Auf besonderer Maschine: 87-Jährige näht Masken fürs Hospiz

+
Erna Taulien (87) näht Mund-Nase-Masken für den guten Zweck.

Nachrodt-Wiblingwerde – Erna Taulien (87) näht Mund-Nase-Masken. Keine Stunde braucht sie für eine, mehr als 300 hat sie schon für den guten Zweck hergestellt.

„Tue so viel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber“, sagt ein Sprichwort, das von Erna Taulien stammen könnte. 87 Jahre alt ist die Nachrodterin, die eine Spendenaktion für das Hospiz in Iserlohn-Letmathe gestartet hat. 

Mund-Nase-Bedeckungen in allen Größen und mit schönen Stoffen hat sie genäht und damit 400 Euro gesammelt. „Ich muss Beschäftigung haben“, erzählt Erna Taulien. 

Coronavirus in Nachrodt: Mini-Maske für den Urenkel

Als gelernte Schneiderin war das Nähen der Alltags-Masken kein Problem. Stoffe kann sie ohnehin nicht wegwerfen, sodass der Fundus groß ist. Tochter Rita besorgte das Schnittmuster und die Maße aus dem Internet, dann wurde erst einmal die ganze Familie mit Baumwoll-Bedeckungen versorgt: einfarbig, mit Herzchen, Blumen und Elefanten. 

Die alte Nähmaschine, auf der Erna Taulien Masken näht.

Auch Freunde und Nachbarn wurden beschenkt. „Sogar der Urenkel hat eine ganz kleine Maske bekommen“, erzählt Erna Taulien. Auf die Idee, etwas Geld für die Alltags-Masken zu nehmen, kam die sympathische Nachrodterin lange Zeit überhaupt nicht.

Ihre Tochter brachte sie auf die Idee. „Lass uns doch eine Box fürs Hospiz machen“, schlug Rita vor. Das Hospiz hat aufgrund der Corona-Pandemie kaum Einnahmen, die sonst durchs Waffelbacken oder vom Café am Park kommen. Die Idee kam so gut an, dass die Geld-Box jetzt übergeben werden kann. 

Schon Kartoffelsäcke vor 65 Jahren genäht

Und Erna Taulien näht weiter mit ihrer uralten Nähmaschine: „Ich habe eine ganz alte zum Trampeln. Die ist bestimmt 65 Jahre alt. Damit habe ich schon Kartoffelsäcke und Laken genäht. Alles, was wir für draußen zum Beispiel fürs Heu einfahren brauchten.“ Sogar Leder kann sie damit nähen, das geht mit einer elektrischen Maschine nicht. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Newsticker.

Wie bei allen, die in diesen Tagen Mund-Nase-Tücher nähen, gab es auch bei Erna Taulien das Problem, dass die Gummibänder ausgingen. „Selbst im Internet gab es sie nicht mehr. Aber dann hatten wir Glück und Kik öffnete wieder“, erzählt Erna Tauliens Tochter, die für Gummiband-Nachschub sorgte. 

Keine Stunde Arbeitszeit pro Maske

Damit die Masken gut passen und an die Nasen angedrückt werden können, sind auch kleine Bügel eingenäht. „Wenn man die Maske wäscht, kann man die Bügel rausnehmen.“ Eine Dreiviertelstunde benötigt die 87-jährige Nachrodterin für eine Bedeckung.

 Mehr als 300 hat sie bis jetzt gefertigt. Es macht ihr Freude. Die Spende nimmt Tochter Rita mit, wenn sie zum Ehrenamtsdienst ins Hospiz geht. Dort tragen die Mitarbeiter und Besucher auch bereits gespendete Masken ihrer Mutter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare