1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

„Es ist kein dreckiges Geschäft“

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Christian Pohlmann (2.v.r.) – hier mit seinem Sohn – ist neuer Vorsitzender der SPD, Ronny Sachse (links) ist sein Stellvertreter, Gerd Schröder Kassierer. Wer bei der SPD mitmachen möchte, kann sich unter christian.pohlmann@spd-nawi.de oder unter 0171 7022099 melden.
Christian Pohlmann (2.v.r.) – hier mit seinem Sohn – ist neuer Vorsitzender der SPD, Ronny Sachse (links) ist sein Stellvertreter, Gerd Schröder Kassierer. Wer bei der SPD mitmachen möchte, kann sich unter christian.pohlmann@spd-nawi.de oder unter 0171 7022099 melden. © Fischer-Bolz, Susanne

Er möchte Menschen für die Kommunalpolitik begeistern, sie ermutigen, bei der SPD mitzumachen, sich einzubringen: Das ist das größte Ziel, dass sich Christian Pohlmann gesteckt hat.

Nachrodt-Wiblingwerde – Christian Pohlmann ist der neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. André Gütting hat sich aus persönlichen Gründen nicht erneut für die Position an der Spitze zur Wahl gestellt, „aber wir haben ihn nicht vergrault, er ist jetzt Schriftführer“, sagt Ronny Sachse, seines Zeichens jetzt zweiter Vorsitzender. Man könnte es so formulieren: Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden nur einige Plätze getauscht. Gerd Schröder bleibt Kassierer, sein Stellvertreter ist Martin Neumann. Beisitzer sind Birgit Hirt und Susanne Jakoby.

Warum sollte man bei der SPD mitmachen?

Christian Pohlmann: Dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sehen wir in Europa und weltweit. Demokratie lebt nicht von alleine. Es gibt viele Menschen, die sich in sozialen Medien äußern, die Themen kommentieren. Ich möchte, dass sie sich engagieren, um auch das Meinungsbild abzudecken. Die Leute, die jetzt im Rat sitzen, können nicht von allen Dingen Ahnung haben. Wir brauchen Frauen, wir brauchen Menschen, die Kinder haben. Es geht um Entscheidungen zu Schulen, Jugendzentrum, Bücherei. Je mehr Personen ihr Wissen einbringen, desto besser werden die Entscheidungen auch sein.

Die SPD hat jetzt die Posten nur verschoben, hat also ein riesiges Nachwuchsproblem?

Das ist in allen Parteien im Ort so. Wir verkaufen einen Ladenhüter. Politik ist bedauerlicherweise schwer schmackhaft zu machen.

Obwohl es im Rat und in den Ausschüssen sehr spannend ist.

Ja, es ist spannend. Und die Leute äußern sich außerhalb auch gern dazu. Ein gutes Beispiel ist die Lennebrücke. Wie schwer war es am Anfang, den Leuten klar zu machen, dass wir da keine Handlungshoheit haben. Je mehr Leute also im Thema sind, umso besser ist es.

„Politik ist ein schmutziges Geschäft“ wird gern gesagt.

Das ist es nicht, zumindest in so einer kleinen Kommunalpolitik wie Nachrodt-Wiblingwerde nicht. Wir haben alle untereinander ein gutes Verhältnis, unabhängig, für welche Partei man im Rat sitzt. Es ist kein dreckiges Geschäft. Natürlich geht es darum, sich eine Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten.

Was kommt jetzt als Vorsitzender auf Sie zu?

Ein Vorsitzender versucht, die Partei zusammenzuhalten. Wir haben uns vorgenommen, wieder ein Frauenkabarett auf die Beine zu stellen. Aber auch dafür braucht man Leute. Als Vorsitzender hält man den Kontakt zum Unterbezirk und es geht natürlich auch darum, ein Netzwerk zu schaffen.

Klausurtagungen gab es früher im großen Stil, heute nicht mehr.

Früher waren wir viele Jahre an der Sorpe, das ist dann irgendwann an den Kosten gescheitert. Dann waren wir in Hagen, doch mit Corona sind wir auf Online-Meetings umgestiegen. Jetzt werden wir im Januar wieder eine Klausurtagung starten.

Beim nächsten Haushalt wird man die Enden nicht zusammen bekommen. Grundteuererhöhungen stehen an?

So wird spekuliert.

Unangenehme Beschlüsse machen keine Freude. Ein Abriss folgt dem nächsten. Geht in Nachrodt alles den Bach ‘runter?

Dass man den Eindruck haben kann, möchte ich teilen. Wir müssen irgendwann auch anfangen, etwas aufzubauen. Es dauert manches einfach viel zu lange. Wenn ich sehe, wie lange das Gerüst am Amtshaus steht. Es ist auch ein Eindruck, der damit vermittelt wird. Dem kann man begegnen, indem man sich engagiert und im Thema ist und dann auch weiß, warum das so ist. Allerdings gibt es zu viele Baustellen in der Gemeinde.

Wo fängt man an?

Wir fangen mit dem Amtshaus an. Die Ausschreibungen laufen.

Wir sehen nur Kummerstelen, die Brücke, das Amtshaus, die Lennehalle, die Turnhalle.

Zehn Jahre Stärkungspakt, zehn Jahre Investitionsstau. Es liegt deshalb auch vieles brach.

Wenn die Bürger hören, dass die Grundsteuer erhöht wird, werden sie dann nicht auf die Barrikaden gehen?

Wir müssen die Bürger stärker mit einbinden. Das ist aber auch Aufgabe einer Bürgermeisterin, die Menschen mitzunehmen. Das kommt mir bisweilen zu kurz. Vielleicht ist es auch sinnig, eine Bürgerversammlung einzuberufen, bereit zu sein, Fragen zu beantworten.

Eine Bürgerversammlung zur Allgemeinsituation?

Ja, zum Beispiel zu der Situation, dass über viele Jahre die Gebäude vernachlässigt worden sind. Wir gehen aber nun alle öffentlichen Gebäude an. Für die nächsten Generationen. Von manchen Gebäuden hat der Bürger nur sekundär etwas, wie vom Amtshaus, von der Feuerwehr. Deswegen war es der SPD wichtig, dass für die Sportler und die Schüler etwas Vernünftiges unter der Turnhalle am Holensiepen entsteht, wovon die Bürger direkt etwas haben.

Wird es tatsächlich eine neue Lennehalle geben?

Ja. Natürlich haben wir gegenüberliegend eine Turnhalle. Aber die Lennehalle ist nicht nur eine Sporthalle, sondern auch eine Veranstaltungshalle. Der Kulturschock nutzt sie, der Hallentrödel, das Brettken, die Grundschüler und viele mehr. Wenn man eine vernünftige Mehrzweckhalle hat, wird sie auch genutzt. Auch in einer Gemeinde mit nur 6500 Einwohnern sollten wir auf jeden Fall so eine Halle haben.

Auch interessant

Kommentare