Corona-Fall im Waldkindergarten: So liefen die Tests am Drive-In für Kinder und Erzieher

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Wenn es denn unbedingt sein muss... Lisa (3) ist nicht wohl beim Gedanken an ein Stäbchen in ihrem Mund. Doch mit Überzeugungskraft der Mama lässt sie sich den Coronatest in der Drive-In-Teststation gefallen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Zehn Kinde rund vier Erwachsene mussten zum Corona-Test, nachdem eine Erzieherin positiv getestet worden war: Nicht so einfach mit kleinen Kindern.

Schon am Morgen hängt der Haussegen ein wenig schief. Lisa (Name von der Redaktion geändert) möchte in den Kindergarten. Sie versteht nicht, warum sie heute nicht mit ihren Freundinnen spielen darf. 

Und noch weniger versteht sie, warum eine fremde Frau mit einem Stäbchen in ihren Mund möchte. Es ist Dienstagmorgen, 9.45 Uhr: Die Autoschlange vor dem Wiblingwerder Schulhof wird immer länger. Nach und nach trudeln alle Kinder und Erzieherinnen des Waldkindergartens ein. 

Coronavirus in Nachrodt: Tests mit Kindern nicht einfach

Wegen des bestätigten Corona-Falls müssen alle, die zwischen vergangenem Dienstag und Freitag direkten Kontakt mit der infizierten Erzieherin hatten, zum Reihentest erscheinen. 

So auch Lisa mit ihrer Mutter. Noch stehen sie in der Schlange, beobachten wie die Mitarbeiterin des Kreisgesundheitsamts die Drive-In-Station einrichtet. 

Für die Mitarbeiterin ist das nichts Besonderes mehr. Sie macht das täglich. Wie viele Tests sie schon durchgeführt hat, weiß sie nicht. Aber es waren viele. Und sie weiß, dass es heute nicht ganz einfach wird. Kinder sind schließlich nicht immer ganz einfach. 

Dicke Tränen bei Dreijähriger

„Man muss Geduld haben und das Vertrauen gewinnen. Das klappt schon“, sagt die Testerin, die gerade die Formulare auf dem Tisch sortiert. Während sie ihrer täglichen Routine nachgeht, sitzt Lisa im Auto und weint. 

Dicke Tränen kullern über die Wangen der Dreijährigen. „Ich will das nicht machen“, jammert sie. Die Mutter versucht sie zu beruhigen: „Das wird gar nicht schlimm, die Frau ist bestimmt ganz nett. Und wenn wir hier fertig sind, gehen wir ins Planschbecken.“ 

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Doch insgeheim hat auch die Mutter ein wenig Bedenken: „Ich habe gehört, dass die Tests sehr unangenehm sind und man dabei würgen muss. Aber so ist das jetzt. Da müssen wir durch, und wir wollen ja auch wissen, was jetzt Sache ist.“ 

Wie beim Zahnarzt: Mund auf, dann geht's schnell

Lisa ist an der Reihe. Mit großen Augen starrt sie die Frau in dem gelben Schutzanzug an. Sie ist sich sicher: „Ich mache den Mund nicht auf.“ 

Doch die Mitarbeiterin ist auch eine Kinderexpertin. Schnell hat sie das kleine Mädchen in ein Gespräch verwickelt und erklärt ihr ganz genau, was gleich passiert: „Warst du schon einmal beim Zahnarzt? So musst du auch hier den Mund öffnen, und ich schaue mit diesem Stäbchen hinein. Das geht ganz schnell.“ 

Lisa überlegt kurz und findet die Vorstellung ganz spannend. Schnell öffnet sie den Mund und macht mit. Keine zwei Minuten hat es gedauert. „Jetzt erzähl' meiner Freundin, dass ich ganz mutig war. War gar nicht schlimm“, freut sich Lisa. 

Aber eines hat sie nicht vergessen: „Mama, jetzt Eis und dann in den Pool."

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