In Supermärkten

Maskenpflicht: Auf Kontrollgang mit dem Ordnungsamt

Coronavirus: Ordnungsamt Nachrodt kontrolliert Maskenpflicht in Supermärkten.
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Mitarbeiter des Ordnungsamts Nachrodt kontrollieren die Maskenpflicht in Supermärkten.

Sie dienen als Kinnwärmer, baumeln am Ohr oder werden gern mal ‘runterzogen, um die Nase zu lüften: Da gehören Masken aber nicht hin. Das Ordnungsamt kontrolliert in Nachrodts Supermärkten. Dort haben Mitarbeiter immer wieder mal Probleme mit uneinsichtigen Kunden.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es gibt die interessantesten Dinge, die man mit Mund-Nase-Bedeckungen machen kann. Dann hat man sie zwar pflichtgemäß dabei, findet aber ein Schlupfloch, „um Luft zu schnappen“, was das Hauptargument ist. „Bei mir rutscht sie immer ‘runter“, erzählt eine ältere Dame im Edeka.

Ihre Bedeckung sitzt unter der Nase, als das Ordnungsamt um die Ecke kommt. Um es vorweg zu sagen: Es gibt kein Bußgeld in Höhe von 50 Euro, sondern ein freundliches Gespräch.

Maskenpflicht: Die meisten Kunden sehr diszipliniert

Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz und sein Kollege Herbert Schmidt schauen am Donnerstagnachmittag in den Nachrodt-Wiblingwerder Geschäften nach dem Rechten, kontrollieren die Maskenpflicht. Möglich, dass sie nicht zur richtigen Zeit vor Ort sind. Bis auf ein „paar Kleinigkeiten“, die ermahnt werden, sind die Kunden sehr diszipliniert. Aber es gibt durchaus Kummer mit dem Mund-Nase-Schutz.

Im Edeka, so erzählt eine Mitarbeiterin dort, müsse man eigentlich täglich Kunden hinterherrennen, um an die Bedeckung zu erinnern. „Die wollen dann auch noch diskutieren.“ Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

Es geht nicht ums Abkasssieren

Kontrollen sind deshalb offenbar notwendig. „Die Leute finden es gut, dass wir hier durchgehen“, sagt Sebastian Putz. Prompt erklärt eine Kundin im Netto: „Ich finde das wirklich super.“ Andere grüßen freundlich oder schauen neugierig hinter den Ordnungsamts-Mitarbeitern hinterher.

„Gut ist, wenn sich einfach alle an die Regeln halten“, sagt Herbert Schmidt. Es gehe nicht ums Abkassieren, nicht darum, die Leute zu ärgern. Seine Art, mit den Bürgern in Kontakt zu treten, kommt richtig gut an. „Sie gehören doch zur Risikogruppe und wir wollen doch, dass Sie gesund bleiben“, sagt er zu einer älteren Frau, die ihren Mund-Nase-Schutz nicht ordnungsgemäß trägt.

Ohne Schutz im Imbiss: Teure Pommes

Dann zeigt er ihr, wie man die Brille trotz Maske gut aufsetzt. „So schützen Sie sich und andere.“ Dass die Brillen oft beschlagen, kann aber auch Herbert Schmidt nicht ändern. „Wir wollen keinen Umsatz machen, wir wollen sensibilisieren“, sagt Herbert Schmidt.

Situationsbedingt entscheiden Sebastian Putz und Herbert Schmidt, ob es bei einer Ermahnung bleiben kann: Eine Netto-Mitarbeiterin räumt ein Regal ein. Ihr Mund-Nasen-Schutz hängt „etwas auf halb acht“. Sie wird darauf aufmerksam gemacht. Drei Leute sind ohne Schutz im Imbiss. Sie haben ihre Bedeckungen komplett vergessen. Die Pommes-Bestellung wird heute teuer.

Bußgeld für alle

Dass man in einer kleinen Gemeinde wie Nachrodt-Wiblingwerde viele Menschen kennt, hat Vor- und Nachteile für das Ordnungsamt. Das freundliche Gespräch hilft oftmals direkt. Aber „emotional müssen wir immer neutral bleiben. Ich kann keinen Unterschied machen, ob die ärmste Person, die ich kenne, gegen die Corona-Schutzverordnung verstößt, oder jemand, der 100 000 Euro verdient“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Maskenverweigerer zahlen so oder so 50 Euro.

Die Belastung für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes ist hoch, Personal aus anderen Fachbereichen und die Hausmeister unterstützen die Arbeiten. Auch abends werden noch Kontrollen gefahren. Überstunden gibt es ohne Ende.

Auch in Altena wird regelmäßig kontrolliert. Spannend war die Kontrolle am Halloween-Abend.

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