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„Da haben wir nicht lange diskutieren müssen“: Das ist der Ehrenamtspreisträger 2022

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Hans Wehr informierte die Gäste bei den Hallentrödel-Tagen immer gern über das Hallenbad-Angebot.
Hans Wehr informierte die Gäste bei den Hallentrödel-Tagen immer gern über das Hallenbad-Angebot. © Susanne Fischer-Bolz

„Ich bin total überrascht und freue mich riesig. Ich weiß gar nicht, wer mich vorgeschlagen hat“, sagt Hans Wehr schmunzelnd.

Der 83-Jährige ist der Ehrenamtspreisträger 2022. Die feierliche Verleihung findet im Rahmen der Ratssitzung am 20. Juni ab 17 Uhr in der Sekundarschule statt.

Für den Arbeitskreis „Ehrenamtspreis“ war die Entscheidung in diesem Jahr augenscheinlich einfach: „Da haben wir nicht lange diskutieren müssen“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Zehn Bürger waren vorgeschlagen worden. Hans Wehr bekam ein einstimmiges Votum von der Jury mit Iris Krutz, Elfriede Sickart, Petra Triches, Anne Klatt, Christian Pohlmann und der Bürgermeisterin. Das Gremium schlug dem Rat die Ernennung vor, der gerne zustimmte.

Seit der Jugend ehrenamtlich in Nachrodt tätig

Mit Hans Wehr bekommt ein Nachrodter die Urkunde, der seit seiner Jugend ehrenamtlich in der Doppelgemeinde tätig ist. Es immer war und immer blieb. Bereits mit 14 Jahren übernahm er die Jugendleiterausbildung, mit 15 Jahren die Aktion Sternsinger. „Da gab es das in Altena noch gar nicht, aber in Nachrodt“, erzählt der sympathische Preisträger.

38 Jahre lang arbeitete er im Kirchenvorstand St. Josef mit. Mit 25 Jahren wurde er auch noch Vorsitzender der KAB St. Josef. Und zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates des St.-Vinzenz-Krankenhauses wurde er ebenfalls berufen. „Allerdings war da alles schon zu spät“, erzählt Hans Wehr mit Blick auf die Schließung des Krankenhauses in der Burgstadt.

Engagement im Förderverein Gartenhallenbad

Sehr bekannt wurde Hans Wehr aber aufgrund seines Engagements im Förderverein Gartenhallenbad. Mit all seiner Kraft hat er geholfen, das Schwimmbad am Holensiepen nicht nur zu erhalten, sondern ihm zu neuer Blüte zu verhelfen. Hans Wehr fühlte sich eng verbunden mit dem Gartenbad, weil er als junger Mann im Gemeinderat war, als der Bau des Schwimmbades beschlossen und in die Tat umgesetzt wurde. Erst vor wenigen Wochen gab er den Vorsitz im Trägerverein an Ulrich Knoop ab.

Das Motto für jedes Engagement: „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist eine Arbeit, die unbezahlbar ist.“ Hans Wehr arbeitet auch bis heute im Arbeitskreis Weihnachtsmarkt mit. „Ich habe die Musik schon bestellt“, erzählt er von den Planungen für das Fest in diesem Jahr. Jan Schneider ist dann natürlich auch wieder an Bord, um den Nachrodt-Wiblingwerdern am Holensiepen einige unbeschwerte Stunden zu ermöglichen.

Tätig in der Hospizarbeit

Und es gibt tatsächlich noch ein weiteres Ehrenamt von Hans Wehr, von dem nur wenige Personen wissen: Er betreut Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. „Wir hatten in Nachrodt eine ambulante Hospizgruppe gegründet, die von Pastor Kube organisiert war. Die haben wir vor zehn Jahren an die Arche übergeben“, erzählt Hans Wehr. Anders aufgestellt, blieb die Betreuung aber natürlich vor Ort bestehen. Erst vor zwei Wochen begleitete der Ehrenamtspreisträger einen Menschen bis zum Tod. „Das ist ein sehr schönes Ehrenamt“, erzählt er.

Oft brauche der Sterbende, aber auch der Partner jemanden zum Reden, um die Vergangenheit aufzuarbeiten zum Beispiel, oder über das zu sprechen, was man im Leben gemacht oder eben nicht gemacht habe. „Es ist nicht nur alles traurig. Am Sterbebett wird auch gelacht und nicht nur geweint“, sagt Hans Wehr.

Der Ehrenamtspreis

Mit dem Ehrenamtspreis, der seit 2017 vergeben wird, werden Personen und Gruppen geehrt, die sich durch ein außergewöhnliches und über dem Durchschnitt liegendes ehrenamtliches Engagement auszeichnen. Das war zum Beispiel auch der Bürgerbusverein oder die Aktion „Helfen und helfen lassen“. Das Engagement muss unentgeltlich (Aufwandsentschädigungen ausgeschlossen) erfolgen und kann sich grundsätzlich auf alle Lebensbereiche beziehen. Der Ehrenamtspreis wird in Form einer Urkunde und eines individuellen Gutscheins im Wert von 200 Euro verliehen. Er ist teilbar und kann in jedem Jahr an bis zu zwei Preisträger vergeben werden, wie dies bei Karl-Heinz Tacke und Siegfried Kruse der Fall war. Auch Elfriede Sickart hat den Preis bekommen. Im vergangenen Jahr gab es keine Verleihung, da nur zwei Vorschläge eingegangen waren. Und: Beide konnten den Arbeitskreis nicht überzeugen.

Für alle ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde steigt in Nachrodt ein Grillfest – und zwar am Freitag, 3. Juni, ab 17 Uhr am Feuerwehrgerätehaus am Holensiepen. Bürgermeisterin Birgit Tupat und ihr Team aus dem Amtshaus bewirten die Gäste.

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