Claus Renfordt mag es gerne etwas größer

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Claus Renfordt und Sohn Robin sind stolz auf die motorbetriebene Kreissäge der Marke Eigenbau: Die Kraft des alten Deutz-Traktors bringt das Sägeblatt in Schwung. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Was wäre die am nächsten liegende Lösung, wenn man eine Kreissäge benötigt, um für den heimischen Kamin genügend Holzvorräte zu beschaffen? Nun könnte man auf die Idee verfallen, sich in den nächsten Baumarkt zu begeben, um dort entsprechend einzukaufen. Claus Renfordt von der Nordhelle war das zu einfach, weshalb er einen recht unkonventionellen Weg gewählt hat.

Ein Modell „von der Stange“ kam für Renfordt nicht in Frage, denn er liebt es halt ein bisschen größer. Der Zufall wollte es, dass Renfordt sich einen Traktor sichern konnte, der viele Jahre lang im Freien gestanden hatte und nicht mehr gebraucht wurde. Dieser 15er Deutz ist die Basis einer der ungewöhnlichsten Sägen im Umkreis. Dieses Fahrzeug ist mit einer Riemenscheibe ausgestattet, die von einem 15 PS starken Motor angetrieben wird. Von der Scheibe führt ein starker Lederriemen zu einer zu einer zweiten, kleineren Scheibe. Durch die Drehung des Motors und die damit entstehende Rotation sorgt der Riemen dafür, dass das Fahrzeug angetrieben wird.

Auf die Idee, diese Konstruktion zum Antrieb einer Kreissäge zu nutzen, wäre Claus Renfordt vielleicht nie gekommen, hätte nicht sein Sohn Robin nach dem Sinn dieser Einrichtung gefragt. Er meinte, dass es doch möglich sein müsse, mit dieser Riemenscheibe auch noch etwas anderes zu machen, als nur den Trecker anzutreiben. Das brachte Vater Claus letztlich auf die Idee, aus dem alten Traktor – er entstammt immerhin dem Baujahr 1950 – eine fahrbare Kreissäge zu machen.

Zunächst einmal restaurierte Renfordt das Fahrzeug so weit wie möglich und nötig. Dann brachte er an dem Vorderteil des Schleppers eine stählerne Haltevorrichtung an. Mittels einer Hebelmechanik war er nun in der Lage, Baumstämme anzuheben und in der Vorrichtung unterzubringen. Sobald dies geschehen ist, wird das Kreissägeblatt an die Riemenscheibe angeschlossen. Der Motor treibt die Scheibe an und diese wiederum setzt das Sägeblatt in Bewegung. Die Säge ist auf einer Art Wippe montiert. Renfordt drückt sie einfach an einem Handgriff nach unten und die Säge durchschneidet den Stamm.

Seine auf der Idee seines Sohnes Robin basierende Vorrichtung habe gegenüber den Produkten aus einem Baumarkt allerdings mehrere entscheidende Vorteile, meint Renfordt. Zum einen sei er auf keinerlei Stromversorgung angewiesen. Somit sei er in der Lage, auch im Wald zu arbeiten, ohne ein entsprechendes Gerät mitschleppen zu müssen. „Ich fahre einfach in den Wald und kann dann, wo immer ich auch will, die Kreissäge einsetzen“, schmunzelt der Bastler zufrieden.

„Der Trecker wird nur privat genutzt“, erklärt Renfordt mit Blick auf die Arbeitssicherheit seiner Motorkreissäge der Marke Eigenbau. „Und natürlich ist das Sägeblatt auch gesichert. Denn schließlich soll ja nichts passieren.“ Das war eine ausgesprochen gute Idee. Denn das Sägeblatt, welches seinen Trecker ziert, ist mit einem Durchmesser von 800 Millimetern das größte, das derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Aber wie sagt Claus Renfordt: „Ich mag es halt immer gerne etwas größer.“ ▪ hb

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