Gartencenter-Chef: Wir sind keine Profiteure der Corona-Krise

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Betreiber Danny Gelaudie im Gartencenter "Mein Garten".

Nachrodt-Wiblingwerde –Ansturm auf Bau- und Gartencenter? Fehlanzeige, sagt der Betreiber des Nachrodter Markts "Mein Garten".

Ruhe, Freude und Entspannung: Das bereitet vielen Menschen das „Buddeln“ im eigenen Garten. Der Umgang mit Erde, frischem Grün und bunten Pflänzchen erscheint in dieser schwierigen Zeit als perfekte Ablenkung. Und so werden die Gartencenter gestürmt. Könnte man meinen. 

„Das ist nicht der Fall“, sagt Danny Gelaudie, Inhaber des Marktes „Mein Garten“ in Nachrodt. Dass die Gartencenter die Gewinner der Corona-Krise sind, sei eine Fehleinschätzung. Zumindest die vergangenen Wochen seien trostlos gewesen. Aber Danny Gelaudie ist dankbar, dass er sein Geschäft überhaupt öffnen kann. „Die Leute haben alle Angst. Wir haben so viel Platz, um sich aus dem Weg zu gehen, aber die Umsätze sind extrem zurückgegangen.“ 

Coronavirus im MK: Ähnliches Bild in Holland

Damit sei er aber nicht allein. „Meine Frau war in Holland bei einem riesigen Gartencenter, wo immer 300 Autos auf dem Parkplatz stehen. Und da war auch nichts los.“ Möglicherweise, so hofft er, war es auch der Frost in den vergangenen Wochen, der die Leute veranlasste, mit der Gartenarbeit noch etwas zu warten. Jetzt könnte die Stunde der Gartencenter schlagen. 

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Die Gespräche mit Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz seien sehr gut gewesen. „Wir halten die Sicherheitsmaßnahmen ein. Das Geschäft zu schließen, wäre für uns einfach eine Katastrophe gewesen. Das hätten wir finanziell nicht geschafft. Aber das haben wir klären können“, sagt Danny Gelaudie. 

Ein Kunde auf zehn Quadratmeter ist gesetzlich erlaubt. 7000 Quadratmeter gibt es im Markt „Mein Garten“. Da können sich die Kunden gut aus dem Weg gehen. „Aber es sind höchstens 50 bis 70 Leute gleichzeitig im Laden.“ 

Coronavirus im MK: Pendeln zwischen Niederlanden und Nachrodt

Den Austausch mit dem Ordnungsamt, das natürlich aktuell auch überprüft, ob die Bestimmungen eingehalten werden, findet Danny Gelaudie wichtig. „Wir wollen ja viele Jahre hier sein. Da ist es gut, wenn man miteinander klar kommt.“ Von den vier Vollzeitkräften machen zwei aktuell Kurzarbeit. 

Danny Gelaudie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern (acht, elf und 14 Jahre) in Holland. Dort gelten fast identische Regelungen wie in Deutschland. Die landesweiten Maßnahmen in den Niederlanden wurden bis zum 28. April verlängert. 

Das betrifft unter anderem die Schließung von Restaurants, Cafés, Museen. Das Verbot aller genehmigungspflichtigen Veranstaltungen gilt bis zum 1. Juni. Das Robert-Koch-Institut hat am 2. April die Niederlande in die Liste der internationalen Risikogebiete aufgenommen. Danny Gelaudie pendelt von seinem Wohnort regelmäßig nach Nachrodt und nach Borken, wo er ein Blumengeschäft besitzt. 

Umbau noch nicht beendet

Ein Umzug in die Gemeinde möchten Frau und Kinder nicht, die ihren Lebensmittelpunkt in Holland sehen. Das Geschäft „Mein Garten“ in der Doppelgemeinde, das er vor neun Monaten übernommen hat, ist „sein Baby“, wie er sagt. „Und mit dem Umbau sind wir noch lange nicht fertig.“ 

Erst die Hälfte habe er bis jetzt geschafft. Die Baumschule hat Danny Gelaudie erst einmal auf die lange Bank geschoben. „Ich habe bisher nur ein kleines Mini-Sortiment.“ 

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