Chinesische Austauschschülerinnen entdecken das Landleben

Mo, Vanessa, Anika, Carina, Xu und Leonie (v.l.) Die Austauschschülerinnen haben für ihre Gastfamilien Geschenke mitgebracht: ein chinesisches Schreibset, ein Seidentuch und Tee.

NACHRODT-WIBLINGWERDE. Sie kommen aus einem Land mit 1,34 Milliarden Menschen. Flächenmäßig würde das kleine Deutschland 26 Mal in China „reinpassen“. Wenn sich Mo und Xu in ihrer Muttersprache unterhalten, können ihre Gastfamilien Grennigloh und Hülle den exotisch klingenden Tönen nur erstaunt zuhören - sie verstehen kein Wort.

Doch den beiden chinesischen Austauschschülerinnen geht es mit der deutschen Sprache auch nicht viel besser. Zum Glück gibt es aber das gute, alte Englisch.

Die Töchter Vanessa und Carina besuchen das Gymnasium Hohenlimburg in Hagen. Seit zwei Jahren fördert die Schule ein Austauschprojekt mit der Wuxing High School in Huzhouin in der Provinz Zhejian. In den vergangenen sieben Tagen erfuhren sowohl die Gastschülerinnen, als auch die beiden Gymnasiastinnen einiges von einander. Eine kulturelle Besonderheit sind die englischen Vornamen für Chinesen. So lautet Mos englischer Vorname Candy - Xu wird Vera genannt.

„Nach unserer Rechnung ist Mo 16 Jahre alt, Xu 17 Jahre. In China sind sie aber schon 17 und 18 Jahre“, weiß Vanessa. Kommt hier ein Kind auf die Welt, ist es bereits ein Jahr alt - lautet ihre Erklärung.

Während der vergangenen Woche haben Vanessa und Carina ihre Austauschschülerinnen als sehr höflich und diszipliniert erlebt. Sie fragen, bevor sie sich am Tisch etwas zu essen nehmen, sie fragen, ob sie aufs Zimmer, oder ob sie schlafen gehen können, bestätigt auch Mos „Ersatz“-Mama Anja Grennigloh.

Zum Nachdenken brachte Vanessa und Carina der völlig andere Tagesablauf der chinesischen Schülerinnen. Xu erzählt, dass sie eine Stunde Freizeit am Tag habe. Auch abends habe sie noch Aufgaben zu erledigen, lese in Schulbüchern und bereite sich auf den nächsten Schultag vor. „Wenn morgens der Wecker klingelt, stehen Mo und Xu sofort auf.“

Für Erheiterung sorgt in der Runde das Größenverständnis von Mo. Sie komme aus einer kleinen Stadt, erzählt die 16-Jährige. „Wir haben etwa zwei Millionen Einwohner.“ Ein Blick ins Internet verrät, dass ihre Heimatstadt Huzhou genau 2,5 Millionen Einwohner zählt. Die frische sauerländer Luft wird den beiden jungen Chinesinnen sicherlich noch lange in schöner Erinnerung bleiben, denn über ihrer „kleinen“ Heimatstadt hängt eine permanente Dunstglocke.

Ihre Zeit nutzten Vanessa, Carina, Mo und Xu aber auch dazu, die jeweiligen Muttersprachen kennen zu lernen. Ein paar Wörter und Sätze werden bestimmt für immer hängen bleiben. Danke, Bitte, Gute Nacht und Tschüss kommen Mo und Xu mittlerweile flüssig über die Lippen, und die Freundinnen Vanessa und Carina werden sich sicherlich in nächster Zeit mit dem Satz „Ni( ze(nme yàng“ begrüßen und darauf mit „Ha(o, antworten.

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