Überraschung bei der Blutspende: Gisela Gundermann hört auf

+
„Auf unsere Helfer konnte ich mich immer verlassen“: Gisela Gundermann (sitzend) lobte ihr Team bei ihrem letzten Blutspendetermin in der Lennehalle.

Nachrodt-Wiblingwerde – Ein Paukenschlag: Gisela Gundermann kümmert sich nicht mehr um die Blutspendetermine. 

Der Blutspendetermin am Mittwoch, 6. Mai, in der Lennehalle war ein besonderer. Nicht nur wegen der umfangreichen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus, und weil es ein gemeinsamer Termin war für Berg und Tal. 

Sondern auch, weil er einen personellen Einschnitt markierte: Gisela Gundermann, seit Jahren die gute Seele der Spendentermine, hat sich dazu entschlossen, diese Aufgabe an den Nagel zu hängen. 

„Das ist heute das letzte Mal“, sagte sie und das Bedauern war spürbar. „Ich mache das mit Herzblut.“ Gisela Gundermann wird in diesem Jahr 73 Jahre alt. Es seien „gesundheitliche Gründe“, die sie zu diesem Schritt bewogen haben. 

DRK-Chef überrascht

Vom Rückzug der langjährigen Helferin zeigte sich der DRK-Vorsitzende Mike Kernig am Nachmittag bestürzt und überrascht zugleich: „Ich habe das erst vor einigen Stunden erfahren und bedaure es zutiefst.“ Man müsse jetzt vereinsintern schauen, wer die Aufgabe übernehmen könne.

Es gebe rund 100 aktive Mitglieder. Kernig: „Interessenten können sich gerne beim DRK-Vorstand melden.“ 

Wie lange Gisela Gundermann die Spendentermine in Wiblingwerde betreut hatte, konnte sie am Mittwoch gar nicht sagen, aber sicher „über 20 Jahre“. Die Termine in Nachrodt übernahm sie im Jahr 2016 zusätzlich. 

Der Spendentermin gestern war auch sonst nicht alltäglich: Es gab einen Termin für alle, für die Nachrodter und die Wiblingwerder. Und: Erstmals wurde als Pilotprojekt eine Termin-Reservierung angeboten, die auch per Handy-App möglich war. 

Coronavirus in Nachrodt: Lennehalle perfekter Ort

Dazu kam, dass die Verpflegung eine ganz andere war, als man sie sonst von den Terminen kennt: Jeder Spender bekam beim Verlassen der Halle ein Lunchpaket gereicht. Darin waren ein Apfel oder eine Banane, ein Trinkpäckchen, eine Süßigkeit sowie eine kleine Tafel Schokolade, eine kleine Dauerwurst sowie ein Hörnchen und ein Schokobrötchen. „Alles muss einzeln eingepackt sein“, beschreibt Gundermanns Lebensgefährte Norbert Grebe die besonderen Umstände. 

Blutspenden mit Abstand in der Lennehalle.

„Wir hoffen, dass die Wiblingwerder ins Tal kommen“, hatte Gisela Gundermann im Vorfeld gesagt, denn das Gemeindehaus in Wiblingwerde konnte aufgrund der Vorschriften in Corona-Zeiten nicht genutzt werden. 

Lesen Sie mehr zum Coronavirus im MKin unserem News-Ticker

Die Lennehalle dagegen schien perfekt. Gisela Gundermann rechnete im Vorfeld mit bis zu 150 Spendern. Zweifellos eine anspruchsvolle Aufgabe für ihren letzten Termin. 

Erstmals Terminreservierung

Um die Spender zu betreuen, wurden zwei Teams und zwei Ärzte vom Blutspendedienst West eingesetzt. Die Entnahmeteams trugen Schutzkleidung. Und auch für jeden Spender lagen Masken bereit. Die Liegen waren im Zwei-Meter-Abstand aufgebaut, ebenso die Ruhebetten.

Im Vorraum der Lennehalle wurde die Temperatur aller Gäste gemessen. Wurde keine erhöhte Temperatur festgestellt, ging es zur Anmeldung. Damit niemand lange warten musste und sich keine Schlangen bildeten, war erstmals eine Terminreservierung für die Blutspende im Vorfeld angeboten worden. 

Auch die Vorbereitungen für Gundermann waren stets zeitaufwendig: Wenn am Mittwoch Blutspende war, hieß es für die Rennerderin immer am Dienstag Einkaufen gehen, und zwar nicht zu knapp. Fünf Kilogramm Hackfleisch für 150 kleine Frikadellen, die zu ihrer Spezialität geworden sind. Die konnte sie nun, bei ihrem letzten Termin, nicht anbieten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare