„Ich bin ein Teamplayer. Und das ist nicht erwünscht“

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Petra Triches und Sonja Hammerschmidt begrüßen Christiane Lange (Mitte) in der UWG

Nachrodt-Wiblingwerde- Ein Abschied als Paukenschlag: SPD-Ratsfrau Christiane Lange ist aus der Partei ausgetreten. Das Hickhack rund um den Koalitionsvertrag auf Bundesebene hat aber nichts mit ihrem Entschluss zu tun. Es ist vielmehr die Parteiarbeit in der Gemeinde, die sie nicht mehr mittragen möchte. „Ich bin ein Teamplayer. Und das ist in der SPD nicht erwünscht.“

Schmutzige Wäsche möchte sie nicht waschen. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt die 61-Jährige, die ab sofort bei der UWG mitarbeitet. Und auch ihr Ratsmandat mitnimmt. Eine „Überläuferin“, so könnte man die Fakten beschreiben. Dahinter stehen Monate und Jahre, in denen Christiane Lange augenscheinlich immer unzufriedener bei der Nachrodt-Wiblingwerder SDP wurde. Sie suchte, so erzählt sie, deshalb das Gespräch mit ihrer Fraktion. „Aber das offene Wort hat keine Früchte getragen“.

Statt eines gemeinsamen Angehens der Dinge, habe es sehr viel Einzelarbeit gegeben. „Man war in manchen Sachen einfach nicht involviert.“ Und dann lief für sie das Fass über – „beim Rausschmiss von Ulrich Vogel. Die halbe Fraktion wusste nichts von dem Vorhaben von Matthias Lohmann“, sagt Christiane Lange. „Das war unfassbar.“

Ihre Hoffnung und Devise „Einer für alle, alle für einen – und gemeinsam für unsere Gemeinde“ konnte die Kommunalpolitikerin aus ihrer Sicht nicht umsetzen. „Was mir nicht gut tut, davon muss ich mich trennen“, so sieht es Christiane Lange, die auch manch eine Freundschaft in der Fraktion schließen konnte – mit Rita Joergens beispielsweise. Und doch empfand die Wiblingwerderin, die zwei Direktmandate holte und 2009 erstmals in den Rat gewählt wurde, die vergangenen Monate als Ballast.

„Wir freuen uns, eine kompetente und erfahrene Mitstreiterin bei uns willkommen zu heißen“, sagt Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG. Und auch Sonja Hammerschmidt strahlt über den Neuzugang. „Schön, dass sich Christiane für uns entschieden hat.“ Die UWG hat jetzt einen Mandatsträger mehr – sechs statt wie bisher fünf, für SPD und CDU ergibt sich mit je acht Sitzen ein Patt.

Rein rechtlich ist die Mitnahme des Mandates kein Problem. Aber genau dies kann Susanne Jakoby, Fraktionsvorsitzende der SPD, nicht nachvollziehen. „Diese Auffassung, dass ein Ratsmandat ein persönliches Mandat ist, kann ich nicht teilen. Es war ein Ticket der SPD“, so Jakoby, die die Entscheidung von Christiane Lange zwar akzeptiert, aber „ich bedaure schon, dass sie das Gefühl hat, diesen Schritt gehen zu müssen und sich in der SPD nicht gut aufgehoben fühlt.“

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