Coronavirus: Apotheken im Ausnahmezustand

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In der Lenne-Apotheke ist der Ansturm riesig.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde - Der Ansturm auf die Apotheken ist riesig. Sonntags werden sie aber nicht öffnen - aus diesem Grund.

Das Arbeitspensum, das das Team von Apothekerin Jaqueline Daly aus der Lenne-Apotheke in Nachrodt zurzeit erbringt, „geht ans Limit“. Deshalb wird es an der Altenaer Straße 20 in der Doppelgemeinde auch keine zusätzliche Sonntagsöffnung der Apotheke geben. 

„Irgendwann müssen wir alle auch einmal regenerieren.“ Dalys Team ist täglich von 8 bis 13 und von 14.30 bis 18 Uhr sowie samstags von 8.30 bis 13 Uhr für die Kunden da. Zurzeit erlebt die Apothekerin eine Kundenfrequenz, die denen in den Supermärkten gleiche. 

Ganzes Sortiment gefragt

Natürlich kann Daly nur Vermutungen anstellen, warum das so ist. Aber gekauft werde fast alles, was ihr Haus im Sortiment führte. Die Menschen deckten sich ein – offenbar vorsorglich, mutmaßt sie. 

Auch Dr. Gerrit Fritsch, Inhaber der Stern-Apotheke an der Rahmedestraße 352, erlebt Ähnliches mit seinem Team. Er sagt von sich selbst, aktuell wahrscheinlich die „am längsten geöffnete Apotheke der Stadt zu sein, wenn ich das richtig überblicke“. 

Damit spielt er darauf an, dass er häufig, was auch vom Gesetzgeber gedeckt sei, beim Erledigen von Schreibtischarbeiten zum Beispiel an Samstagen noch einmal zur Notfallklappe gehe, wenn ein Patient dort nach der offiziellen Schließung stehe. 

Angespannte Lage

Für die kommenden Sonntage schließt auch Fritsch eine Zusatzöffnung kategorisch aus. Gibt es wegen Corona nach Ansicht des Apothekers zurzeit eine Art Medikamenten-Notstand? Das verneint der Altenaer, sagt aber auch, dass der Markt bei vielen Arzneimitteln schon sehr angespannt sei. 

Nach seiner Ansicht trägt dafür die hohe Politik die Verantwortung und er verweist auf Auslagerungen von Pharma-Firmen nach China und Indien für kostengünstige Produktionen.

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