Klage gegen Windräder in Veserde: Drei SPD-Vertreter entscheiden nicht mit

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Erdbeerkuchen für die Verwaltung: Dieses Dankeschön für die Arbeit in schweren Zeiten überreichten der SPD-Ratsherr Aykut Aggül (Mitte) und der sachkundige Bürger André Gütting (links) an Bürgermeisterin Birgit Tupat. An der Ratssitzung nimmt Aggül nicht teil.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Rat entscheidet über eine Klage gegen die Genehmigung zweier weiterer Windräder in Veserde. Doch nicht alle Volksvertreter sind dabei.

Nicht mit sieben, sondern nur mit vier Vertretern werden die Sozialdemokraten am  Montag (27. April) an der Sitzung des Rates in der Lennehalle teilnehmen: Gerd Schröder, Martin Neumann, Ronny Sachse und Rita Joergens. Aykut Aggül hat sich dagegen entschieden. „Ich bin eine tragende Säule der Hilfsorganisation und Parteivorsitzender. Bürger haben mich direkt angesprochen und angerufen, wie ich es verantworten könnte, in diesen Zeiten an der Sitzung teilzunehmen“, sagt der SPD-Ratsherr.

In den vergangenen Wochen sei er hin- und hergerissen gewesen, „aber immer der Meinung gewesen, dass der Hauptausschuss tagen sollte“. Aykut Aggül ist der jüngste Ratsherr. 

Klage: Haltung der SPD unklar

Sorge, dass die SPD ihre Meinung zum Thema Windkraft aufgrund der geringeren Stimmzahl nicht durchsetzen kann, hat Aykut Aggül nicht. „Ich weiß nicht, ob unsere Meinung von den anderen getragen wird. Aber wenn die anderen ohnehin anders abstimmen würden, würden wir sowieso nicht durchkommen.“ Und die vier SPDler würden auch nur mit Bauchschmerzen kommen. Welche Meinung zum Thema Windkraft die SPD-Fraktion vertreten wird, verrät er nicht. 

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Überrascht ist die CDU vom neuen Vorstoß der SPD, nur mit kleiner Mannschaft anzutreten. Die Christdemokraten kommen geschlossen zur Ratssitzung. „Das war nicht meine Entscheidung, sondern die der gesamten Fraktion. Natürlich ist es jedem freigestellt, aber das Thema Windenergie ist von so großer Bedeutung, dass alle Mandatsträger ihrer Aufgabe nachkommen wollen“, sagt Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU. 

Coronavirus in Nachrodt: Bürgermeisterin unwohl vor Sitzung

Zudem gebe es viele Berufsgruppen, die jetzt tätig seien, die Schulen gingen wieder an den Start, Geschäfte würden nach und nach wieder öffnen, da sei es wichtig, auch in der Kommunalpolitik Stellung zu beziehen. 

Bürgermeisterin Birgit Tupat ist nicht ganz wohl in ihrer Haut, wenn sie an die Sitzung des Rates heute denkt. „Hier im Amtshaus halte ich Telefonkonferenzen mit meinen Mitarbeitern ab, um so wenig wie möglich Kontakte zu haben. Wir haben von Anfang an gesagt, dass eine Ratssitzung unter aktuellen Bedingungen schwierig wird. Als es die Möglichkeit gab, den Hauptausschuss tagen zu lassen, haben wir sofort die Fraktionen unterrichtet. Aber das war nicht gewünscht und jetzt ist es ohnehin zu spät“, sagt Birgit Tupat mit Blick auf fristgerechte Einladungen. 

Coronavirus in Nachrodt: UWG hätte Hauptausschuss entscheiden lassen wollen

Die UWG wäre auch sehr erleichtert gewesen, wenn nur der Hauptausschuss getagt hätte, aber nimmt die Situation entspannt. „Ich spreche noch mal mit meiner Fraktion. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn die Älteren aufgrund der Gefährdung nicht kommen würden, aber aktuell wird nur Walter Voss nicht an der Sitzung teilnehmen“, sagt Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG. 

Eine geheime Abstimmung zum Thema Windenergie begrüßt Petra Triches. „Dann fühlen sich alle nicht so unter Druck gesetzt.“

Die Sitzung beginnt am Montag um 17 Uhr unter großen Sicherheitsvorkehrungen in der Lennehalle.

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