Nach einem halben Jahr

Testzentrum in Nachrodt geschlossen - Geschenk zum Abschied

Das Team am letzten Tag im Testzentrum in der Lennehalle in Nachrodt: Ingrid und Rainer Ossenberg mit Birgit Schulte-Pinto (v.l.).
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Das Team am letzten Tag im Testzentrum in der Lennehalle in Nachrodt: Ingrid und Rainer Ossenberg mit Birgit Schulte-Pinto (v.l.).

Nach einem halben Jahr hat das DRK das Corona-Testzentrum in Nachrodt nun geschlossen. In der Zeit erlebten die Helfer manche Anekdote.

Nachrodt-Wiblingwerde – Ältere Damen sind die Härtesten im Nehmen. „Sie zucken nicht mit der Wimper“, erzählt Birgit Schulte-Pinto lachend. Andere bekommen schon eine Krise, wenn sie das Stäbchen nur sehen. So oder so: Am Mittwoch war der letzte Testtag in der Lennehalle. Das DRK hat das Zentrum aufgrund des immer weniger werdenden Bedarfs aufgegeben.

Von ursprünglich 200 Testungen am Tag sackten die Anfragen auf etwa 40 ab. Wer sich auf das Coronavirus untersuchen lassen möchte, kann in Nachrodt nun nur noch das Angebot der Lenneapotheke nutzen oder beispielsweise zum Testzentrum in die Burg Holtzbrinck nach Altena fahren.

Keine Zwischenfälle, nur Imfpdiskussionen

Im April hatte das DRK die Teststelle in der Lennehalle eröffnet. Ohne viel Tam-Tam. Und ebenso wurden am Mittwoch die Türen geschlossen. In den sechs Monaten gab es zwar natürlich auch positiv Getestete – wie viele, wurde noch nicht bekannt gegeben –, aber keine Zwischenfälle. Niemand hat gebrochen, es gab auch kein Nasenbluten oder andere gesundheitlichen Probleme.

Unangenehm, aber auszuhalten: Lydia Schmitz-Machelett ließ sich in der Lennehalle in Nachrodt testen.

Zwischendurch, so erzählen die Helfer, fanden Diskussionen um die Coronamaßnahmen und über das Impfen statt. Und ein Gast wollte ohne Test einen negativen Nachweis bekommen, „weil er die Prozedur nicht aushalten könnte“. Pöbeleien gab es indes nicht.

Kostenpflichtige Coronatests: „Zeitpunkt nicht glücklich gewählt“

Davor hat Ingrid Ossenberg aber jetzt ein wenig Angst. „Wenn die Tests nun bezahlt werden müssen, glaube ich schon, dass es Unmut geben wird“, sagt die Helferin im Testzentrum. Sie bleibt mit ihrem Mann Rainer dem DRK erhalten und wechselt zu den anderen Test-Teams.

Rainer Ossenberg findet, dass der Zeitpunkt für die kostenpflichtigen Tests kurz vor der Winterzeit nicht glücklich gewählt ist und eventuell nun viele Infektionen nicht erkannt werden, weil die Menschen Geld sparen wollen.

Übrigens: Ein Großteil der 14 Mitarbeiter des Nachrodter Testzentrums gibt den Job auf. Wie auch Birgit Schulte-Pinto. „Es war eine schöne Zeit“, sagt sie und lobt vor allem das freundliche Miteinander der Zentrums-Helfer in Nachrodt.

Team spendet Trinkgeld an Kitas und Jugendzentrum

Mithilfe einer WhatsApp-Gruppe wurden die Dienste besprochen, gegenseitig ausgeholfen und niemals gab es irgendwelche Probleme, wer, welche Station im Testzentrum besetzt. Die allermeisten Besucher bevorzugten den Nasentest, obwohl auch Rachenabstriche angeboten wurden.

Eine schöne Besonderheit gab es übrigens auch: Viele Nachrodter-Wiblingwerder, die zum Test kamen, gaben als Dankeschön ein kleines Trinkgeld. 600 Euro sind zusammengekommen. Das Geld spendeten die Mitarbeiter zu gleichen Teilen an alle Kitas der Gemeinde und ans Jugendzentrum.

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