Keine Treffen seit zig Monaten

Corona: Frauenhilfen in großer Sorge

Die Frauenhilfe Nachrodt-Obstfeld bei einem Treffen im Gemeindehaus. Diese Geselligkeit fehlt den Mitgliedern seit Ausbruch der Pandemie
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Die Frauenhilfe Nachrodt-Obstfeld bei einem Treffen im Gemeindehaus. Diese Geselligkeit fehlt den Mitgliedern seit Ausbruch der Pandemie

Die Frauenhilfen in Nachrodt und Wiblingwerde sind in großer Sorge um ihre Mitglieder: Seit vielen Monaten gibt es keine Treffen, einen Austausch. Und der regelmäßige Kontakt ist gar nicht so leicht zu halten.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Wenn wir wieder loslegen, kommt alles, was Beine hat“, sagt Helga Baumann. Sie lacht, obwohl ihr nicht zum Lachen zumute ist. Denn die Leiterin der Frauenhilfe Wiblingwerde macht sich Sorgen um die Mitglieder, die sich seit mehr als einem Jahr nicht getroffen haben.

Vom Zwei-Wochen-Rhythmus auf Null. Stillstand. „Für mich persönlich ist das schwer zu ertragen. Die Leute vereinsamen und uns läuft die Zeit weg.“ Ein Kummer, den ihre Amtskollegin Monika Wolff von der evangelischen Frauenhilfe Nachrodt-Obstfeld teilt.

Corona „die größte Krise für uns alle“

„Es ist die größte Krise für uns alle“, sagt Monika Wolff, die mit allen Mitteln versucht, den Kontakt zu den Frauen nicht zu verlieren. Zu Ostern ist sie mit ihrer Schwester Marion Becker, ihrem Mann und ihrem Schwager in Nachrodt von Tür zu Tür gegangen, um kleine Geschenke in selbst gebastelten Osterkörbchen zu verteilen.

„Es war eine Überraschung und alle haben sich riesig gefreut“, sagt Monika Wolff, die für Weihnachten Briefe mit Blumen-Gutscheinen verschickte. „Man kann richtig depressiv werden in dieser Zeit, uns fehlt allen die Gemeinschaft sehr“, erzählt Monika Wolff.

Whatsapp und Video keine Option

Whatsapp-Kontakte oder Video-Konferenzen sind bei den Mitgliedern der Frauenhilfen in Nachrodt und in Wiblingwerde nicht möglich. „Ich weiß auch nicht, wie das geht und bei uns sind fast alle Mitglieder über 80 Jahre“, erzählt Monika Wolff und hofft, dass alle Mitglieder bis Oktober durchhalten. Denn dann, so glaubt sie, können Treffen vielleicht wieder stattfinden.

Auch Helga Bormann ist zuversichtlich, dass es nach den Sommerferien erste Zusammenkünfte wieder geben kann: „Wenn wir die Chance bekommen, uns ohne große Einschränkungen zu treffen, dann bestellen wir uns einfach eine riesige Torte. Und dann muss der Kaffee in Strömen fließen.“

Hoffnung auf Impfungen

In Wiblingwerde gibt es 73 Frauenhilfs-Mitglieder, die sehnlichst auf ein bisschen Normalität hoffen. „Uns fehlt die Gemeinschaft, uns fehlen die Diskussionen. Wir reden über Themen, die die Welt bewegen, wir machen Ausflüge, wir arbeiten bestimmte Dinge aus der Bibel auf“, erzählt Helga Baumann, die zum Weltgebetstag in diesem Jahr „eine Tüte“ gebastelt hat – mit Teebeuteln, Teelichtern, Beschreibungen zum Weltgebetstag und einem persönlichen Brief für jedes Frauenhilfs-Mitglied.

„Danach sind relativ viele Spenden eingegangen. Die Leute warten einfach darauf, dass etwas passiert“, sagt Helga Baumann und hofft ebenso wie Monika Wolff, dass die lange Durststrecke bald geschafft ist und dass der Impffortschritt die ersehnte Entspannung bringt. Alle Neuigkeiten rund um die Corona-Pandemie im MK lesen Sie in unserem News-Blog

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