"Wir müssen zu Potte kommen"

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Schankraum und Fremdenzimmer sollen erhalten bleiben.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Eine „abgespeckte“ Rastatt, aber modern für die Zukunft: So könnte es werden, wenn der Schankraum mit den darüber liegenden Fremdenzimmern erhalten bleibt, die übrigen Gebäudeteile abgebrochen werden und höhengleich mit dem Schankraum ein Saal für 80 bis 100 Personen errichtet wird. Über dem neuen Saal könnten möglicherweise weitere Fremdenzimmer entstehen. Das ist die Idee der CDU-Fraktion, die während der Sitzung des Rates auf Wohlwollen stieß.

 „Wir müssen mal zu Potte kommen“, formulierte es Peter Herbel (CDU), der die konkrete Idee ins Rennen geschickt hatte, nachdem Jens-Philipp Olschewski als CDU-Fraktionsvorsitzender den Antrag gestellt hatte, die Immobilie unter der Prämisse der Erhaltung des Gebäudes sachverständig und fachmännisch zu untersuchen.

„Die Rastatt wird von den Bürgern genutzt und geschätzt. Es muss das Ziel sein, das Gebäude mit der Absicht der gastronomischen Nutzung zu erhalten. Wir haben eine Million investiv im Haushalt dafür. Wir wollen unsere Infrastruktur erhalten. Wir befinden uns im Stärkungspakt und sind sicher nicht die reichste Gemeinde, aber das sind wir den Bürger und Bürgerinnen schuldig.“

Alle kennen die Mängel des Gebäudes. Aber es ist ortsprägend – „und muss erhalten bleiben“, findet auch Susanne Jakoby (SPD). „Wir hätten das schon viel früher machen können, dann hätten wir Frau Ahlers eine Menge Kummer erspart. Aber das war von Teilen des Rates so nicht gewollt“, erklärte die Fraktionsvorsitzende, die ihr Mandat Ende Mai abgeben wird.

Zu einem möglichen neuen Konzept (Bericht oben) meinte Matthias Lohmann (SPD): „Erst benötigen wir das Gebäudekonzept, dann müssen wir gucken, ob es ein Gastronomiekonzept für unsere Ansprüche gibt. Es nützt uns jetzt nichts, wenn wir ein spinnerndes Konzept haben.“

 Es war die UWG als einzige Fraktion, die kritisch bemerkte, dass eine grundsätzliche Meinungsbildung zur Rastatt wichtig sei. „Ich glaube, dass es dem oberen Gemeindebezirk völlig egal ist, was hier unten passiert. Und umgekehrt“, meinte Sonja Hammerschmidt. „Die Leute, die es interessiert, sind hier. Aber was ist mit den anderen 6000.“

Peter Herbel machte deutlich, dass seiner Meinung nach die Diskussionen jetzt ein Ende haben müssten: „Wenn wir jetzt hier die Reichsbedenkenträger provozieren wollen, dann werden wir Einsprüche ohne Ende haben. Und dann heißt es: Es kann doch nicht sein, dass der Steuerzahler dafür herhalten muss, dass hier einige Trunkenbolde sich in der Rastatt an der Theke treffen.“

Nachrodt braucht die Rastatt – da waren sich die Mitglieder des Rates einig. Einstimmig wurde beschlossen: Neben der konzeptionierten Untersuchung (die jetzt übrigens erst einmal zurückgestellt ist), wird parallel eine technische Untersuchung auf die Sanierungsmöglichkeit beauftragt – mit den konkreten Vorschlägen.

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