Corona-Regeln: Ausnahme für Reiter - wegen des Tierschutzes

Für den Reitsport gelten andere Corona-Regeln als für andere Sportarten.
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Für den Reitsport gelten andere Corona-Regeln als für andere Sportarten.

Corona trifft Reitvereine hart: Zum einen müssen die Pferde trotz Abstand und wenig Kontakten bewegt werden, zum anderen fiel Unterricht aus, die Kosten laufen aber weiter.

Nachrodt-Wiblingwerde – Corona trifft die Sportvereine in der Doppelgemeinde hart. Veranstaltungen mussten abgesagt werden, Trainingseinheiten können nicht stattfinden. Besonders kompliziert ist es für die Reitbetriebe: Dort trifft Tierwohl auf die Coronaschutzverordnung.

„Wir als Reitbetriebe müssen ein tägliches Spagat zwischen Coronaschutz und Tierwohl machen“, sagt Geraldine Hegemann-Malkus. Sie beherbergt an der Lüdenscheider Straße etwa 85 Pferde. „Wir sind wirklich froh, dass es uns noch möglich ist, dass alle Reiter ihre Pferde selbst bewegen können. Dennoch ist im Alltag jede Menge Disziplin gefragt“, erklärt die Hofchefin.

Reitanlagen: Besucher verboten

So sei beispielsweise die Anzahl der Pferde pro Reithalle begrenzt, es gibt Maskenpflicht in verschiedenen Bereichen, und externe Besucher dürfen die Anlage aktuell nicht betreten. Zudem sind die Reiter angehalten, sich nicht unnötig lange auf der Anlage aufzuhalten.

Besonders hart trifft es den Reitschulbetrieb. „Seit Dienstag ist Einzelunterricht wieder zulässig. Bis dahin fiel der Unterricht komplett aus. Die Kosten für die Tiere laufen jedoch weiter. Das ist wirtschaftlich schon schwierig“, berichtet Geraldine Hegemann-Malkus.

Pläne für jedes Pferd

Etwa 50 Reitschüler nutzen das Angebot pro Woche. „Die Schulpferde werden durch feste Reitbeteiligungen weiter versorgt. Es gibt Pläne, damit jedes Pferd ausreichend Aufmerksamkeit und Bewegung bekommt“, erklärt die Anlagenbetreiberin.

Auf dem Hof der Familie Cordt-Humpert in Wörden ist die Lage ein wenig entspannter: „Wir sind zum Glück nicht so groß. Wir haben unsere Reiter auf verschiedene Tageszeiten aufgeteilt, sodass es auf dem Hof nicht zu voll wird“, sagt Wiebke Cordt-Humpert.

Lob für Pferdesportverbände

Sie trainiert die Reiter auch. „Zum Glück ist Einzelunterricht wieder erlaubt. Wir haben einen großen Außenplatz, sodass wir die Abstände problemlos einhalten können. Gott sei Dank spielt das Wetter noch mit.“ Jeden Abend checkt sie die aktuellen Empfehlungen des Westfälischen Pferdesportverbandes und der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Beide Verbände haben einen Corona-Newsletter implementiert. „Die machen wirklich einen guten Job und geben täglich neue Empfehlungen, wie mit der Situation umgegangen werden soll – und daran orientieren wir uns auch immer“, betont Cordt-Humpert.

Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Viele Reitvereine „wirklich in Not“

Beim Ländlichen Reit- und Fahrverein Haste sind die Auswirkungen verhältnismäßig gering. Auch dort müssen die Reiter Regeln befolgen und Abstand halten. Unter anderem wurde eine App eingeführt, mit der die Anwesenheit dokumentiert wird.

„Wir hätten am Samstag eigentlich unseren Jahresabschluss gehabt. Der fällt nun aus. Aber das sind echte Luxusprobleme in dieser Zeit“, sagt die Vorsitzende Martina Fries. Ein Fest sei leicht zu verschieben, und in Zeiten wie diesen gäbe es auch einfach wichtigere Dinge.

„Wir denken an die ganzen Reitvereine, die jetzt wirklich in Not sind. Wir haben keine Schulpferde, die wir durchfüttern müssen, und wir haben auch keine Veranstaltungen, auf die wir finanziell dringend angewiesen sind“, erklärt die Vorsitzende. Für Vereine mit Schulbetrieb und Turnieren sei Corona eine echte Katastrophe und existenzbedrohend.

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