Testangebot für Mitarbeiter

Corona-Schnelltests in den Walzwerken - mit eindeutigem Ergebnis

Chantal Westphal,  Mitarbeiterin der Walzwerke Einsal, ließ sich testen.
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Chantal Westphal, Mitarbeiterin der Walzwerke Einsal, ließ sich testen.

Ein positives Ergebnis: Alle negativ. Aufatmen bei den Walzwerken, die ihren Mitarbeitern regelmäßig Corona-Schnelltests anbieten. Das wird rege genutzt. Zur Testpflicht gibt es in der Firma eine klare Meinung.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Wir passen so auf, aber es kann immer passieren. Beim Einkaufen zum Beispiel. Ich bin froh, wenn ich hier getestet werde“, sagt Mehmet Yildiz. Er hat eine Corona-Erkrankung bereits hinter sich. Vier Tage ging es ihm richtig schlecht.

Und dass Reinfektionen möglich sind, das weiß der Walzwerke-Mitarbeiter, der sich am Donnerstag (8. April) im Unternehmen testen ließ. Etwa die Hälfte der rund 300 Beschäftigten nahm das Angebot dankend an. „Natürlich wäre es schöner, wenn alle kommen würden“, sagt Henryk Leitzke, technischer Geschäftsführer im Einsaler Werk.

44 Euro pro Test, aber es gibt Mengen-Rabatt

Es gibt zwei Test-Modi bei den Walzwerken: zum einen Testungen durch ein Fremdunternehmen, wie von der Firma Mapp-Prävention aus Wickede, zum anderen Selbsttests. „Manche sagen, dass es viel besser ist, wenn man es alleine macht, aber andere können sich nicht selbst überwinden“, weiß Henryk Leitzke, der sich auch einem Nasen-Rachentest unterzog.

Für die Unternehmen sind besonders die professionellen Tests durchaus kostspielig. „Es ist bei allen Belastungen, die man so hat, wieder eine obendrauf“, so der Geschäftsführer. Ein einziger Test, so erzählt es Lisa Mende von der Firma Mapp-Prävention, kostet in ihrem Unternehmen 43,90 Euro. Es wird aber natürlich günstiger, wenn viele Tests gebucht werden.

Das Test-Team bei den Walzwerken Einsal: Lisa Mende und Joachim Prasuhn von der Firma Mapp-Prävention führten mit ihrem Team die Testungen durch. Rechts: Walzwerke-Geschäftsführer Henryk Leitzke.

Während bei den Walzwerken fast wie am Laufband getestet wurde, hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Vertreter von mehr als 40 Verbänden zur digitalen Beratungen geladen. Die Wirtschaft stemmt sich gegen mögliche gesetzliche Auflagen für Corona-Testangebote für Beschäftigte. Und auch Henryk Leitzke sagt: „Das Testen ist nur eine Krücke, um zu überspielen, dass man es mit den Impfungen nicht vernünftig organisiert hat.“

Testpflicht: Erheblicher Aufwand

Auf freiwilliger Ebene findet der Geschäftsführer die Testungen sinnvoll: „Wir machen es sowieso, weil wir nicht wollen, dass, wenn jemand positiv ist, er andere ansteckt. Dann hätten wir unter Umständen das Problem, dass wir nicht mehr produzieren könnten.“ Aber ob es wirklich sinnvoll sei, alle Mitarbeiter verpflichtend zwei Mal in der Woche zu testen, und den Unternehmen aufbürdet, die Testpflicht auch durchzusetzen, stellt Henryk Leitzke doch erheblich infrage – „vom organisatorischen Aufwand ganz zu schweigen.“ Damit liegt er voll einer Linie mit seinem Kollegen Dr. Bodo Reinke, der deutliche Worte findet.

Die Frage, ob Arbeitgeber das Personal überhaupt zwingen kann, einen Corona-Test durchzuführen, ist juristisch eine schwierige. Denn der Arbeitnehmer hat grundsätzlich die Möglichkeit, sich auf sein Persönlichkeitsrecht zu berufen und einen Test abzulehnen.
Daran dachten die Walzwerke-Mitarbeiter gestern im Traum nicht.

„Wir befinden uns in einer schwierigen Corona-Lage, man kann sich überall anstecken. Deshalb sind die Tests so wichtig“, so Chantal Westphal, die als Buchhalterin arbeitet. „Wenn wir einen finden und dann andere schützen können, ist das super“, meint Maschinenbautechniker Philip Bastian. Unangenehm, aber zu ertragen: So empfanden alle die sogenannten Point-of-care (PoC)-Tests, die ohne Laboruntersuchungen auskommen. Das Ergebnis: Alle waren negativ. Alle Infos zur Corona-Entwicklung im MK gibt‘s in unserem News-Blog.

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