Drive-In an der Rastatt: Corona-Tests für 107 Kinder und Betreuer

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Tapfer sein hieß es, wenn die Ärztin mit dem Wattestäbchen ans Autofenster kam.

Coronatests im Minutentakt: 107 Kinder, Erzieher und Betreuer wurden in einer Drive-In-Station in Nachrodt getestet. Ein Erlebnis zwischen Lachen und Weinen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es war ein Morgen zwischen Lachen und Weinen. Es war ein Erlebnis zwischen Angst und Spannung: 107 Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten St. Elisabeth und aus der Grundschule, Erzieherinnen aus der Kita und Betreuungskräfte der OGS mussten zum Corona-Test. 

Das Gesundheitsamt nahm vorsorglich Abstriche, nachdem sich jeweils ein Kind aus der Kita und aus der Grundschule mit dem Coronavirus infiziert hatte. Die Aufregung begann bereits damit, dass der Rastatt-Parkplatz gesperrt war. 

Drive-In-Corona-Teststation: geordnete Autoschlange an der Rastatt

Die einbestellten Eltern wussten nicht wohin, sollten sie doch mit ihren Fahrzeugen zum Drive in-Test vorfahren. Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz rettete die Situation und sorgte für die geordnete Schlange, die an der Rastatt auf den Parkplatz fuhr und hinten wieder ‘rauskonnte. 

Zwischendrin: Aufgeregte Eltern und aufgeregte Kinder, während Dr. Kerstin Kötter und Alina Kathenbach ihren Job im Akkord machen und gleichzeitig versuchen, eine entspannte Stimmung zu schaffen. 

Alle Infos rund um das Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Corona-Tests: Mütter in Sorge

Ausnahmesituation: „Ich habe erste heute Morgen meinen Kindern erklärt, was jetzt passiert“, erzählt Tanja Pascarella, die im Elternrat der Kita St. Elisabeth ist. Sie ist beunruhigt: „Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Kinder hängen bleibt“, sagt die Nachrodterin. 

Miriam Schulte hat ihre Tochter einen Abend vorher auf die Ereignisse vorbereitet. „Sie hat geweint“, sagt die Mama, die auf schnelle Testergebnisse hofft. Ihr Töchterchen hat vorsichtshalber ein Kuscheltier mitgebracht.

Eine Woche Quarantäne: Kinder freuen sich über Wiedersehen mit Freunden 

Seit einer Woche sind die Kinder in Quarantäne. Eine Herausforderung für die Eltern, besonders für die berufstätigen. In Minutentakt fahren sie jetzt immer ein Stückchen vor, während die Kinder ihre Freunde in den anderen Autos entdecken. 

Corona in der Nachrodter Kita: So liefen die Reihentests

„Hallo, hallo“, rufen sich die Kleinen von Auto zu Auto zu, strecken die Köpfe aus den Fenstern, um die Freunde zu finden. Sie haben sich eine Woche nicht gesehen und freuen sich riesig.

Und genau das lenkt auch ein wenig von den Stäbchen und von den beiden in gelben Schutzanzügen gekleideten Frauen ab. Es gibt oft Tränen, wenn Ärztin Kerstin Kötter mit dem Teststäbchen einen Abstrich im Mund nimmt. 

"Nicht gedacht, das ich so etwas mal erlebe"

Manchmal muss sie die Kinder überreden, manchmal sind die Kleinen komplett entspannt und tapfer. „Manche sind etwas empfindlich, aber Kinder müssen auch nicht immer funktionieren“, sagt Dr. Kerstin Kötter. 

Die Kollegin, die ihr in Nachrodt zur Seite steht, arbeitet eigentlich bei der Bauaufsicht und springt aufgrund des großen Arbeitsaufkommens im Gesundheitsamt ein. 

„Das hätte ich nicht gedacht, dass ich so etwas mal erlebe“, sagt die junge Frau, die die Namenslisten vergleicht. Die Tests werden in ein Labor nach Iserlohn geschickt. 

Testergebnisse am Wochenende erwartet

Man rechnet mit den Ergebnissen noch am Wochenende. Es gibt einen Barcode für jeden, mit dem die persönlichen Testergebnisse abgerufen werden können.

Auch in der Awo-Kita in Nachrodt gab es einen Corona-Fall, doch dort ist das Risiko gering, dass sich das Virus ausbreitet.

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