Früherer Gemeindedirektor

Bekannter Nachrodter am Coronavirus gestorben - seine Ehefrau kämpft ums Überleben


Dieter Klaus früherer Gemeindedirektor in Nachrodt-Wiblingwerde
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Dieter Klaus, der frühere Gemeindedirektor in Nachrodt-Wiblingwerde, ist gestorben.

Der frühere Gemeindedirektor Dieter Klaus ist gestorben. Er war mit Corona infiziert, als seine Organe versagten. Seine Frau ist ebenfalls infiziert - und kämpft ums Überleben.

Nachrodt-Wiblingwerde – Er war ein Gentleman alter Schule und ein Mann, der acht Jahre die Geschicke der Gemeinde leitete: Dieter Klaus. Am Wochenende ist der ehemalige Gemeindedirektor nach einer Corona-Erkrankung im Klinikum Hellersen in Lüdenscheid verstorben. Nach AK-Informationen lag er im künstlichen Koma, als seine Organe versagten. Seine Frau kämpft noch um ihr Leben. Beide waren am Virus erkrankt.

Dieter Klaus ist 73 Jahre alt geworden. Er war ein Mensch der leisen Töne, zurückhaltend, höflich. Geboren und aufgewachsen in Lüdenscheid, machte er nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Kommunalbeamten bei der Stadt Lüdenscheid. Von 1975 bis 1978 arbeitete er bei der KDVZ Hellweg Sauerland, bevor er 1978 als stellvertretender Bauamtsleiter zur Stadt Drolshagen wechselte.

Gemeindedirektor in Nachrodt: Klaus tritt in große Fußstapfen

Später wurde er dort Hauptamtsleiter. 1985 bestand er an Abendkursen sein Diplom zum Verwaltungswirt und war im Nebenberuf Dozent am Südwestfälische Studieninstitut für kommunale Verwaltung in Hagen. Dieter Klaus unterrichtete dort Volkswirtschaftslehre.

Als Dieter Klaus am 23. Mai 1989 vom Rat der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde zum neuen Gemeindedirektor gewählt wurde, trat er in große Fußstapfen, folgte er doch Herbert Grote im Amt. 150 Gäste waren in der Rastatt dabei, als Bürgermeister Rudi Draheim den neuen Verwaltungschef in sein Amt einführte.

Ungewöhnliche Reisen: Trekkingtour in Kathmandu

Bereits in seiner Antrittsrede erklärte Dieter Klaus, wie wichtig ihm der Umweltschutz sei. Er plädierte für einen Umweltschutztag und wollte vor allem dazu beitragen, dass sich die Bürger in Nachrodt-Wiblingwerde „sehr, sehr wohl fühlen“, wie er in einem Interview sagte.

Dieter Klaus zog mit seiner Frau auch selbst in die Gemeinde und blieb ihr bis zu seinem plötzlichen Tod treu. Dieter Klaus liebte es zu reisen – und es zog ihn auch in ungewöhnliche Regionen. So erlebte er beispielsweise mit seiner Frau eine Trekking-Tour in Kathmandu.

Ein großer Tänzer in Nachrodt

Er war ein Liebhaber von Blas- und Chormusik, las gerne Spionage-Romane, war ein Weinkenner und ganz besonders ein großartiger Tänzer. Er war Vorsitzender des Lüdenscheider Tanzclubs Terpsichore und hat mit Olaf Diembeck 20 Jahre lang den Drei-Königs-Pokal im Tanzen ausgerichtet. Bei den stimmungsvollen Turnieren mit hochkarätigen Paaren im Altenaer Lennestein war es immer Dieter Klaus, der durch den Abend führte.

Das Turnier war seine Herzenssache. Er ließ sich, wie Olaf Diembeck erzählt, immer wunderbare Überraschungen für den Abend einfallen und war derjenige, der die ganze Truppe zusammengehalten hat. „Aufgrund seiner ruhigen Art kam nie Hektik auf. Die Turnierpaare kamen nicht, weil sie kommen sollten, sondern weil sie wollten“, sagt Olaf Diembeck vom Drei-Königs-Pokal, der 2015 das letzte Mal aufgrund der Schließung des Lennesteins stattfand.

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