Coronavirus: Schutzmasken ausverkauft 

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In der Lenne-Apotheke: Jaqueline Daly (links) und Anja Albersmeier, sind die masken ausverkauft.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Angst ist groß: In der Lenne-Apotheke sind Schutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft. Derweil herrscht beim Arzt Gelassenheit.

Die Verunsicherung ist groß. Allerorts beschäftigt die Menschen augenscheinlich nur noch ein Thema: das Coronavirus. Seit Freitagnachmittag gibt es denersten Verdachtsfall im Märkischen Kreis. Ein Lehrer der Mosaikschule zeigt Symptome des Coronavirus. Es herrscht Sorge vor einer Epidemie. 

„Sorge ist berechtigt, Panik aber nicht“, sagt Dr. Matthias Hartig. Der Allgemeinmediziner aus Nachrodt, der seine Praxis an der Altenaer Straße 43 hat, äußert sich im Gespräch mit dem AK gelassen: „Auch die Verunsicherung meiner Patienten hält sich in Grenzen, sie gehen rational damit um.“ Von Hysterie könne in Nachrodt keine Rede sein. 

Riesen-Nachfrage

Tatsächlich mache er auch Hausbesuche wie immer – und es gebe keine besonderen Vorkommnisse. 

Das beurteilt Apothekerin Jaqueline Daly doch anders. Sie spürt die Angst der Menschen erheblich. In ihrer Lenne-Apotheke sind die Einweg-Mundschutz-Masken ausverkauft. Und: „Ich habe gestern meine letzten Desinfektionsmittel abgegeben und habe Sorge, was ich mit den Patienten mache, die regelmäßig am Monatsanfang ihre Desinfektionsmittel bekommen“, sagt Jaqueline Daly. 

Fehlender Impfstoff ängstigt viele

Dass über jeden bestätigten Corona-Einzelfall berichtet wird, hält Dr. Matthias Hartig für sehr übertrieben, während die Berichterstattung für die Apothekerin dagegen zu ungenau ist. „Was bedeutet es denn genau, dass die Menschen gefährdet sind, die Vorerkrankungen haben? Nur die Älteren sind es sicher nicht. Es gibt viele Diabetiker, die jünger als 60 Jahre sind. Ich finde, dass wir diesbezüglich nicht gut informiert sind“, sagt Jaqueline Daly. 

Die Apotheken, durchaus Anlaufstelle für viele Bürger, seien nicht expliziert informiert und vorbereitet worden. Verharmlosen möchte auch Dr. Matthias Hartig die aktuelle Situation nicht. Dass es bislang keinen Impfstoff zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion gibt, dürfte nach Meinung des Hausarztes auch der Grund für die Furcht bei den Menschen sein. „Das macht natürlich Angst.“ 

Arzt: "Sorge ja, Panik nein"

Hinzu komme die große Wahrscheinlichkeit, dass man das Virus nicht aufhalten könne. „Es gibt Fachleute, die sagen, dass es nicht mehr zu stoppen ist.“ Übrigens: Der Lüdenscheider Lehrer soll am 15. Februar an der karnevalistischen „Kappensitzung“ im Ortsteil Langbroich-Harzelt von Gangelt (Kreis Heinsberg) teilgenommen haben. Dort soll er Kontakt mit einer Person gehabt haben, deren Infektion mit dem Coronavirus als bestätigt gilt. 

Alle Kontaktpersonen zu ermitteln, hält auch Dr. Hartig für schwierig. Trotzdem sagt er: „Sorge ja, aber keine Panik.“ Der Nachrodter Allgemeinmediziner gibt ganz klare Verhaltensregeln heraus: „Abstand halten, keine Hände schütteln und keine Großveranstaltungen besuchen.“ 

Noch kein Test

Es sind dieselben Maßnahmen wie bei einer Grippe. „Es gibt sehr oft sehr schwer kranke Menschen, denen die Grippe den letzten Rest gibt.“ Als Arzt müsse man die Menschen sehr gezielt auf eine Impfung ansprechen. 

Übrigens: Auf den neuen Virus wurde in der Praxis Dr. Hartig noch kein Patient getestet. Ein Schnelltest ist auch insofern nicht in einer Stunde möglich, da nach dem Abstrich die Untersuchung im Labor in Iserlohn stattfindet

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