Diese vier Forderungen haben Milchbauern an die Politik

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Klare Forderungen haben die Milchbauern an die Politik.

Nachrodt-Wiblingwerde – CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak war zu Gast auf dem "Dosa"-Hof: Dort hörte er klare Forderungen der Milchbauern.

„Das Wetter kann die Politik nicht ändern, wohl aber die Rahmenbedingungen, damit die Landwirtschaft flexibler auf die zunehmende Trockenheit reagieren kann,“ sagt der Wiblingwerder Günter Buttighoffer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Märkischer Kreis, nach einem Hintergrundgespräch mit dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schick (CDU) und dem Generalsekretär der CDU, Paul Ziemiak, auf dem Milchviehbetrieb der „Dosa KG“ in Wiblingwerde. 

In einem Punkt werfen die Landwirte der Landesregierung heftige Versäumnisse vor: „Wir sehen immer noch keine ernsthaften Bemühungen, der ungebrochenen Flächenversiegelung Einhalt zu gebieten“ kritisierte Buttighoffer. 

Gespräche wie das jüngste seien wichtig, unterstreicht Buttighoffer. Nur wenige Politiker hätten schließlich unmittelbar Einblick in die Erfordernisse der Landwirtschaft. 

Gesprächsrunde auf dem Hof: (v.l.) Sarah Krämer, CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, Dominick Hannuschke und Landtagsabgeordneter Thorsten Schick.

„Wenn wir da Verständnis schaffen, haben wir schon etwas erreicht“, ist der Vorsitzende des Kreisverbandes überzeugt. 

Vier zentrale Forderung richtete er beim Besuch auf dem Hof von Dominick Hannuschke und Sarah Krämer an die Politiker. Ein Überblick. 

Wiesen in Acker umwandeln 

„Allein das Gras von unseren Wiesen reicht nicht aus, um unsere Kühe zu füttern“, verdeutlichte Hannuschke. „Wir kaufen zwar Maissilage hinzu, aber mit Getreide- und Feldfutterflächen könnten wir der Futterknappheit flexibler entgegen wirken.“ 

Buttighoffer ergänzte: „Wir fordern die Lockerung des Grünlandumbruchverbots im Sauerland, wo fast 90 Prozent der Flächen Wiesen sind, in einer abgegrenzten Gebietskulisse. Was wir nicht brauchen, ist ein Freifahrtschein für unbegrenzten Maisanbau.“ 

Buttighoffer nennt trockenresistente Futterpflanzen wie Kleegras als gutes Beispiel. Das würde die Landwirte entlasten. Rechte zur Umwandlung müssten derzeit aber „für viel Geld“ gekauft werden. 

Wald in Ackerland umwandeln 

Auf den großen Flächen abgestorbenen Waldes wünschen sich die Waldbauern „die Möglichkeit, diese für landwirtschaftlichen Anbau geeignete Flächen umwandeln zu dürfen, um zeitnah eine Wertschöpfung möglich zu machen.“

Denn eine Wiederaufforstung würde neben hohen Kosten auch frühestens in 80 Jahren Erträge bringen, betonte Buttighoffer. 

Gleichzeitig führt der Vorsitzende aus, dass man die Ausgleichsmaßnahmen und Kompensationsflächen reduzieren solle. 

Bisher müssen für einen Hektar Fläche Wald, der in Nutzfläche umgewandelt wird, drei Hektar kompensiert werden. 

Die Forderung der Landwirte: Diese Zahl auf ein Drittel zu reduzieren. 

Düngeverordnung anpassen 

Kommt es auf die Düngeverordnung zu sprechen, sträuben sich Buttighoffer – wie den meisten Landwirten – die Nackenhaare: „Wir haben keine nitratbelasteten Gewässer, sollen aber zusätzliche Beschränkungen zum Gewässerschutz hinnehmen. Das macht keinen Sinn, einen Missstand dort zu bekämpfen, wo er nicht vorhanden ist.“ 

Eindringlich mahnt der Landwirt, eine praxisnahere Lösung zu erarbeiten, damit durch Düngung auch in Hanglagen gesunde Pflanzen heranwachsen, die ausreichend Futter für die Tiere liefern. 

„Im Bergland ist landwirtschaftliche Nutzung nahezu ausschließlich durch Rinderhaltung möglich. Diese braucht andere Regeln als die Ackernutzung“, sagt der Wiblingwerder. 

Flächenfraß zeitnah stoppen 

„Unternehmen Sie endlich ernsthafte Anstrengungen, der Flächenversiegelung Einhalt zu gebieten“, forderte der Kreisvorsitzende der Landwirte. 

Durch Versiegelung, private oder industrielle Nutzung oder Naturschutzmaßnahmen verschwänden in NRW über zehn Hektar Land täglich aus der landwirtschaftlichen Nutzung. 

Auf einer schrumpfenden Fläche könne die Landwirtschaft nicht den Anforderungen gerecht werden, gleichzeitig mehr Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, erneuerbare Energien zu erzeugen und Umweltschutz voranzutreiben. 

Die Vorschläge des Bauernverbandes, die seit Jahren erhoben würden, hätten kaum Gehör gefunden.

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