Stress beim TuS Nachrodt: Mitglieder wollen keine Beiträge zahlen

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Sport ist derzeit nicht möglich beim TuS Nachrodt: Darum wollen einige Mitglieder keine Beiträge zahlen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Einige Mitglieder der Schwimmabteilung im TuS Nachrodt haben ihre Beiträge zurückgebucht. Der Vorsitzende ist sauer.

Gesperrte Sportplätze, geschlossene Turnhallen, keine Schwimmkurse: Noch bis mindestens zum 3. Mai ändert sich das nicht. Und es ist mehr als wahrscheinlich, dass gerade deshalb sehr viele Mitglieder des TuS Nachrodt ihre Mitgliedsbeiträge wieder zurückgebucht haben. Dabei handelt es sich um Beiträge für die Schwimmabteilung, die jetzt sehr in Not ist. 

Heinz Even, Vorsitzender des TuS Nachrodt, ist verärgert und enttäuscht: „Es ruft niemand an, da wird nicht kommunziert. Es werden einfach die Beiträge zurückgebucht. Das ist eine Sauerei.“ 

Coronavirus in Nachrodt: Rechtlich eindeutige Lage

Und: „Es ist nicht legitim. Die Mitglieder haben aufgrund der Corona-Pandemie kein Sonderkündigungsrecht“, sagt Heinz Even. Wenn sich jemand beim Sportverein anmelde, kaufe er nicht automatisch Kurse. 

Die rechtliche Seite sieht genau so aus, bestätigt Patrick Krone vom Kreissportbund: „Die Beiträge sind nicht explizit für ein Angebot, sondern für den Verein selbst.“ Der Beitrag stellt nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen kein Entgelt dar, sondern ist die satzungsmäßige Verpflichtung der Mitglieder, damit der Zweck des Vereins verwirklicht werden kann. 

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Patrick Krone empfindet es zudem als unsolidarisch von Vereinsmitgliedern, so zu handeln. Stattdessen solle man in den Dialog treten. Fakt ist: Wenn alle Mitglieder plötzlich ihren Beitrag zurückfordern, kann das Vereine in finanzielle Nöte bringen. 

Coronavirus in Nachrodt: Problem für laufende Einnahmen

Abgedeckt sind mit den Einnahmen neben dem Trainingsbetrieb nämlich auch laufende Kosten wie Verbandsabgaben oder Versicherungsbeiträge. 

Die Beiträge für den Hauptverein zieht der TuS Nachrodt erst Mitte des Jahres ein. 50 Euro Jahresbeitrag pro Person. „Wenn die Leute so drauf sind, wird das dann nicht anders sein“, glaubt Heinz Even und appelliert an alle Mitglieder, den Verein in schwierigen Zeiten nicht hängen zu lassen. „Man kann doch über alles reden. Und natürlich werden wir uns Gedanken machen, wie wir den Ausfall auch wieder gutmachen können.“ 

So macht's der TV Wiblingwerde

So sieht es auch Jens Grote. Vorsitzender des TV Wiblingwerde, der für dieses Jahr die Beiträge anpassen, also kürzen möchte. Die Wiblingwerder haben aktuell nicht mit Beitragsrückbuchungen zu kämpfen, „weil wir erst im Oktober oder November abbuchen“, sagt Jens Grote. 

Bis dahin sei sicher vieles wieder gerade gerückt. „Wenn wir ein halbes Jahr keinen Sport anbieten können, dann müssen wir uns natürlich etwas überlegen.“ Jens Grote glaubt aber sicher, dass die Mitglieder nicht austreten werde.

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