Die Eule heult und der Räuber stiehlt Omas Kaffeemühle

+
Büchereileiterin Gaby Beil las aus dem Buch "Heule Eule" vor.

Nachrodt-Wiblingwerde -  „Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen“, hat Franz Kafka mal gesagt. Gebissen hat glücklicherweise niemand. Vielmehr waren die Kinder fasziniert von den Geschichten, tauchten in andere Welten und genossen zwei Veranstaltungen in Nachrodt, die im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages stattfanden.

„Heule Eule – wo ist Mama?“, so heißt das Bilderbuch von Paul Friester und Philippe Goossens, das Gemeindebüchereileiterin Gaby Beil für die Mädchen und Jungen aus dem Awo-Kindergarten ausgesucht hatte. Mit Anne Alban kamen die Kinder zur Vorlesestunde und hörten gebannt zu, als ein schauerliches, herzzerreißendes Geräusch durch den Wald drang, das alle Tiere zusammen laufen ließ. Dieses schreckliche Geräusch stammte von einer kleinen Eule, die vor lauter Weinen den herbeigeeilten Tieren gar nicht sagen konnte, was ihr fehlte. Vielleicht war sie aus dem Nest gefallen? Oder hatte sie möglicherweise Hunger?

 Die kleinen Bücherei-Besucher hörten sehr gespannt zu. Zum Abschluss wurden noch Eulenbilder ausgemalt. Für die größeren Kinder gab es eine noch spannendere Geschichte.

 SPD-Ratsherr Aykut Aggül las in der Grundschule aus dem Buch von Otfried Preußler die Geschichte „Der Räuber Hotzenplotz“ vor. Die Mädchen und Jungen der beiden ersten Klassen bildeten einen großen Kreis um „ihren Vorleser“, der sein Lieblingsbuch selbst als i-Männchen in seiner Schultüte gefunden hatte. Vorlesen, das ist im besten Fall kein „Runterrattern“ des Textes. Denn sehr kommt es auch auf die Stimme des Vorlesers an, auf die Betonungen, die auch viel Spannung erzeugen können.

„Ich habe geübt“, schmunzelte der Sozialdemokrat, der auch immer beim Kasperletheater beim Nachrodter Weihnachtsmarkt – jetzt wieder am 2. und 3. Dezember am Holensiepen – mitspielt. „Ich kann nur die Stimme der Prinzessin nicht“, lacht der junge Kommunalpolitiker. Fünf Kapitel hatte er aus dem bekannten Roman ausgesucht, damit die Grundschüler erfahren konnten, wer denn der Räuber Hotzenplotz ist. Er ist nämlich ein ganz schöner Schurke. Er hat Großmutters Kaffeemühle gestohlen. „Es geht um Gut und Böse, um das Einstehen füreinander“, erzählt Aykut Aggül, warum dieser Klassiker sein Lieblingsbuch ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare