98 Prozent „hausgemacht“

Immer wieder Quell des Ärgers: Vermüllte Container-Standorte

„Vernünftige Leute“, steht es deutlich auf dem Schild, „hinterlassen hier keinen Müll.“

Nachrodt-Wiblingwerde – „Container-Standorte sind keine Müllhalden!“, ärgert sich SPD-Ratsherr Aykut Aggül. „Manch ein Bewohner oder Bürgerinnen und Bürger, die nicht in der Gemeinde leben, scheint sie damit aber zu verwechseln.“ Immer wieder würden an den Containern Abfälle aller Art abgelagert.

 Am Wochenende wurde scheinbar in Nachrodt-Wiblingwerde wieder gründlich aufgeräumt. „Leider nutzten einige Bürgerinnen und Bürger nicht die Container, sondern kippten den Müll an den Containerstandorten ab.

Besonders betroffen war wieder der Standort Ehrenmalstraße“, klagt Aggül. „Die Anwohner vom Langenstück mussten dabei – mal wieder – die Müllberge ertragen.“ Viele Beschwerden landen zunächst einmal bei Mark Wille, im Fachbereich 2 der Verwaltung unter anderem für Sicherheit und Ordnung zuständig. 

„Es gibt viele Leute, denen es ganz egal ist, wo sie ihren Müll hinwerfen“, bedauert Wille. Er macht auch darauf aufmerksam, dass bei Überfüllung eines Containerstandortes nur ein Fahrweg von wenigen Minuten zum Bringhof in Letmathe zurückzulegen wäre.

Problemstandorte Ehrenmalstraße und Holensiepen

Die Problemstandorte Ehrenmalstraße und Holensiepen werden wegen laufender Vermüllung von dem Baubetriebshof Altena arbeitstäglich gesäubert und geräumt. „Seit Jahren kämpfe ich für eine saubere Gemeinde und habe gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion den Antrag gestellt und die Verwaltung damit beauftragt, ein Konzept für die Container-Standorte in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde zu erstellen“, berichtet Aggül.

Elf Standorte für Container gibt es in der Gemeinde, weiß Wille. Für den ZfA (Zweckverband für Abfallbeseitigung) sorgt die Firma Lobbe dafür, dass die Behälter regelmäßig geleert werden.

Bußgelder bis 500 Euro möglich

Und es ist einiges, was da zusammenkommt. Dieter Petereit, Betriebsleiter beim ZfA, hat die Zahlen: Im Jahr 2018 wurden in der Doppelgemeinde 535 Tonnen Grünabfall eingesammelt, 461 Tonnen Papier und Pappe sowie 126 Tonnen Altglas. Diese Tonnage habe sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert, berichtet Petereit. Für eine Gemeinde von der Größenordnung Nachrodt-Wiblingwerdes seien das aber durchaus beachtliche Zahlen. 

Eine Patenrezept, was gegen die falsche Müllablagerung zu tun ist, hat man indes beim ZfA auch nicht zur Hand. Natürlich würden Verwarngelder und auch Bußgelder verhängt, wenn man die Identität eines Müllsünders feststellen kann. Diese Gelder summieren sich im Übrigen im Laufe eines Jahres auf rund 10000 Euro, weiß Petereit. Die Bußgelder könnten sich auf bis zu 500 Euro belaufen.

Sind es tatsächlich vielfach Auswärtige, die für die Müllsünden verantwortlich sind? Petereit erinnert sich gut an Vorfälle aus Menden, denen der ZfA in der Vergangenheit nachgegangen war. „Da hieß es, es seien die Fröndenberger“. Tatsächlich habe sich dann aber gezeigt, dass nur rund zwei Prozent der Müllsünden durch Auswärtige begangen werden. Rückschluss laut ZfA: 98 Prozent der Fälle sind „hausgemacht.“ Aykut Aggül fragt sich: „Wollen wir Videoüberwachung oder strengere Kontrolldienste der Standorte? Wir hoffen auf eine gemeinsame Lösung!“

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