sich an der Spitze kaum etwas verändert. Einzig Peter Krummenerl hat nach 26 Jahre als Kopf der Sportvereinigung sein Amt an Jan Schröder abgegeben.

Nun gilt es also, die Sportler von den alt-neuen Wegen zu überzeugen. Bei Heinz Even, Vorsitzender des TuS Nachrodt, werden damit offenen Türen eingerannt. „Grundsätzlich bin ich dafür. Der ganze TuS war damals gegen die Auflösung“, so Heinz Even. Wenn sich keine Leute finden, „weil man ohnehin genug in den Vereinen zu tun hat als Vorstand oder Übungsleiter, dann könnten sich doch auch die Politiker einbringen und im Vorstand mitarbeiten“, schlägt Heinz Even vor. Er selbst möchte nicht den Hut aufsetzen, „ich gebe ihn eher ab“, erzählt der Vorsitzende des TuS, der sich im nächsten Jahr zurückziehen möchte. „Dann muss eine Nachfolge her. In der zweiten Reihe arbeite ich gerne weiter mit. Aber nicht mehr vorne weg.“

Nicht dabei ist am Montag Jens Grote, Vorsitzender des TV Wiblingwerde. Er ist beruflich in Fulda und findet einen Gemeindesportverband ohnehin unnötig. „Wenn wir ein Gremium benötigen, um miteinander zu sprechen, dann haben wir irgendetwas falsch gemacht“, sagt Jens Grote. Man müsse für einen Gemeindesportverband wieder Leute suchen, die den Vorstand bilden würden. „Das haben wir alles hinter uns und das hat nicht klappt“, sagt der Wiblingwerder.

Die Vereine würden kaum eigene Vorstände finden, geschweige denn Leute für ein weiteres Gremium. „Dann sollte man sich doch lieber zwei, dreimal im Jahr in lockerer Runde treffen. Da kann man Probleme besprechen und da kann gerne auch die Gemeindeverwaltung dabei sein“, schlägt Jens Grote vor. Wenn er etwas mit Akteuren von anderen Vereinen zu bereden hätte, „dann rufe ich die an.“ Dass wichtige Themen mit einem Gemeindesportverband als Bindeglied einfacher würden, glaubt Jens Grote nicht.

Noch nicht klar ist, wer am Montag alles dabei sein wird. „Ich habe alle sporttreibenden Vereine angeschrieben“, sagt Anne Klatt. Zunächst müsse besprochen werden, ob überhaupt Interesse besteht, „und ob es Leute gibt, die bereit sind, mitzumachen“, so Anne Klatt. Sie hat Unterlagen über die Richtlinien und Aufgaben eines Gemeindesportverbandes zusammengestellt. Nur, wenn es ein Okay in der Sitzung gibt, wird mit dem Kreissportbund eine weitere Versammlung einberufen.

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