Amateurtheater aus Nachrodt

Corona-Zwangspause „Brettken“ sehnt sich nach der Bühne

Das letzte Mal auf der Bühne: Die Schauspieler des Brettken bei der Probe für ein neues Stück im Jahr 2019
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Das letzte Mal auf der Bühne: Die Schauspieler des Brettken bei der Probe für ein neues Stück im Jahr 2019

Sie wollten aus dem Vollen schöpfen: Ein tolles Stück und tolle Rollen hatte das „Brettken am drögen Pütt“ in Vorbereitung. Dann kam Corona - und das Theaterspielen liegt auf Eis. Alle Mitwirkenden sehnen sich nach der Bühne.

Nachrodt-Wiblingwerde – ein toller Film, der als Remake gedreht werden soll: „Vom Winde verweht!“ Einst legendär besetzt mit Vivien Leigh und Clark Gable in den Hauptrollen, basierend auf einem Roman von Margaret Mitchell. 1939 in die Kinos gebracht, ist von seinem Erfolg fast nichts verweht. Zumindest bis 2019 galt der Streifen als finanziell erfolgreichstes Werk der Filmgeschichte. Das ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann.

Aber dann kam Corona und riss das Theater „Brettken am drögen Pütt“ aus seinen Träumen, seinen Wünschen, seinen Planungen – und seiner Probenarbeit. „Wir haben Ende Oktober, Anfang November zum letzten Mal gemeinsam geprobt“, berichtet Dr. Michael Podworny, der Leiter des Ensembles. „Shirleys Tempel“ sollte das Stück heißen, in Anspielung auf eine weitere bekannte Schauspielerin. „Wir sind bei den Proben vielleicht bis zur Hälfte des Stoffs gekommen, seitdem ist alles eingefroren.“

„Mitspieler vermissen das Miteinander“

Die Arbeit des Ensembles ruht – an Aufführungen wäre aktuell ohnehin nicht zu denken. Als Videokonferenz sei eine Probe im Übrigen kaum zu realisieren. „Es geht um Körpersprache und um Blicke. Wir müssen miteinander spielen können.“

„Wir sind wie eine Familie. Eng miteinander“, beschreibt Podworny die Situation und die Stimmung in der Schauspielgruppe. Man habe zuletzt zwei neue Mitglieder gewinnen können. Aber da nun alles still stehe, habe sich natürlich eine gewisse Tristesse breitgemacht. „Die Mitspieler vermissen das Miteinander“, berichtet der Leiter des Ensembles. Aber man pflege Kontakt per Telefon oder E-Mail, „dann muntert man sich auf.“

Rastatt: Wehmut bei alter Spielstätte

Geprobt wurde zuletzt in Altena, lange Zeit aber war die Rastatt in Nachrodt – von der nichts mehr übrig ist als Schutt – das Stammhaus des Ensembles. „Es blutet mir jedes Mal das Herz, wenn ich da vorbeifahre“, sagt Michael Podworny. Nicht nur die Proben, auch die Sommeraufführungen fanden dort statt. Im Winter ging es für das Kinderstück in die Lennehalle. Die letzten Proben fanden im Begegnungszentrum Freiheit26 in Altena statt.

Gegründet 1975, gab es für das Amateurtheater eine Situation wie die gegenwärtige noch nicht. „Wir sind ja angetreten, um Kultur in der Region zu machen“, sagt Dr. Michael Podworny, der seit immerhin 30 Jahren dabei ist. Er hegt die Hoffnung, „dass wir in absehbarer Zeit wieder auf den Brettern stehen“. Vielleicht würden sich ja dann einige Veranstalter über einen Auftritt der emsigen Theatergruppe freuen. Diese spielt mit dem Gedanken an eine kleine Tournee. Bis dahin aber passiert erst einmal nichts in „Shirleys Tempel“. Neue Entwicklungen der Pandemielage im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Live-Ticker.

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