Erster Präsenzgottesdienst in Nachrodt

Abendmahl hinter Acrylglas 

Durch eine Acrylglasscheibe getrennt: Pfarrer Ulrich Schmalenbach und die Messe-Besucher beim Abendmahl in St. Josef in Nachrodt
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Durch eine Acrylglasscheibe getrennt: Pfarrer Ulrich Schmalenbach und die Messe-Besucher beim Abendmahl in St. Josef in Nachrodt

Endlich wieder Gottesdienst: Die Katholiken atmen auf - und nutzten das Angebot zum Auftakt in Nachrodt. Selbst Abendmahl war möglich- unter besonderen Bedingungen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die erste Messe seit Dezember: Am Samstag (6. März) gab es in der Nachrodter Kirche St. Josef den ersten Gottesdienst nach monatelanger Corona-Pause. Diese Chance nutzten viele: Von den 20 verfügbaren Plätzen blieben nur wenige frei.

Eingeladen wurde zu einer Vorabendmesse – eigentlich nichts besonderes. Dennoch waren sich die Besucher einig: „Das ist schon ganz etwas anderes“, meinte Margot Hartwig, die sich freute, endlich wieder live bei einem Gottesdienst dabei sein zu können.

Bedürfnis „mal wieder vorbeizukommen“

Das Gotteshaus selbst war in den letzten Monaten zwar zur stillen Andacht und Einkehr offen. Gottesdienste konnte Margot Hartwig in der Zwischenzeit aber nur von zuhause über das Internet sehen. Und das ist nicht dasselbe.

Auch Reimund Stoltmann war aus Iserlohn zur Vorabendmesse in St. Josef gekommen. Auch er habe in der letzten Zeit Messen „über das Internet verfolgt“. Dafür habe er Angebote verschiedener Gemeinden genutzt.

Doch Gottesdienst live kann dies nicht ersetzen. Unter den Kirchengängern war auch Sascha Fotiadis von der neuapostolischen Gemeinde in Altena. „Ich hatte das Bedürfnis, mal wieder vorbeizukommen“, sagte er. „Ich finde Ökumene ganz wichtig.“

Medizinische Maske, Namensliste und Acrylglasscheibe

Die Sicherheitsstandards für den Abend waren groß. Plätze sind in den Bänken markiert, damit Gäste nicht zu nah nebeneinander sitzen. Weiterhin gibt es eine Namensliste. Neu ist: Es müssen FFP2- oder OP-Masken während der gesamten Veranstaltung getragen werden. Nur noch maximal 20 Gäste in die Kirche kommen.

Erster Präsenzgottesdienst in St. Josef in Nachrodt: 20 Besucher sind erlaubt.

Immerhin: Mithilfe einer Acrylglas-Scheibe war sogar das Abendmahl möglich. Dazu stellten sich die Gäste mit reichlich Abstand in eine Reihe. Pfarrer Ulrich Schmalenbach überreichte die Oblaten dann in kleinen Schälchen. Schmalenbach, der die Pfarrei St. Matthäus Ende des Monats verlässt, begrüßte die Gemeinde nach „einer langen Pause“ wieder zu einem Präsenz-Gottesdienst. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

Gottesdienste auf Youtube

Er sprach die Schwierigkeiten an, die die katholische Kirche belasten – diese seien vergleichbar mit einem Virus, das bekämpft werden muss. Nur wenn sich die Kirche wirklich erneuere, könne sie wieder Menschen anziehen. So wie es das Bistum Essen mit der Pfarrei St. Matthäus vorhat, wenn Schmalenbach Ende März geht.

Dann wird es keinen eigenen Pfarrer mehr für die rund 5000 Katholiken in Altena und Nachrodt geben - sondern eine Frau an der Spitze der katholischen Pfarrei - erstmalig im Bistum Essen – und gemeinsam mit einem „moderierendem Priester“

Der Gottesdienst war der erste seit Monaten – sowohl in Nachrodt-Wiblingwerde als auch für die Pfarrei St. Matthäus insgesamt. Gottesdienste in St. Matthäus und St. Theresia in folgten am Sonntag. Die Pfarrei hatte in der Zwischenzeit Online-Angebote bereitgestellt. Gottesdienste wurden etwa auf der Video-Plattform YouTube veröffentlicht.

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