Startklar für den Unterricht: So bereitet sich die Sekundarschule auf den Neustart vor

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Vorbereitungen für den Neustart an der Sekundarschule: Englischlehrer Nils Schneider (links) und Schulleiterin Anne Rohde freuen sich auf die Schüler.

Nachrodt-Wiblingwerde – Namenslisten, eigene Toiletten, Abstandsregeln: Mit einem umfassenden System bereitet sich die Sekundarschule auf den Start vor.

„Ich freue mich auf die Schüler. Ich bin aus Überzeugung Lehrer geworden. Und da ist jeder Tag, den man zwangsweise zu Hause bleiben muss, ein furchtbarer Tag“, sagt Nils Schneider, Englischlehrer an der Sekundarschule – und einer, der die Zehntklässler ab Donnerstag, 23. April,  unterrichten wird. 

Mit einem erheblichen Aufwand wird seit Tagen an der Umsetzung der Auflagen für den morgigen Wiederbeginn gearbeitet. „Ich habe ein exorbitant gutes Kollegium. Deshalb werden wir das stemmen“, sagt Schulleiterin Anne Rohde. 

Coronavirus in Nachrodt: Jahrgang 10 muss kommen

Der Schulbesuch für die Abschlussschüler aus dem Jahrgang 10 ist nun doch verpflichtend. Das ist allerdings kein Problem, da ohnehin alle Schüler kommen wollten. Nicht verpflichtend sind Mund-Nase-Masken für die jungen Leute. „Sie sollen Mundschutz tragen, wenn sie mit dem Bus fahren und wenn sie hier im Treppenhaus unterwegs sind“, so Anne Rohde, die mit ihren Kollegen ein ausgeklügeltes System ausgearbeitet hat. 

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An beiden Standorten – in Nachrodt und in Altena – sind beispielsweise zwei Klassen auf einem Flur und benutzen nur einen Eingang und eigene Toiletten. Es werden sitzplatzbezogene Namenslisten erstellt, um Kontakte im Fall einer Infektion nachverfolgen zu können. Auch sollten sich alle Schüler merken, mit wem sie außerhalb der Schule und der Familie (beispielsweise im Bus) Kontakt hatten. 

Coronavirus in Nachrodt: Keine Umarmungen

Die Jugendlichen sollen auch mit ihren Sorgen und Ängsten aufgefangen werden. Es geht also nicht nur ums sture Lernen für die Hauptfächer und um die Vorbereitung auf den Abschluss. Mit den Themen Coronavirus, den unverzichtbaren Verhaltensregeln, aber auch mit dem Kummer, den viele deshalb mit sich herumtragen, wird offensiv umgegangen. 

Aufsteller mit entsprechenden Regeln werden die Schüler daran erinnern, nicht in alte Verhaltensmuster zu fallen. Auf Umarmungen soll unbedingt verzichtet werden und natürlich dürfen auch keine Trinkflaschen gemeinsam benutzt werden. „Wir gehen davon aus, dass sich die Schüler an die Regeln halten und sich freuen, dass sie wieder in der Schule sind“, sagt Anne Rohde. 

Coronavirus in Nachrodt: Digitaler Unterricht bleibt

Die neuen Rituale sollen eingeübt und mit den Schülern besprochen werden. Alle Lehrer und Lehrerinnen der Sekundarschule waren gestern zu Konferenzen vor Ort – auch die, die ängstlich sind, und diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Präsenzunterricht machen können. 

Abseits vom Neustart vor Ort werden die Sekundarschüler digital unterrichtet. „Wir werden das nach und nach vereinheitlichen“, sagt Anne Rohde. Die Schulleiterin hat aktuell allein für die anstehende Organisation 14-Stunden-Tage. 

Coronavirus in Nachrodt: Kritik am knappen Zeitplan

Über den knappen Zeitplan zur Vorbereitung ärgert sie sich wie viele ihrer Kollegen. „Die Mails von der Regierung widersprechen sich. Es geht laufend so. Am 20. geht die Schule los, am 23. kommen die Schüler und am 29. kommt der Hygieneplan. Sollen die Kommunen den Hygieneplan dann rückwirkend beachten? Ich bin unzufrieden mit dem, was die Regierung macht, und wie sie sich mit unscharfen Aussagen herumlaviert“, sagt Anne Rohde.

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