Selbsttests für Mitglieder

Corona-Test vor dem Training: Sportverein will es zahlen

Heiß begehrt: Die Nachfrage nach Corona-Selbsttests ist groß – die Verfügbarkeit jedoch noch begrenzt. SymbolbilD: Scheurer/DPA
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Heiß begehrt: Die Nachfrage nach Corona-Selbsttests ist groß. Ein Sportverein will sie seinen Mitgliedern vor dem Training zahlen

Erst der Test, dann das Training: Ein Sportverein im MK will die Selbsttests vor dem Training für Mitglieder zahlen - und damit Ungleichheit verhindern.

Nachrodt-Wiblingwerde – Jammern und Klagen hilft nicht. Zusammenhalt durchaus. Und so geht den beiden großen Breitensport-Vereinen in Nachrodt-Wiblingwerde trotz erzwungenen Stillstands nicht die Luft aus. Nicht heute und auch nicht morgen. Sie setzen auf das Prinzip Hoffnung und auf gute Ideen.

Beim TV Wiblingwerde gehen die Verantwortlichen gerade mit einer spannenden Idee schwanger. Um gemeinsamen Sport zu ermöglichen, möchte der Verein Test-Kapazitäten zur Verfügung stellen. Mit anderen Worten: Wer zur Gymnastik möchte, führt einen vom Verein gestellten Selbsttest vor Ort durch, wartet eine Viertelstunde und darf dann im besten Fall in die Halle. „In zwei, drei Wochen wird es genug Tests zu erschwinglichen Preisen geben. Dann kosten sie vielleicht zwei Euro das Stück“, sagt Jens Grote, Vorsitzender des TV Wiblingwerde.

Ziel: Kein „Sport für Privilegierte“

Wenn man mit diesen Tests gemeinsamen Sport ermöglichen könnte, wäre der Turnverein bereit, dafür in die Tasche zu greifen. Die Idee ist geboren, das Konzept wird entwickelt. Vielleicht im April könnte es starten – die Corona-Situation ist natürlich ausschlaggebend für jede weitere Entwicklung. Dass sich die Vereinsmitglieder Tests selbst kaufen – und der TV Wiblingwerde so viel Geld sparen könnte – , hält Jens Grote für keine gute Idee. „Dann hätten wir Sport für Privilegierte. Und das ist nicht Zweck der Übung.“

Im Gegenteil: Er findet es gut investiertes Geld. Und auf dem Zahnfleisch geht der Verein finanziell nicht. Übungsleiter müssen nicht bezahlt werden. Es fallen keine Startgebühren an. Die Halle gehört der Gemeinde, „wir zahlen nur, wenn wir sie nutzen“. Hinzu kommt, dass einige Wiblingwerder auch gern für ihren TV in dieser Zeit spenden.

Vereinsbeiträge belasten manche Mitglieder

„Den Leuten ist es wichtig, dass es weitergeht“, so der Vorsitzende, der keinen einzigen Austritt aufgrund der Pandemie zu beklagen hat. Vielleicht auch deshalb, weil der TV Wiblingwerde für 2020 alle Kinder bis 14 Jahren beitragsfrei gestellt hatte. „Wenn man drei Kinder im Verein hat, Kurzarbeit macht oder einen unsicheren Arbeitsplatz hat, dann läppern sich auch Vereinsbeiträge“, weiß Jens Grote, der mit seinen Mitstreitern auf die kleinste Möglichkeit hofft, endlich wieder Sport anbieten zu können.

Der TuS Nachrodt-Obstfeld beteiligt sich an der Aktion „Ich bleibe dabei!“

Sehr ähnlich sieht es auch Heinz Even, Vorsitzender des TuS Nachrodt. Die Idee der Selbsttests vor dem Sport findet er grundsätzlich gut, glaubt aber nicht, dass man sie benötigen wird. „Man muss erst einmal die Genehmigung haben, überhaupt in die Halle reinzudürfen. Und wenn es die gibt, werden die Tests nicht mehr benötigt, dann gelten die entsprechenden Abstands-Bestimmungen“, sagt Heinz Even und bedankt sich bei all seinen 850 Mitgliedern, dass sie dem Verein die Stange halten. Es gab aufgrund der Pandemie nicht mehr Austritte als in anderen Jahren, „nur eine Handvoll“, so der Vorsitzende.

TuS Nachrodt zeigt: „Ich bleibe dabei“

Der TuS hatte aufgrund des Stillstands ebenfalls überlegt, die Beiträge zu senken, aber der Kreissportbund habe davon abgeraten. „Das sei rechtlich nicht so einfach machbar, da eine Veränderung des Beitrags von der Hauptversammlung genehmigt werden müsse“, sagt Heinz Even.

Beteiligt hat sich der TuS an der Initiative „Ich bleibe dabei – Mit meinem Verein durch die Corona-Krise“. Dafür kamen 28 TuS-Akteure zum Fototermin und signalisierten: Wir halten zusammen. Der Kreissportbund hatte diese Aktion ins Leben gerufen. „Sobald es machbar ist, werden wir wieder loslegen“, verspricht Hans Even. Der Sport fehle an allen Ecken und Kanten und alle „scharren mit den Hufen, dass es endlich wieder losgehen kann“. Alle Infos zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

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