"Ausreden kommen jeden Tag"

Maskenpflicht wird ignoriert: Ladenbesitzerin aus MK hat "Nase voll"

Christíane Schauerte muss in ihrem Lotto-Laden oft über die Maskenpflicht diskutieren.
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Christíane Schauerte muss in ihrem Lotto-Laden oft über die Maskenpflicht diskutieren.

„Ich habe wirklich die Nase voll“, sagt Christiane Schauerte, die den Lottoladen an der B236 betreibt. Viele Kunden ignorieren die Maskenpflicht trotz Coronavirus und sind uneinsichtig.

  • Eine Ladenbesitzerin im MK ist sauer, weil ihre Kunden die Maskenpflicht ignorieren.
  • In den Lotto-Laden in Nachrodt kommen viele ohne Mundschutz trotz Coronavirus.
  • Im Amtshaus gegenüber gibt es keine Probleme mit Masken-Verweigerern.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Die Maskenpflicht, eigentlich mittlerweile in Zeiten des Coronavirus' selbstverständlich, wird in ihrem kleinen Laden für Zeitungen und Zeitschriften, Tabak und Zigaretten sowie eine Lotto-Annahmestelle, immer wieder ignoriert. 

„Ich möchte doch nur Zigaretten, ich bin doch Stammkunde oder ähnliche Ausreden kommen Tag für Tag“, erzählt Christiane Schauerte. Während sie lange Zeit geduldig reagiert hat, schickt sie die „Unbetuchten“ jetzt grundsätzlich aus ihrem Geschäft in Nachrodt sofort wieder hinaus. „Es gibt aber immer Diskussionen, und manchmal sind die Leute richtig feindselig zu uns.“ 

Maskenpflicht in Corona-Zeiten: Leute nehmen Schutz nicht mehr ernst

Man müsse sich doch überall an die Spielregeln halten, nicht nur in Lebensmittelgeschäften. Christiane Schauerte glaubt, dass besonders die kleinen Läden mit der Ignoranz der Menschen zu kämpfen haben. 

Aber sie ist sich auch sicher, dass viele Kunden die Anordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht mehr ernst nehmen. „Wir haben hier in Nachrodt ja keine Infizierten mit dem Coronavirus. Vielleicht liegt es daran“, überlegt die Geschäftsfrau, die sich und ihre Mitarbeiterin natürlich auch schützen möchte. Acrylglasscheiben sind eingebaut. 

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK lesen Sie hier in unserem Ticker +++

Und Christiane Schauerte trägt ebenso wie ihre Mitarbeiterin im Kundenkontakt auch eine Mund-Nasen-Bedeckung – was sie selbst anstrengend empfindet, „aber eben nicht zu ändern ist“. 

Dass die Menschen die Corona-Regelungen nicht mehr so ernst nehmen, bestätigt eine Mannheimer Studie. Danach lässt die Akzeptanz seit Ostern deutlich nach

Coronavirus in Nachrodt: Ganz andere Erfahrungen mit Masken im Amtshaus

Gleich gegenüber des Ladens, im Amtshaus, gibt es überhaupt keine Probleme mit sorglosen oder uneinsichtigen Bürgern. Im Gegenteil. „Die Leute haben schon vor der Tür eine Maske auf“, erzählt Mark Wille, der sich mit Ortrud Itzigehl im Bürgerservice um die Anliegen der Menschen aus Nachrodt-Wiblingwerde kümmert. Seit einer Woche läuft der Kundenverkehr wieder – und zwar reibungslos. 

Es werden grundsätzlich Termine vergeben – ab 8 Uhr morgens im 30- Minuten-Rhythmus. Manche Anliegen dauern auch länger – wie die Einbürgerung beispielsweise. Schon bei der Terminvergabe wird auf alle Hygienevorschriften inklusive Maskenpflicht hingewiesen. „Und alle halten sich daran“, sagt Ortrud Itzigehl. In einer Tankstelle in Iserlohn sorgte die Vorschrift sogar für Randale.

Coronavirus in Nachrodt: 100 bunte Masken für Verwaltung

Jeder Gast muss sich zudem in eine Liste eintragen, um mögliche Infektionswege nachhalten zu können. 28 Tage werden die Namenslisten jeweils aufgewahrt. Acrylglasscheiben in allen Büros und Masken für alle Amtshausmitarbeiter sind selbstverständlich. Die Mund-Nase-Bedeckungen – teilweise mit fröhlichen Figuren – wurden übrigens von Birgit Schulte-Pinto genäht. Die Gemeinde hatte 100 Stück in Auftrag gegeben

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