Riesen-Resonanz auf Trauerfeier per Livestream

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Per Kamera wurde die Trauerfeier aus der St.-Michaelskapelle ins Netz übertragen.

Nachrodt-Wiblingwerde – 200 Menschen haben sich von Gerlinde Kühn verabschiedet. Sie verfolgten die Trauerfeier im Internet. Es gibt einen weiteren Abschied auf hoher See.

Von großer Anteilnahme berichtet Reinhard Kühn, dessen Familie zur Trauerfeier für seine verstorbene Frau Gerlinde einen ungewöhnlichen Schritt ging: Die Trauerfeier, gehalten von Pastor Gerald Becker, war im Internet übertragen worden. 

Es war das erste Mal in der Geschichte der Doppelgemeinde. Die Familie habe vor dem Problem gestanden, dass in der St. Michaels-Kapelle, wo die Trauerfeier stattfand, wegen der Auflagen zum Coronaschutz nur 22 Besucher einen Platz bekommen konnten. 

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Das reichte bei weitem nicht für den Kreis an Freunden, die sich von seiner Frau verabschieden wollten, erzählt Reinhard Kühn. 

Da sei es ein glücklicher Umstand gewesen, dass einer seiner Söhne guten Kontakt zu einem Veranstaltungstechniker habe, der unter anderem für die Live-Übertragung von Gottesdiensten aus dem Kiliansdom in Iserlohn-Letmathe verantwortlich zeichnet. 

So habe man sich entschieden, die Trauerfeier mit professioneller Hilfe im Internet für eine größere Gruppe Trauernder zugänglich zu machen. 

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Die Resonanz war enorm. „Es haben mindestens 200 Menschen zugesehen“, sagt Reinhard Kühn. „Es war uns wichtig, dass jeder ein gutes Gefühl hatte.“ Er habe in der Zeit des Abschieds von seiner Frau sehr viel Zuspruch und viele gute Gespräche erfahren, sagt Reinhard Kühn. 

Abschied auf hoher See 

Gerlinde Kühn, die auch im Kirchenchor und beim Nachrodter Kulturschock aktiv war, war im Alter von 59 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. 

Der letzte Abschied wird nun auf hoher See vor Norddeich stattfinden, denn dort ist für den Montag, 15. Juni, die Seebestattung vorgesehen. Das Schiff bietet Platz für bis zu 150 Personen. 

Wie viele Teilnehmer tatsächlich mitfahren können, ist noch immer unklar. „Viele Freunde haben aber bereits gesagt, dass sie mitfahren und sich notfalls an den Kai setzen“, berichtet Reinhard Kühn. Um Gerlinde Kühn auf ihrer letzten Reise zu begleiten.

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