Tannenhof Tacke

Weihnachtsbäume: Verkaufsstart wird „Wundertüte“

Heiner Tacke vom Tannenhof Tacke in Nachrodt mit Weihnchtsbäumen.
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Heiner Tacke vom Tannenhof Tacke in Nachrodt mit Weihnchtsbäumen.

Heiner Tacke hat alle Hände voll zu tun. In gut einer Woche beginnt auf dem Tannenhof in Nachrodt die Weihnachtsbaum-Saison - als „Wundertüte“.

Nachrodt-Wiblingwerde – Heiner Tacke hat alle Hände voll zu tun. In gut einer Woche beginnt für ihn die Weihnachtsbaum-Saison. „Das ist in diesem Jahr wirklich eine Wundertüte. Es kann sein, dass wir viel weniger verkaufen, das Gegenteil wäre aber auch gut möglich“, sagt er.

Heiner Tacke ist aktuell in seinen Schonungen unterwegs. „Die Bäume werden derzeit noch markiert. Damit sind wir schon ein paar Wochen beschäftigt. Denn nicht jeder Baum ist als Weihnachtsbaum geeignet“, erklärt Heiner Tacke. Schon im September beginnen für ihn die Vorbereitungen. „Wir haben auch schon im November Schnee gehabt. Man sollte die Bäume also schon früh anfangen auszusuchen.“

Erste Bäume schon bestellt

Die ersten Bestellungen seien auch schon eingegangen. Vor allem Firmen würden sich früh einen Baum sichern. Das seien dann vor allem große Weihnachtsbäume. „Meist so vier bis sechs Meter hoch. Die stehen dann auf dem Firmengelände“, berichtet der Weihnachtsbaum-Experte.

Von Hagen bis Werdohl wird er die Bäume nach dem Totensonntag ausliefern. Diesbezüglich merke er aktuell auch noch keinen Unterschied zu den Vorjahren. Die Bestellungen seien konstant. „Spannend wird eher der normale Verkauf“, sagt Tacke. Er sei in intensivem Austausch mit seinen Kollegen, die Meinungen gingen weit auseinander. „Die einen sagen, dass mehr Weihnachtsbäume verkauft werden, weil die Leute nicht in den Urlaub fahren und stattdessen Weihnachten zu Hause feiern“, sagt Tacke.

Corona macht Geschäft schwer abschätzbar

Die anderen gehen derweil davon aus, dass der Verkauf nicht so gut läuft. Da die Familien nicht groß feiern, werden vielleicht auch weniger Bäume gebraucht. „Die Familien mit Kindern kaufen natürlich trotzdem einen. Aber die Oma, die keinen großen Besuch bekommt, dann vielleicht eher nicht.“

Heiner Tacke selbst möchte sich nicht festlegen, er lässt es einfach auf sich zu kommen. „Wir gehen erst einmal von einem normalen Jahr aus. Da wir die Tannen immer frisch schlagen, können wir die Menge situationsbedingt anpassen“, erklärt der Tannenhofbesitzer.

Der große Vorteil sei, dass Weihnachtsbäume draußen verkauft werden und es genug Platz gibt. Das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, sei also nicht gegeben. Allerdings verzichte er in diesem Jahr vermutlich auf den Verkauf von Speisen und Getränken. „Es weiß ja auch noch keiner, was bis dahin erlaubt sein wird. Aber derzeit planen wir alles erst einmal so sicher wie möglich“, sagt Tacke.  Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Baumsuche als Familien-Event

Weihnachtsbaum kaufen auf dem Hof Tacke ist für viele eine Tradition, die seit Generationen gepflegt wird. Heiner Tacke ist seit 40 Jahren dabei. „Ich habe viele schon als Baby hier gesehen. Jetzt kommen sie mit der eigenen Familie. Das macht es ja auch so besonders“, erklärt der Verkäufer.

Für viele sei die Suche nach dem Baum ein echtes Erlebnis, das Weihnachtsfreude wecke. Gerade Kunden aus dem Ruhrgebiet verbänden den Kauf oft mit einem winterlichen Ausflug. „Ob sie das dieses Jahr trotzdem machen, weiß ich natürlich nicht“, sagt Tacke.

Der Weihnachtsbaumverkäufer setzt daher auf Werbung und stabile Preise. Am beliebtesten seien nach wie vor die Nordmann-Tannen mit einer Höhe von 1,80 bis 2,20 Metern. „Die haben die Edeltanne und die Fichte längst verdrängt“, erklärt Tacke. Die Fichte sei derzeit vor allem noch für den Außenbereich gefragt, da sie günstiger ist. Viele Waldbauern fürchten um ihr Geschäft mit Weihnachtsbäumen.

Nordmann-Tanne ist der Renner

„Sie hält in beheizten Räumen einfach nicht lange genug. Früher war es so, dass die Räume nicht so geheizt wurden und die Weihnachtsbäume auch wirklich nur drei bis vier Tage aufgestellt wurden“, erklärt der Experte. Inzwischen sei es so, dass viele den Baum schon in der Adventszeit schmücken. Eine so lange Zeit in warmen Räumen halten Edeltanne und Fichte nicht aus. Familie Tacke entscheidet sich übrigens selbst für eine Edeltanne: „Wir finden die einfach schön und mögen den Duft.“

Wer den Baum aussucht, ist übrigens in jeder Familie anders geregelt, stellt er fest. „Wenn die ganze Familie kommt, ist es schon so, dass meistens die Frau das letzte Wort hat“, erzählt Tacke lachend. Vor allem an den Wochenenden sei der Baumkauf zum Erlebnis für die ganze Familie. Gehe es um einen schnellen Kauf, beispielsweise unter der Woche oder kurz vorm Fest, würden oft die Männer alleine kommen.

Den größten Ansturm erwartet Tacke in der Woche zwischen Totensonntag und dem ersten Advent. Dann kaufen viele Bäume für die Terrasse. Danach wird es ruhiger – bis etwa zum 15. Dezember. Dann geht es richtig los mit den Weihnachtsbäumen. „Die zwei Tage vor Heiligabend sind dann die stärksten. Ein paar brauchen auch noch immer am 24. einen Last-Minute-Baum.“

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