Nach 15 Wochen Lockdown: Gartenbad öffnet nur für 80 Kinder

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Viel Spaß im Wasser haben Trainerin Sybille Löchel und drei ihrer Schwimmkinder.

Nachrodt-Wiblingwerde – Mehr als 15 Wochen war das Gartenhallenbad zu, nun ist es wieder offen - aber nur für 80 Kinder und unter besonderen Bedingungen.

„Ich habe den Weg vergessen“, sagt das kleine Mädchen, das gerade vor der Tür ihre Hände desinfiziert hat und nun schnurstracks ins Schwimmbad möchte. Sabine Karisch hilft ihr gern. Der Stiefelgang ist nämlich geschlossen, und es gibt viele Vorschriften, die aufgrund der Corona-Pandemie eingehalten werden müssen. 

Für 80 Mädchen und Jungen, die in den ersten zwei Ferienwochen an den Kursen „NRW kann schwimmen“ teilnehmen, ist das augenscheinlich überhaupt kein Problem. Sie lernen Schwimmen und sind durch die Bank begeistert. 

Fast: Ein kleiner Junge muss aufgeben. Er traut sich doch nicht ins kühle Nass. Den anderen Kindern helfen die Schwimmlehrer Thomas Bergfeld und Sybille Löchel auf ihrem Weg zum Seepferdchen-Abzeichen. 

Erste Öffnung seit 15.März

Es ist die erste Öffnung des Gartenhallenbades seit dem Lockdown am 15. März. Entsprechend aufgeregt war Sabine Karisch als Vorsitzende des Trägervereins im Vorfeld. 

Statt nüchterner Abstandsregelungen gibt es witzige Aufkleber mit „Findet Dori, findet Nemo“, die den Kindern zeigen, wo sie sich umziehen können. „Jule Becker und ich führen die Kinder direkt die Garderobe“, erzählt Sabine Karisch. 

Vor dem Gartenhallenbad: Sabine Karisch trägt jedes Kind ein und versorgt es mit Händedesinfektionsmittel.

Jede zweite Dusche ist gesperrt. „Das klappt alles, das machen die Kinder super“, erzählt Sybille Löchel. Die Schwimmnudeln bleiben im Wasser. Dort herrscht gerade buntes Treiben in zwei Gruppen. Es laufen zehn Kinderkurse, der erste beginnt morgens um 8 Uhr. 

Die Kinder kommen aus Balve, Iserlohn, Lüdenscheid, Altena und Nachrodt-Wiblingwerde – etwa 50 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund mit Eltern aus Italien, Spanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Syrien, Russland und der Türkei. 

Acht Kinder pro Gruppe

„Die Gruppen sind so klein wie möglich“, sagt Sabine Karisch. „Ich habe zwei Übungsleiter mit maximal acht Kindern, neun wären möglich.“ In den Duschen und im Umkleidebereich dürfen maximal 29 Leute mit Abstand von 1,50 Meter sein. Nach den einzelnen Gruppen werden die Räume desinfiziert, so dass der Aufwand für das Gartenhallenbad-Team durchaus erheblich ist. 

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„Das Wochenende vor den Kursen konnte ich nicht schlafen“, gibt Sabine Karisch zu und ist dankbar, dass die Vorsichts- und Hygieneregeln geradezu perfekt umgesetzt werden können. Am Ende des Kurses schaffen die meisten Kinder das Seepferdchenabzeichen. 

Stetes Training ist alles

„Aber wer sein Seepferchen macht und dann nicht weiter trainiert, ist kein guter Schwimmer. Deshalb ist mein Appell an die Eltern, dass sie nach den Kursen weiter mit ihren Kindern zum Schwimmen gehen“, so Sabine Karisch. „Man muss die Sicherheit und Ausdauer üben.“ 

Vorrangiges Ziel des Landesprogramms „NRW kann schwimmen!“ ist es, die Zahl der nicht sicher und ausdauernd schwimmenden Kinder und Jugendlichen zu reduzieren. Darüber hinaus soll ihnen Freude für vielfältiges Bewegen im Wasser vermittelt werden.

Das klappt Jahr für Jahr: 2019 fanden insgesamt 639 Kurse in Nordrhein-Westfalen statt. Der Eigenanteil für die Eltern liegt pro Kind bei zehn Euro.

Rehasport startet wieder

Das Gartenhallenbad öffnet am Montag, 13. Juli, wieder für den Rehasport. Dann gilt: Die Teilnehmer müssen im Wasser einen Abstand von 1,50 Meter einhalten.

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