Mehr Angebot als Nachfrage: Große Welle der Hilfsbereitschaft in Nachbarschafts-Netzwerken

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Vor allem Einkaufshilfe  nehmen Senioren über die Hilfsnetzwerke an.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Mehr Helfer als Bedürftige gibt es derzeit bei den lokalen Netzwerken. Nur in Nachrodt ist das anders.

Schon zu Anfang der Coronakrise wuchs die Hilfsbereitschaft in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde. Mehrere Netzwerke bildeten sich, um Menschen in dieser Zeit zu unterstützen. 

Eines hat sich auch nach mehreren Wochen nicht geändert: Es gibt nach wie vor mehr Helfer als Menschen, die die Hilfe in Anspruch nehmen. „Wir haben 60 Personen als Helfer, aber nur 20 feste Vermittlungen“, sagt zum Beispiel Anette Wesemann, Mitarbeiterin der Stadt Altena, die die Koordination des Stadtnetzwerkes „Altena hilft“ übernimmt. 

Coronavirus in Altena: Dame bedankt sich für Ostergruß

Für diese Personen werde regelmäßig der Einkauf oder Ähnliches erledigt. Darüber hinaus gebe es allerdings auch einmalige Hilfen. „Viele, die die Hilfe in Anspruch nehmen, sind sehr dankbar. Erst vor ein paar Tagen rief mich eine Dame an, die sich bedanken wollte. Die Familie, die sich um sie kümmert, hatte ihr einen Ostergruß vor die Tür gestellt“, berichtet Anette Wesemann. 

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In erster Linie wenden sich ältere Menschen an das Netzwerk, aber auch einige Jüngere, die krank sind oder Angst haben. Auch wenn ab Montag (27. April) die Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen in Kraft tritt, glaubt sie, dass der Service weiterhin in Anspruch genommen wird. „Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die eine oder andere weitere Anfrage kommt, wenn zum Beispiel jemand keine Maske bekommen konnte. Wir sind auf jeden Fall da, freuen uns über jeden und haben genügend Leute“, sagt Anette Wesemann.  Das Helferangebot sei über die gesamte Stadt verteilt. 

Coronavirus in Altena:  fester Stamm von 15 Hilfsbedürftigen

Auch Heinz Wagener stellt in der Gruppe „Altenaer helfen Altenaern“ einen festen Stamm von rund 15 Personen fest, die jede Woche anrufen und um einen Einkauf bitten. Dazu zählen sowohl jüngere Menschen, die nicht rausgehen möchten oder gesundheitliche Einschränkungen haben, als auch ältere Personen. „Die Aktion ist gut angelaufen. Die ersten Anrufe kamen mit der Kontaktsperre. Gerade in der Woche vor Ostern hatten wir gut zu tun. Mittlerweile ist es wieder etwas abgeflaut“, berichtet Heinz Wagener. 

Coronavirus in Nachrodt: 15 Helfer helfen 28 Personen

In Nachrodt-Wiblingwerde wird das Nachbarschaftsnetzwerk ebenfalls gut angenommen. In den letzten fünf Wochen betreute die 15-köpfige Gruppe um Aykut Aggül 28 Personen. „Es sind immer wieder neue Leute dazu gekommen und dafür sagen andere: Danke, aber jetzt komme ich alleine klar“, berichtet Aykut Aggül.

Vor allem ältere Menschen ab 70 Jahren würden das Angebot annehmen. Der Lebensmitteleinkauf habe dabei die größte Priorität, aber auch andere Dienstleistungen werden angeboten. 

So werden auch Medikamente gebracht oder es wird in Ausnahmefällen bei Arztbesuchen geholfen. Aber nur, wenn das unbedingt nötig ist. „In dem Fall wird zuvor alles telefonisch abgesprochen, zum Beispiel, dass nur mit Handschuhen und Mundschutz gefahren wird. Und ich bitte die Personen, sich nach hinten zu setzen“, sagt Aykut Aggül.

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